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Tipps und Tricks für Schreibabys.

„Hilfe, mein Baby schreit“ – Neun Tipps von einer betroffenen Mama

Jana kommt aus Berlin, ist bereits mit 19 Jahren Mutter geworden. Spätestens seit der Geburt ihrer zweiten Tochter ist sie eine waschechte Schreibaby-Expertin und hat viel über Schreibabys recherchiert, gelesen und ausprobiert. Im Interview mit „Einer schreit immer“ klärt sie die häufigsten Fragen zum Thema Schreibaby.

Wie lässt sich erkennen, ob ich ein Schreibaby habe?

Da die Nerven von Eltern unterschiedlich belastend sind, gehen die einen eher davon aus, ein Schreibaby zu haben, als die anderen. Es ist tatsächlich nicht ganz einfach festzustellen, ob mein Baby nun ein Schreibaby ist oder einfach ein wenig öfter weint. Daher arbeiten Hebammen, Ärzte und Psychologen mit einer relativ einfachen Formel: Schreit mein Baby drei Wochen hintereinander pro Woche an mindestens drei Tagen drei Stunden lang, dann handelt es sich um ein Schreibaby. Generell ist es hilfreich, sich die Schreizeiten zu notieren und so einen Überblick zu bekommen.


Wenn ich ein Schreibaby habe – was ist der Grund dafür?

Wie bei vielen Dingen gibt es auch bei einem Schreibaby nicht unbedingt einen bestimmten Grund. Viele Babys finden sich in den ersten Wochen in der Welt noch nicht zurecht, sind schnell überfordert und überreizt. Bis die Eltern das merken, hat sich jedoch schon fast so etwas wie ein Schrei-Rhythmus eingestellt. Zudem zeigt sich häufig, dass Blockaden dem Kind Schmerzen bereiten können. Es sollte abgeklärt werden, ob diese möglicherweise vorliegen. Um die Ursache zu finden, muss mit Geduld, Sensibilität und der Unterstützung von Arzt und Hebamme vorgegangen werden.

Gibt es Tipps für eine schnelle Hilfe in der Schreiphase?

In erster Linie sollten Eltern, auch wenn es leicht gesagt ist, entspannt bleiben und sich bewusst machen, dass sie keine Schuld daran tragen, dass ihr Baby weint. Mit dieser Einstellung können sie leichter tröstend auf das Baby einwirken. Grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, eine ruhige Atmosphäre zu schaffen, ohne Radio, Fernseher und zu helles Licht.

Was hilft gegen die Überforderung?

Wenn das Baby mal einen schlechten Tag hat, kommen Eltern gut damit klar. Ständiges Schreien bringt aber auch die geduldigsten Eltern an ihre Grenzen, das ist ganz normal. Auch hier kann ich nur empfehlen sich bewusst zu machen, dass man alles für das Kind tut und keine Schuld trägt. Zudem sollten sich Eltern in der Betreuung während der Schreiphasen abwechseln und auch Unterstützung durch Großeltern oder Freunde in Anspruch nehmen. So haben Eltern ein paar Ruheinseln, wo sie wieder zu sich finden können.

Wohin können sich betroffene Eltern wenden?

Schreit ein Baby unverhältnismäßig oft, dann sollten sich Eltern durchaus Hilfe suchen. Auch wenn es teilweise eine Weile dauern kann, bis Eltern bereits sind, sich an jemanden zu wenden, kann die richtige Unterstützung Gold wert sein. In erster Linie ist es natürlich der Kinderarzt, der aufgesucht werden sollte. Er schließt Erkrankungen aus. Auch die Hebamme kann eine große Hilfe sein. Wer sehr verzweifelt ist, der wendet sich am besten an die Schreiambulanz, die in jeder größeren Stadt zu finden ist.

Ein Schreibaby zum Einschlafen bringen – gibt es Tipps, die helfen?

Natürlich ist es verhältnismäßig schwer, ein Schreibaby entspannt zum Schlafen hinzulegen. Gerade in den Abendstunden gibt es oft lange Schreiphasen. Hier sollten Eltern am besten schon den gesamten Tag auf einen ruhigen Abend hinarbeiten. Ein fester Tagesablauf, der entspannt ist und nicht zu viel neue Reize mit sich bringt, ist eine gute Grundlage. Auch wenn man natürlich gerne Besuch bekommen und sein Baby zeigen möchte, so sollte dies im Interesse des Kindes jedoch eher zurückhaltend geplant werden. Auch Rituale vor dem Einschlafen sind eine gute Sache. Zudem sollten sich Eltern Zeit nehmen und darauf einstellen, dass eine Einschlafphase auch mal länger dauern kann. Ein wichtiger Tipp: Eltern sollten die Bedürfnisse ihres Kindes akzeptieren. Das eine Baby schläft allein ein, das andere Baby nur bei Mama oder Papa auf dem Arm – egal wie, kein Kind wird mit 18 Jahren noch bei den Eltern schlafen. Hier lohnt es sich, ein wenig entspannt an die Sache heranzugehen und auf die Zeichen des Babys zu achten.

