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Warum Impfen uns alle betrifft! Inkl Was ihr über Meningokokken wissen solltet

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Die Welt der Erziehungsstile und Ansichten in Sachen Kinderpflege ist so vielfältig wie die Familien, in denen Kinder aufwachsen. Stillen oder Flasche, Tragen oder Schieben, verschiedenste Ansichten zum Thema Kindersitz und Co. Normalerweise halte ich mich in solchen Diskussionen an meinen Grundsatz „Not my monkeys, not my circus“. Tragt oder schiebt eure Kinder wohin ihr wollt, gebt ihnen Muttermilch, Pre-Milch oder von mir aus auch ein Schnitzel mit Pommes – die Vielfalt ist es, die uns Mütter ausmacht und solange alles zum Wohle der eigenen Nachkömmlinge geschieht ist es mir herzlich egal, was andere machen. Beim Thema IMPFEN allerdings platzt mir regelmäßig der Kragen. Ich halte mich gerne raus, wenn es mich nichts angeht, aber Impfen geht UNS ALLE etwas an!

Infos zum Thema Meningokokken und der Impfung dazu findet ihr etwas weiter unten in der Box!

Liebe Impfgegner, Impfkritiker und Impfverweigerer,

ich kann euch wirklich gut verstehen. Im Internet kursieren tausende Bilder und Texte, die alle belegen sollen, wie falsch wir in den 40 Jahren Impfgeschichte doch mit unserer Einstellung gelegen haben. Es ist zu lesen, was wir unseren Kindern mit der vermeintlich kleinen Spritze antun. Die Diskussion wird uns von pseudomedizinischen Akteuren aufgezwungen, die Wissenschaftsfeindlichkeit und Zynismus zum Prinzip erhoben haben. In den letzten Wochen habe ich Berichte gelesen, dass Impfen Autismus auslöst, Allergien fördert, die Hauptursache für Krebs, den plötzlichen Kindstod und im Grunde allen Unheils der zivilisierten Welt darstellt.

Liebe Imfgegner, Impfkritiker und Impfverweigerer! Ich verstehe: Da kriegt man schon vom Lesen Gänsehaut und fragt sich: Kann da nicht doch etwas Wahres dran sein? Es wird beschrieben, dass die Wirkung von Impfungen niemals wissenschaftlich belegt wurde (da so etwas wie „Viren“ auch gar nicht existieren). Das Wort „Impfschaden“ wird überhaupt so inflationär wie kein anderes verwendet und suggeriert das, was wir alle natürlich am wenigstens wollen – unserem Kind schaden!

Ihr lieben Nicht-Impfer, uns verbindet eine ganz essentielle Sache: die Sorge um das Wohl unseres Kindes. Ihr macht euch Gedanken, wälzt das Internet und tauscht euch mit Gleichgesinnten aus, auf der Suche nach dem Nonplusultra für die Gesundheit unserer Sprösslinge. Das ist nicht verwerflich, da stimme euch voll und ganz zu! Ich möchte das auch! Ich möchte Sicherheit, Schutz und nur das Beste für meine Kinder. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke, dass eins meiner Kinder  bleibende Schäden davontragen könnte. Ein noch viel kälterer Schauer läuft mir allerdings über den Rücken, wenn ich mir die absurde Dynamik anschaue, die das Thema „Impfen“ in den letzten Monaten angenommen hat. Das Thema „Impfen“ ist nicht mehr wissenschaftlich, es ist emotional!

Nichts ist nur schwarz und weiß

Viele Impfkritiker haben eine einigermaßen realistische Sicht auf die aktuelle Lage. Angezweifelt werden hier die Inhaltsstoffe, die sich in den einzelnen Impfdosen verstecken. Kritisiert wird eine zu frühe Impfung von Säuglingen und die Gefährdung des Immunsystems durch einfache Überforderung mit Mehrfachimpfstoffen. Das alles klingt logisch und kann in einem sachlichen Gespräch mit Kinderärzten und Impfexperten diskutiert werden. Doch was würde man bei so einem Gespräch mit einem Arzt feststellen? Dass die Impfung keine Zwangsdienstleistung der Pharmaverbände darstellt, sondern so flexibel und individuell gestaltet werden kann, wie die Kinder nun mal so sind. Impfungen können der Entwicklung entsprechend verschoben werden, es gibt alternative Impfstoffe, für diejenigen, die sich von bestimmten Zusatzstoffen bedroht fühlen. Die Pharmakonzerne haben schnell reagiert und bieten quecksilberfreie Impfstoffe an, obwohl der Gehalt in den regulären Impfstoffen weit unter dem gesundheitsschädlichen Maß lag.

