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Wie ist es, wenn man Kinder in der Trotzphase hat?

Willkommen in der Trotzphase!

Nach einer ziemlich schlaflosen Nacht begrüßte uns heute Kind A aus voller Kehle morgens um 5.30 Uhr mit einem Brüllkonzert. Und weil Kind B direkt nebenan nur leicht schlummerte, stimmte es gleich mit einem atemberaubenden  Stimmvolumen ein. Willkommen in meiner persönlichen Hölle, der Trotzphase!

Der beste Ehemann von allen und ich torkelten schlaftrunken und mit einem durchaus dünnen Nervenkostüm in Richtung Kinderzimmer und schnappten uns jeweils einen der beiden Spaßbären, um den Guten-Morgen-Kakao zuzubereiten. In solchen Momenten spricht man nicht viel – man verständigt sich durch tiefe und innige Blicke. Manchmal atmet man laut oder seufzt leise. Ein Gespräch hat an Morgen wie diesen wenig Sinn, denn man müsste lauter als die Kinder brüllen. Und das ist in jedem Fall tunlichst zu vermeiden… Nicht dass wir das noch nicht probiert hätten. Quasi als Ablenkungsmanöver. Schwerer Fehler…

Vielleicht lag es am schwülen Wetter, an den bösen Stockzähnen oder der sich ankündigenden Trotzphase. Was weiß ich. Aber der Tag wurde im Verlauf nicht viel besser. Kinderfüße stampften auf den Boden. Zornesfalten bildeten sich auf kleinen Stirnen. Und als der beste Ehemann von allen schließlich 30 Minuten früher als üblich und ziemlich fluchtartig das Haus verließ, ging das Gebrüll erst so richtig los. Ja, mit zwei, zweieinhalb Jahren, da ist die Trotzphase voll im Gange. Ich nenne sie ja auch die „Bitte gebt mir Baldrian-Phase“. Und jede Mutter und jeder Vater fragt sich innerlich die Frage aller Fragen:

Wie lange dauert die Trotzphase eigentlich?

Damit wurden schon ganze Ratgeber gefüllt. Das Problem, wenn ein Trotzki (Kind in der Trotzphase) mitten drinnen in seinem Wutanfall ist, dass sich die Zwillinge und Geschwisterkinder mit ihren kleinen Stimmen gegenseitig anfeuern. Aufputschen. Ermutigen. Erst so richtig in Fahrt kommen. Man glaubt sie sprechen sich in irgendeiner Weise ab. Oder sind es zwischen den beiden auch nur tiefe, innige Blicke der Verständigung?

Ich blieb wie immer in diesen Situationen ruhig. Ich bot Essen, Trinken und Spielzeug an. Ich tanzte auf einem Bein und gab eine CD mit Kinderliedern in die Stereoanlage. Schließlich setzte ich das Nudelsieb als Hut auf meinen Kopf auf. Sonst ist das immer ein absoluter Bringer – aber dieses Mal: Nichts. Nada. Niente. Kein Grinser. Nur viereckige Münder und schlimme Schnuten.

Als ich dann nach zirka 15 Minuten Stereo-Dauergebrüll immer noch ratlos war, packte ich meine Spaßbären vor den Fernseher und ging duschen. Die drei Minuten Ruhe fühlten sich an wie ein ganzer Wellnesstag im Fünf-Sterne-Hotel. Mein schlechtes Gewissen spülte ich den Abfluss herab. Und als ich tiefenentspannt wieder die Treppe nach unten ging, schlummerten die beiden mit einem süßen Engelsgesicht, fest aneinandergekuschelt.

Wir lernen:
Brüllen Kinder laut und hell,
gehe duschen aber schnell.

 

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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