Sind Schreibabys immer Schreibabys oder hört es auch wieder auf?

Viele Eltern trösten sich damit, dass ihr Baby vielleicht unter Koliken leidet und diese nach drei Monaten durchgestanden sind. Generell heißt es, dass Babys erst einmal drei Monate brauchen, um im Leben anzukommen. Dieses vierte Trimester sollte ihnen auch ruhig eingeräumt werden, nachdem abgeklärt wurde, dass das Schreien keine körperlichen Ursachen hat. Es hat sich häufig gezeigt, dass nach den ersten drei Lebensmonaten die Schreiphasen kürzer wurden. Das ist aber kein Muss. Daher gibt es auf diese Frage keine pauschale Aussage.

Kann ich dem Schreien vorbeugen?

Nein, das geht in den meisten Fällen nicht. Eltern müssen ihr Baby auch erst einmal kennenlernen und herausfinden, ob es sensibel oder ein Draufgänger ist, ob es gut mit vielen Menschen umgehen kann oder lieber seine Ruhe hat. Natürlich können Eltern darauf achten, dass es in den ersten Wochen ruhiger zugeht. Das kann gerade bei sensiblen Kindern schon eine sehr große Hilfe sein. Gerade dann, wenn das Schreien jedoch auf körperlichen Ursachen basiert, kann sich hier kaum etwas verhindern lassen. Heute prüfen Ärzte schon bei den ersten Untersuchungen, ob möglicherweise Blockaden vorliegen. Das ist eine gute Sache und war früher nicht so.

Jana hat ein empfehlenswertes eBook zum Thema „Schreibaby geschrieben“, in dem sie ihr gesammeltes Wissen weiter gibt. Auch einen kostenlosen Online-Kurs gibt es für betroffene Eltern.

Über die Autorin Jana Kühnler

„Warum schreit mein Kind die ganze Zeit?“ – diese Frage hat sich Jana täglich gestellt. Dabei gab sie ihrer Tochter doch alles, was sie brauchte. „Bin ich etwa eine schlechte Mutter?“ – Die klare Antwort darauf ist NEIN! Heute weiß Jana was sie falsch gemacht hat und konnte aus ihren Fehlern lernen und schon mit meinem zweiten Kind deutlich besser umgehen.

Mama Jana hatte ein Schreibaby und hat ihre Erfahrungen zusammengefasst.
Mama Jana hatte ein Schreibaby und hat ihre Erfahrungen aufgeschrieben.

6 comments

  1. Hallo zusammen,

    ich habe selber auch ein Schreibaby.
    Das kann echt anstrengend sein, deshalb habe ich mir eine Federwiege von http://www.swing2sleep.de/ geholt…ich muss echt sagen, dass es mir schon viel besser geht. Ich kann jetzt auch mal in ruhe etwas kochen und auch mal vor dem TV anschalten.

    Habt Ihr auch mit Federwiegen gute Erfahrungen gesammelt?

    Liebe Grüße

    Stolzer Daddy

  2. Hallo. Hängt natürlich davon ab, warum sie schreien und ob sie sich wieder z.B. zum Abend beruhigen, oder die ganze Zeit schreiend sich quälen.

    Meine Nichte schrie drei Monate durch und kein Arzt konnte wirklich helfen. Sie haben sich an alternative Heilärzte gewandt. Eine Ärztin hat innerhalb von drei Minuten das Problem gelöst. Bei der Kleinen hatte ein Nerv im Nackenbereich geklemmt. Nach paar Minuten und einer Salbe hat sich das Kind beruhigt. Unglaublich aber wahr. L.Grüße.

  3. Hallo! 🙂

    Danke für die hilfreichen Tipps. Ich werde so sofort mitbedenken, da ich selber auch ein Schreibaby habe. 🙂

    Toller Beitrag.

    Gruß Regina

  4. Auch von mir ein grosses dankeschön, wie hat sich denn das zweite Baby entwickelt?

  5. Als Papa von einer kleinen Tochter bin ich immer wieder auf der suche nach neuen Tipps, vielen Dank dafür. Ich werde diese Seite weiter beobachten und freue mich schon auf neue Inhalte.

    MFG

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About einerschreitimmer

Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer…

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