Impfen für Anfänger

Das Prinzip der Impfung ist ziemlich einfach. Ein Kind bekommt eine Spritze mit toten oder stark abgeschwächten Krankheitserregern, das Immunsystem kann sich über diese hermachen, sie bekämpfen und sich für die Zukunft merken, wie man diese Eindringlinge unschädlich macht. Bei einer erneuten Konfrontation mit diesen fiesen Angreifern hat der Körper schon die passende Waffe parat und kann sich total supi wehren. Wenn 95% aller Kinder geimpft werden greift die „Herdenimmunität“, durch die auch ungeimpfte Kinder geschützt sind und Epidemien vermieden werden können. Klingt simpel oder? Was stört also die Impfgegner an dieser tollen Erfindung?

Schwurbelei im Internet

Während die Impfkritiker sich dem Thema mit Bedacht und Grips nähern, gibt es noch euch militante Nicht-Impfer, die anscheinend gerade wie (globuli-gedüngte) Pilze aus dem Boden schießen. Ich lese Behauptungen, für die ich jeden Verschwörungskrimi in die Ecke geworfen hätte, doch leider meinen diese Leute das wirklich ernst. Kann es tatsächlich sein, dass Viren gar nicht existieren, sondern nur ein Produkt der Pharmaindustrie sind, die einfach für die Erfindung des Impfens scheißreich werden wollten? Ist es logisch, dass in jeder 10. Spritze BSE und AIDS enthalten sind, um die Weltbevölkerung klein zu halten? Und kann es wirklich euer fester Glaube sein, dass Kinder lebensbedrohliche Krankheiten durchmachen müssen und das Risiko an einer solchen zu sterben geringer ist, als eine Immunisierung? Es tut mir leid – das ist nicht logisch.

Impfungen retten Millionen von Leben

Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht leugnen, dass es Impfschäden gibt. Neben den ganz normalen Impfreaktionen, wie Fieber, Hautrötungen und Müdigkeit gibt es bleibende Schäden, die ein Kind über die übliche Reaktion hinaus dauerhaft schädigen können. Schaut man dort allerdings genauer hin, wird man feststellen, dass von 212.000.000 geimpften Kindern in den letzten 15 Jahren 169 eine bleibende Schädigung erlitten haben. Jeder einzelne dieser 169 Fälle ist tragisch, aber das Positive überwiegt. Wer mir jetzt schreiben möchte, dass diese Statistiken (nachzulesen über die Seiten des Robert-Koch-Institutes) gefälscht sind und von skrupellosen Pharmakonzernen in Auftrag gegeben wurden, bitte spart euch die Buchstaben.

Liebe Impfgegner: Warum reg ich mich so auf?

Eigentlich geht es mich nichts an, was  andere Eltern mit ihren Kindern anstellen. Richtig! Es wäre mir völlig egal, würde es tatsächlich nur fremde Kinder betreffen. Tragisch, unethisch, aber „not my monkeys“. Es betrifft aber nicht nur die Impfgegner, sondern uns alle. Wir sind Teil einer Gesellschaft, einer „Herde“, bei der es beim Herdenschutz im Impfprinzip nunmal geht. Wir begwegen uns alle in Supermärkten, in Kitas und auf Spielplätzen. Impfgegner sitzen mit ihren Kindern beim Arzt, so wie auch ich. Impfgegner fahren Bus und Bahn und bringen ihre Kinder zu Spielgruppen und in den Musikunterricht. Und dort seid ihr, liebe Impfgegner, verdammt noch mal nicht nur ihr! Euer ungeimpftes Kind ist ein Risiko für den gerade geborenen Säugling eurer Nachbarin, es bedroht die Gesundheit eures Sitznachbarn im Bus, der gerade eine schwere Krankheit durchgemacht hat und ein schwaches Immunsystem hat. Euer innovativer Lebensweg ohne schädliche Impfungen, ohne giftige Zusätze und die endlose Profitgier der Pharmaindustrie könnte das Leben der netten alten (unsichtbar immungeschwächten) Dame im Supermarkt beenden – dabei wollte sie eurem (unsichtbar mit Masern infizierten) Kind nur freundlich „Hallo“ sagen. Euer ungeimpftes Kind wäre eine potentiell tödliche Bedrohung für meine zu früh geborenen Zwillinge gewesen und ich kann nur von Glück sprechen, dass wir keinem von euch begegnet sind. Eure Einstellung ist gefährlich für das krebskranke Kind meiner Freundin, das im Moment so viel größere Sorgen hat als euch. Darum reg ich mich auf!

Liebe Impfgegner, Impfkritiker und Impfverweigerer,

wie gesagt, ich verstehe euch. Ihr habt Angst um eure Kinder. Angst habe ich auch, aber davor, das unbeteiligten Kindern aufgrund von eurem Leichtsinn, eurer Arroganz oder was auch immer ihr als guten Grund für euer Gewissen bereit gelegt habt, etwas zustoßen könnte.

Nach der aktuellen Masernepidemie in Österreich scheinen sich einige Eltern besonnen zu haben, denn die Rate der Impftermine stieg plötzlich drastisch an. Tragisch, dass es erst dazu kommen musste, dass die Bedrohung so nah sein musste, um einige zu überzeugen, doch jedes geimpfte Kind zählt. Zum Schutz seines eigenen Lebens und derer, die auf uns angewiesen sind.

Denkt nach, informiert euch an seriösen Stellen und tut das, was wir doch eigentlich alle wollen – das Beste für euer Kind!

Quellen:

 

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Nachtrag: Was ihr über Meningokokken wissen solltet

Im Österreichischen Impfplan gibt es Impfungen die empfohlen und kostenlos sind (zB 6-fach Impfung, MMR, …) und Impfungen die empfohlen werden, aber selbst zu bezahlen sind. Dazu zählen auch die Meningokokken. Da Säuglinge (naives Immunsystem) und Jugendliche (Massenveranstaltungen, Schlafsäle, Diskos, …) zu den Risikogruppen gehören, möchten wir euch heute ein paar Informationen dazu geben. Für mehr Informationen sprecht bitte mit eurem Arzt und anderen Experten.

Was sind Meningokokken:

Meningokokken sind Bakterien die über Tröpfchen (Husten, Niesen, Küssen usw) übertragen werden können. Sie besiedeln die Schleimhäute mancher Personen ohne eine Krankheit auszulösen. 10-20% der Bevölkerung tragen diese Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum ohne zu erkranken. 2017 sind in Österreich „nur“ 20 Personen an Meningokokken erkrankt. Das ist nicht viel, doch kommt es zur Erkrankung, kann diese zu bleibenden Schäden oder zum Tod führen:

  • Meningokokken verursachen Meningitis (Meningokokken-Hirnhautentzündung) und/oder Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis)
  • Meningokokken können innerhalb von 24-48 Stunden zum Tod führen 
  • 8-15% der Meningokokken Erkrankungen verlaufen tödlich
  • 10-20% der Meningokokken Erkrankungen hinterlassen bleibende Schäden (Verlust von Gliedmaßen, Hörverlust, …) Die berühmte Fotografin Ann Geddes hat mit einer Fotoreihe bereits gezeigt wie schwer die Auswirkungen einer Meningokokken Infektion sein können. 

Symptome und Verlauf der Meningokokken-Erkrankung:

Meningokokken sind heimtückisch: Sie können bei einem vollkommenen gesunden Menschen innerhalb von wenigen Stunden zu sehr schweren Erkrankungen und zum Tod führen. Deshalb ist schnellstmögliche Behandlung besonders wichtig. Folgende Symptome lassen auf eine Meningokokken Erkrankung schließen:

0-8 Stunden: Frühe Anzeichen sind oft sehr unspezifisch und schwer zu erkennen: 

  • Gereiztheit 
  • Appetitverlust 
  • Fieber 
  • Übelkeit
  • Glieder- und Gelenksschmerzen (ältere Kinder und Jugendliche)
  • Beinschmerzen (Säuglinge und Kleinkinder)
  • Benommenheit
  • Schlaffer Muskeltonus (Säuglinge unter 1 Jahr)

9-15 Stunden: klassische Meningitis Symptome:

  • Kalte Hände und Füße
  • Hämorrhagischer Ausschlag (rot-violette Hautflecken, die nicht verschwinden wenn man ein Trinkglas darauf drückt)
  • Nackensteifigkeit
  • Lichtscheu
  • Wölbung der Fontanelle (Säuglinge unter 1 Jahr)

16-24 Stunden: kann innerhalb von 24 Stunden tödlich verlaufen

  • Verwirrtheit
  • Bewusstlosigkeit
  • Krämpfe
  • Septischer Schock
  • Multiorganversagen
  • Tod

Mein Kind soll nicht an Meningokokken erkranken

Im Zeitraum 2008 – 2017 sind in Österreich insgesamt 593 Menschen an Meningokokken erkrankt. 64 davon sind gestorben. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sehr gering, doch was ist, wenn DEIN Kind genau einer davon ist? Eine Impfung kann dagegen helfen. Informiert euch deshalb rechtzeitig bei eurem Kinderarzt über die Möglichkeiten. Bereits Babys können dagegen geimpft werden.

Im Rahmen einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline Pharma GmbH konnte ich mich über das Thema Meningokokken informieren – mittlerweile sind meine Kinder auch geimpft.

 

Weiterführende Links und Quellen:

 

 

 

INTRO NEFFA
Hier schreibt Gastautorin Neffa. Mehr von Neffa? Dann klicke auf das Bild!

About einerschreitimmer

Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...

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11 comments

  1. Oh ja! Oh ja!!!! Ich stimme aus vollem Herzen zu! Der Kinderdok hat auf seinem Blog dazu auch immer mal sehr schöne Beiträge! Impfungen sind ein Segen und da ich selbst – wieso auch immer – trotz mehrfachem Versuch, mich vollständig zu immunisieren, keinen kompletten Impfschutz ausgebildet habe, also wirklich auf den Herdenschutz angewiesen bin, kann ich den Beitrag nur unterstreichen. Meine beiden Zwillinge brauchen keine an Masern erkrankte Mama!

    Ich schreib übrigens auch über das Leben mit Zwillingen …beziehungsweise über das Chaos mit 4 (+1) Jungs im haushalt. :D abenteuerypsilon.blogspot.com Allerdings lange nicht so professionell wie du. Ich mag deinen Blog.

  2. … eben noch nach Kondensatormikrophonen gesucht, jetzt durch die Dynamik des Internets überraschend hier auf dieser Seite gelandet. Und auch wenn ich sehr wahrscheinlich nicht in die Zielgruppe dieses Blogs falle, muss ich sagen: Er ist hervorragend!

    Vor allem dieser Artikel über das Impfen bzw. die Leutchen, die gegen das Impfen sind, spricht mir aus der Seele. Er ist sachlich, verständnisvoll und hebt sich von der emotional gefärbten Marktschreierei, die bei diesem Thema mittlerweile überhand genommen hat, wohltuend ab. Natürlich kann man den Impfgegnern tonnenweise Fakten um die Ohren werfen, wird damit aber genau so viel Erfolg haben wie bei Flacherdlern oder Homöopathie-Fans! Macht ja nix, was gesagt werden muss, das muss gesagt werden.

    Ich finde den Schreibstil, der sich durch den gesamten Blog zieht, echt witzig und angenehm zu lesen. Da möchte man direkt Zwillingsvater werden, nur um zur Zielgruppe zu gehören (Lieber Himmel, NEIN!).

    Alles in allem: Toll! Ich komme ab jetzt öfter mal vorbei.

    Viele Grüße,

    Thilo

  3. Ich danke dir sehr für deinen Bericht! Das ist ein Thema, dass mich immer wieder aufregt. Gerade im Moment sehr. Ich musste mit meiner 7 Monate alten (und deshalb noch nicht gegen Masern geimpften) Tochter einige Tage ins Krankenhaus und auf der gleichen Station 2 Masernfälle… Diese waren zwar isoliert, aber das ungute Gefühl schwingt einfach mit und wird auch noch ein paar Wochen anhalten…
    Es betrifft einfach so viele, wenn ein paar Leute (in meinen Augen) falsch entscheiden….

  4. schade, auch hier nur emotionale panikmache :( ich bin wirklich kein impfgegner aber der beste schutz ist nun einmal ein funktionierendes immunsystem – da sollte man halt schon überlegen (dürfen!!) wie stark man womit eingreift… und sich nicht von epidemischer schwarz-(weiß?-)malerei in ein völlig übertriebenes impfschema pressen lassen. mir wird halt immer ein bissl übel wenn so mancher mensch allen anderen menschen vorschreiben will, was sie zu tun oder zu lassen haben.

  5. Ich denke die Thematik sollte mal einem Faktencheck unterzogen werden. Da die Ausführungen hier leider ziemlich emotional und wenig objektiv/wissenschaftlich fundiert sind, habe ich keine Lust jede Aussgae einzeln zu thematisieren. Dass aber eine Oma an Masern erkrankt, also eine Generation die vollständig die Masern noch selbst durchgemacht hat (lebenslanger Immunschutz) ist natürlich selbsterklärender Quatsch. Dazu finde ich folgenden Artikel unter der Quelle sehr passend: https://www.impf-info.de/die-impfentscheidung/die-diskussion-%C3%BCber-die-impfpflicht/272-die-trumpisierung-der-impfdiskussion.html gefunden und finden diesen sehr passend:

    Die Trumpisierung der Impfdiskussion – ein Faktencheck (Update 11.05.19)

    Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2019
    In der aktuellen hysterisierten Diskussion über eine Masernimpfpflicht ziehen zunehmend amerikanische Verhältnisse in die deutsche Politik ein, frei nach der offenbar zeitgemäßen Devise: „Was scheren mich die Fakten, wenn ich doch genau weiß, was ich erreichen will“. (Update 11.05.2019)

    Diese geistige Grundhaltung zieht sich in der aktuellen Impfpflicht-Diskussion quer durch die Äußerungen der üblichen Verdächtigen und der so genannten main-stream-Medien und betrifft vor allem 5 Behauptungen:

    Es gäbe in Deutschland eine Zunahme von Masernfällen in den letzten Jahren und Monaten

    Es gäbe in Deutschland eine Zunahme von Menschen, die Schutzimpfungen ablehnten.

    Die Durchimpfungsraten in Deutschland wären wegen der zunehmenden Impfmüdigkeit/Impfskepsis zu niedrig und/oder sogar rückläufig.

    Der Zeitpunkt, zu dem die Durchimpfungsraten erfasst/erreicht würden sei zu spät, es seien ja vor allem die Kleinkinder, die gefährdet seien.

    Das Problem wäre vor allem die zweite Masernimpfung, die zu selten/zu spät verabreicht würde und die für den Schutz aber unerlässlich wäre.

    Die Impfpflicht wäre vor allem nötig, um die vielen Fälle von SSPE (Erklärung s. u.) in Deutschland zu verhindern.

    An Masern stürben so viele Menschen, auch deshalb bräuchte es in Deutschland eine Impfpflicht

    Zu 1.

    Bundesgesundheitsminister Spahn hält es „für einen Skandal, dass immer mehr [!] Kinder [!! s. u.] in Deutschland an Masern erkranken“ (BMG 2019), der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung weiss, dass sich „in den Praxen der niedergelassenen Ärzte zurzeit Fälle von Masern häufen“ (DÄ 2019) und auch die Tagesschau sieht angesichts der „Masern-Ausbreitung … auch in Deutschland … Grund zur Sorge“ (Tagesschau 30.11.2018).

    Schaut man jedoch auf die tatsächlichen, hochoffiziellen Masernzahlen, die das Robert Koch-Institut als zuständige Behörde erfasst und veröffentlicht, wird deutlich, wie postfaktisch hier „argumentiert“ wird:

    die im laufenden Jahr 2019 bisher erfassten Zahlen entlarven jede Behauptung von „Zunahme“ oder „Häufen“ für Deutschland als fake news – im ersten Quartal wurden zwar mehr Fälle gemeldet als im Vergleichszeitraum 2018, aber weniger als in dem von 2017 oder 2015 und vor allem: weniger als im langjährigen Durchschnitt in Deutschland in diesem Zeitfenster erfasst wurden (bis Ende der 16. Kalenderwoche liegen die 2019er Zahlen bei nur gut 50% des langjährigen Durchschnitts für diesen Zeitraum…).

    Masern D nach KW

    Und auch beim Blick auf den größeren Maßstab – die Entwicklung der Masernzahlen insgesamt in Deutschland pro Jahr – zeigt beim besten Willen keinen Trend zu irgendeiner, geschweige denn einer dramatischen Zunahme:

    Masern D pro Jahr

    Die internationalen Fallzahlen an Masern haben in den letzten Jahren tatsächlich zugenommen, auch in Europa – ob die Laut-Sprecher dieser hysterisierten Kampagne aber tatsächlich selber glauben, dass eine Masernimpfpflicht in Deutschland hilft, die Probleme mit den Masern in der Ukraine oder in Rumänien in den Griff zu bekommen?

    Der heute so moderne (und leider so oft hochnotwendige) „Faktencheck“ entlarvt alle Behauptungen über eine Zunahme der Masernfälle in Deutschland als (populistische?) fake news (zur europäischen Perspektive s.u. unter PS).

    Zu 2.

    Die hochoffizielle Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA geht der Frage der Einstellung Impfungen gegenüber in einem eigenen Forschungsprojekt alle zwei Jahre nach.

    In der aktuellsten Version, die das Jahr 2016 abbildet, heißt es unzweideutig (Hervorhebungen von mir): „Der Anteil der Impfbefürworter ist im Vergleich zu den Vorgängerstudien aus den Jahren 2012 und 2014 signifikant gestiegen. Der Anteil der Allgemeinbevölkerung, der Impfungen grundsätzlich befürwortet, stieg um 17 Prozentpunkte, von 37 Prozent im Jahr 2012 auf 54 Prozent in 2016. Ein nahezu identisches Bild ergibt sich für Personen, die nach 1970 geboren worden sind. Hier stieg der Anteil der Impf- Befürworter im gleichen Zeitraum um 19 Prozentpunkte (von 34% in 2012 auf 53% in 2016). Parallel zu dieser Entwicklung ging insbesondere der Anteil derjenigen deutlich zurück, die teilweise Vorbehalte gegen das Impfen haben.“

    Ebenso eindeutig identifizieren die Forscher die Hauptursache fehlender Masernimpfungen: „Wissensdefizite sind das am häufigsten genannte Hindernis für die Inanspruchnahme einer Masernimpfung.“ (BZgA 2017).

    Zu 3.

    Betrachtet man die folgende Graphik in ihrem grünen Anteil, wird klar: auch ohne jede Zwangsmaßnahme sind seit mehr als 10 Jahre 97% der Eltern in Deutschland bereit, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen.

    Masern in D nach Alter mit Impfquote

    Diese Quote, die in Deutschland bei der Einschulungsuntersuchung erhoben wird, widerlegt in ihrer Höhe und in ihrer Konstanz jedwede Behauptung über (zunehmende) Impfmüdigkeit in Deutschland.

    Zu 4.

    Der hier häufig vorgebrachte Einwand, die Erhebung erfolge zu spät und es seien ja gerade die Kleinkinder vor der Einschulung, die besonders häufig erkrankten und bei diesen sei die Impfquote niedriger, wird durch den Säulenanteil der oberen Graphik in’s Reich der Fabel verwiesen: auch wenn wir aufgrund des Erfassungssystems in Deutschland keine flächendeckenden Aussagen darüber machen können, wie gut die Durchimpfungsrate bei 2-, 3-, oder 4-Jährigen ist, eines ist klar: sie spielen bezogen auf die Gesamtzahl der Masernerkrankung eine völlig untergeordnete Rolle. Masern werden – wie der damalige STIKO-Vorsitzende Jan Leidel schon 2011 feststellte – in Deutschland zunehmend eine Erkrankung Erwachsener (Kutter 2015, Löll 2011). Dies zeigt die folgende Analyse, die klar nachweist, dass sich das Verhältnis von Masernfällen im Kindes- und Jugendlichenalter auf der einen und im Erwachsenenalter auf der anderen Seite in den letzten Jahren in Deutschland eindeutig zuungunsten der Erwachsenen verschiebt.

    Masern D nach Kindern und Erwachsenen 2001 19

    Eine Impfpflicht für Erwachsene allerdings halten selbst Hardcore-Impfeuphoriker in Deutschland für nicht durchsetzbar…

    Zu 5.

    Auch wenn die üblichen Verdächtigen unablässig das Gegenteil behaupten (zuletzt ein Sprecher des Berufsverbandes der Kinderärzte in der Sendung heute+ vom 28.03.2019): die zweite Masernimpfung (MCV2) ist keineswegs unabdingbar für einen sichern Schutz des einzelnen Kindes: 95% der im zweiten Lebensjahr geimpften Kinder sind nach einer Masernimpfung über Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte, geschützt. Die zweite Masernimpfung ist damit bei der überwältigenden Mehrzahl der Geimpften für die Schutzwirkung bedeutungslos (s. hier)

    Die MCV2 dient einzig und allein dazu, die 5%, die beim ersten Mal keinen Schutz aufgebaut haben, ein zweites Mal zu impfen, und ihnen damit eine zweite Chance zu geben, Antikörper zu entwickeln. Sie erhöht damit natürlich auch den Anteil derer in der Bevölkerung, die einen Impfschutz gegen Masern haben – ein epidemiologisches Argument, unabhängig von der Situation des einzelnen Kindes.

    Dass die Impfquote für die MCV2 in Deutschland so niedrig scheint, liegt auch an zwei Besonderheiten:

    zum einen ist die MCV2 in (fast) keinem Land Europas so früh empfohlen, wie in Deutschland (ab 15. Lebensmonat) – immerhin 13 von 31 von der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC erfassten Länder der erweiterten EU empfehlen die MCV2 ganz regulär erst nach dem 6. Geburtstag.

    damit werden zum anderen in Deutschland mit der Erfassung im 6. Lebensjahr (Einschulungsuntersuchung) Kinder als „unzureichend Masern-geimpft“ erfasst und gemeldet, die in vielen anderen europäischen Ländern die MCV2 ganz empfehlungskonform noch nicht erhalten hätten….

    Auch die nicht wirklich impfkritische WHO empfiehlt für ein Land wie Deutschland (MCV1-Durchimpfung > 90% und Schulbesuch bei > 95% der Kinder) die Gabe der MCV 2 im Schulalter: „If MCV1 coverage is high (>90%) and school enrolment is high (>95%), administration of routine MCV2 at school entry may prove an effective strategy for achieving high coverage and preventing outbreaks in schools“ (WHO 2017). Dieser WHO-Empfehlung folgend dürfte die Durchimpfungsrate der MCV2 in Deutschland zum Erfassungszeitpunkt (Einschulungsuntersuchung, i. d. R. mehrere Monate, teilweise mehr als ein Jahr vor der Einschulung/school entry) eigentlich null sein….

    Das „Problem“ der vermeintlich schlechten Durchimpfung mit der zweiten Masernimpfung entpuppt sich also bei näherem Betrachten erstens als hausgemacht und hält zweitens einem Faktencheck schlicht nicht stand.

    Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die SIKO, also die Sächsische Impfkommission, sich ausdrücklich zu diesem von der WHO empfohlenen späteren Zeitpunkt der MCV2 bekennt, diese Empfehlung ausführlich wissenschaftlich fundiert und die STIKO für ihre – so wörtlich – „Vorverlegung … ohne wissenschaftliche Begründung“ unverblümt kritisiert (Beier 2017). Die vom BGH ja als „medizinischer Standard“ apostrophierte Impfempfehlung der STIKO ist also nicht einmal unter den deutschen Gesundheitsbehörden unumstritten…

    Update 11.05.2019: Wie eklatant die Rolle der zweiten Masernimpfung und ihres Zeitpunkts in der aktuellen Diskussion in Deutschland auch für die Epidemiologie überschätzt wird, zeigen aktuelle Veröffentlichungen der ECDC (ECDC 2019) und der WHO (WHO 2019). Hier finden sich differenzierte Angaben zur Häufigkeit der Masern in den letzten 12 Monaten (jeweils bezogen auf 1.000.000 Einwohner), sowie zu Durchimpfungsraten der ersten (MCV 1) und zweiten (MCV 2) Masernimpfung und deren jeweils empfohlenem Zeitpunkt.

    Masern EU 12 Monate Inzidenz MCV1u2ECDC Measles Incidence Last 12 months

    Es fällt auf: zahlreiche Länder haben deutlich geringere MCV2-Impfquote als Deutschland und dennoch – bezogen auf ihre Einwohnerzahl – eine deutlich geringere Zahl von Masernfällen. Dies gilt unter anderem für Dänemark, Finnland, die Niederlande und Norwegen.

    Es fällt auch auf: alle diese Länder impfen spürbar später, vor allem die MCV2. In den Niederlanden sind selbst nach dem neunten Lebensjahr viel weniger Kinder zweimal gegen Masern geimpft, als in Deutschland schon im sechsten trotzdem erkrankten dort 2018 viel weniger Menschen an Masern, als im vergleichsweise „besser“, aber eben auch viel früher geimpften Deutschland (Näheres zur Anzahl der Masernimpfdosen s. hier, zum Impfzeitpunkt hier).

    Und es fällt auf: die Anzahl der Länder in Europa, die die mystifizierten 95% Durchimpfungsrate für die MCV 2 der WHO erreichen, lässt sich fast an einer Hand abzählen (es sind 6…).

    Und: anders als aktuell gerne behauptet ist Deutschland bei den Masern keineswegs Schlusslicht in Europa – es liegt mit seiner auf die Einwohnerzahl bezogenen Masernfallzahl auf Platz 13 von 30 – nicht rühmlich, aber: 6 der 10 Länder mit einer Masernimpfpflicht liegen (teilweise deutlich) dahinter…

    Zu 6.

    Das vermeintlich ultimative Argument für die Impfpflicht ist oft der notwendige Herdenschutz der Säuglinge, die ein besonders hohes Risiko haben, Jahre nach der Masernerkrankung an einer schleichenden, immer tödlichen Hirnentzündung, der so genannten Subakut sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) zu erkranken.

    Die tatsächliche Häufigkeit dieser Komplikation ist unbekannt – RKI und WHO schätzen eine Häufigkeit von 1 bis 10 auf 10.000 bis 100.000 Erkrankte (WHO 2017, RKI 2010); da die SSPE aber erst Jahre (bis zu 25 Jahren) nach der Maserninfektion auftritt, sind diese Angaben mit einer Restunsicherheit behaftet. (Anders als z.B. verhältnismäßig banale Erkrankungen wie Windpocken ist die SSPE in Deutschland nicht meldepflichtig…).

    Eine Untersuchung der Universität Würzburg aus dem Jahr 2013 (Schönberger 2013) kam hier zu sehr beunruhigenden Ergebnissen: ausgehend von den deutschen SSPE-Fällen der Jahre 2003 bis 2009 errechnet diese Studie ein Risiko für SSPE bei Masern innerhalb der ersten fünf Lebensjahre von 1:1700 bis 1:3300 – allerdings beruhen diese Zahlen nach der Einschätzung des industrieunabhängigen arznei-telegramm „auf mehreren Schätzungen, die miteinander verknüpft werden, und ist daher unseres Erachtens weniger zuverlässig“ (at 2013). International werden die Würzburger Zahlen nicht ernst genommen – das WHO Position Paper zur Masernimpfung erschien 4 Jahre nach der Würzburger Studie und ignoriert diese völlig (WHO 2017). Einer britischen Untersuchung zufolge scheint das SSPE-Risiko umso höher zu sein, je jünger die betroffenen Masernkranken sind, das höchste Risiko scheint bei einer Masernerkrankung im ersten Lebensjahr zu bestehen (Miller 2004).

    In Deutschland erkrankten zwischen 2001 und 2018 an Masern

    etwa 1200 Säuglinge

    etwa 26.000 Menschen insgesamt

    Legt man also die internationalen Schätzungen von einem Fall von SSPE auf 10.000 – 100.000 Erkrankungen zu Grunde bedeutete dies für Deutschland, dass rein statistisch nicht einmal mit einem Fall von SSPE nach Säuglingsmasern und mit deutlich weniger als 5 SSPE-Fällen nach Masern in anderen Lebensphasen zu rechnen wäre. Selbst bei Annahme der Würzburger Zahlen für Säuglinge blieben die SSPE-Fälle im betrachteten Zeitraum buchstäblich (fraglos tragische) Einzelfälle. Es stellt sich hier die Frage, ob angesichts der in Deutschland juristisch jedem Rechtsakt zu Grunde liegenden Verhältnismäßigkeit mit diesen Einzelschicksalen eine Grundrechtseinschränkung für Millionen für Menschen gerechtfertigt werden kann.

    Zu 7.

    Die gleiche Überlegung der Verhältnismäßigkeit stellt sich auch bei der Betrachtung der Todesfälle an Masern in Deutschland, denn auch mit diesen wird auch in der aktuellen Diskussion die Forerung nach einer Impfpflicht gerechtfertigt. Hier werden gerne absolute Zahlen der WHO übernommen, wie viele Menschen weltweit jedes Jahr an Masern stürben. Für Länder wie Deutschland geht die WHO von einer Sterblichkeit von 1: 1000 bis 1 : 10.000 aus (WHO 2017)

    Konkret sind in Deutschland folgende Sterbefälle erfasst, die – da die Statistik von gbe-bund.de (RKI und DeStatis) auch „Masern mit Enzephalitis“ abbildet – auch die Todesfälle an SSPE erfassen:

    Masern Todesfälle D

    Untersucht man diese 23 Todesfälle unter dem Altersaspekt zeigt sich

    seit 2001 ist in D ein Säugling an Masern gestorben (2001)

    seit 2001 sind in D (inklusive dieses Säuglings) 7 Kinder unter 15 Jahren an Masern gestorben

    seit 2001 sind in D (inklusive dieser 7 Kinder) 9 Menschen vor dem 30. Geburtstag an Masern gestorben – bei der angenommenen Zeit zwischen Maserninfektion und SSPE von maximal (!) 25 Jahren sind hiermit alle SSPE-Fälle aufgrund von Infektionen im ersten Lebensjahr (in dem die Kinder nicht selber sicher durch Impfung zu schützen sind) erfasst.

    alle anderen Maserntodesfälle traten nach dem 30. Lebensjahr auf und haben definitiv keinen möglichen Zusammenhang zu einer Maserninfektion vor dem ersten Geburtstag

    Auch hier kann es nicht darum gehen, die tragischen Einzelschicksale zynisch zu ignorieren, sondern sie ethisch und juristisch auf Verhältnismäßigkeit angesichts der diskutierten Einschränkung grundgesetzlich verbriefter Grundrechte für die Gesamtbevölkerung zu prüfen.

    Ebenfalls nicht ignoriert werden darf hier, dass in Deutschland in den letzten 5 Jahren mindestens 2 Kinder nachweislich und vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) veröffentlicht an der MMR-Impfung verstorben sind (Mentzer 2016) – weitere, dem PEI gemeldete Todesfälle nach MMR-Impfung konnten aufgrund unvollständiger Daten in ihrem Zusammenhang zur Impfung nicht abschließend beurteilt werden.

    PS: nicht einmal im europäischen Maßstab erweist sich die Behauptung einer Zunahme der Masernfälle als stichhaltig – eine Analyse der Maserninzidenzen (Masernfälle pro 1.000.000 Einwohner und Jahr) der letzten 10 Jahre lässt hier keinerlei, geschweige denn einen dramatischen Anstieg erkennen:

    Maserninzidenz EU und D 2009 18

    PPS: die Zunahme der Inzidenz in den Ländern mit einer Masernimpfpflicht im Jahr 2018 liegt neben einem größeren Ausbruch in der Slovakei (Inzidenz 105/1.000.000/a) auch an der Einführung dieser Impfpflicht in Frankreich und Italien mit ihren jeweiligen Masernepidemien (Inzidenzen jeweils 43 bzw. 44/1.000.000/a).

    Literatur

    arznei-telegramm 2013. Jahrgang 44, Nr. 10

    Beier D. SIKO aktualisiert Impfempfehlungen bei Masern-Mumps-Röteln, Influenza, Hepatitis B und HPV. KVS-Mitteilung Heft 2/2017. Abruf 07.04.2019

    BMG. 2019. Spahn offen für Impfpflicht. Abruf 29.03.2019

    BZgA. 2017. Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung 2016 zum Infektionsschutz.

    Dt. Ärzteblatt. 2019. Gesundheits­ministerium begrüßt Debatte über Impfpflicht gegen Masern. Abruf 29.03.2019

    ECDC. 2019. Monthly measles and rubella report. April 2019. Abruf 04.05.2019

    Kutter S. 2015. Eine Masern-Impfpflicht wird nichts bringen. WirtschaftsWoche 24.02.2015. Abruf 30.03.2019

    Löll C. 2011. Masern auf dem Weg zur Erwachsenen-Krankheit. Die Welt 25.10.2011. Abruf 30.03.2019

    Mentzer D. 2016. Daten zur Pharmakovigilanz von Impfstoffen aus dem Jahr 2014. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 2016 (2): 12-19.

    Schönberger K. PLoS ONE 8(7): e68909. doi:10.1371/journal.pone.0068909

    Tagesschau. 2018. Masern-Ausbreitung alarmiert WHO. Abruf 29.03.2019

    WHO. 2017. Measles Vaccines – WHO Position Paper – April 2017.

    WHO. 2019. Progress towards measles elimination in the WHO European Region, 2009–2018. 18:213–224. Abruf 03.05.2019

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