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Das Debüt von Christian Hanne ist definitiv lesenswert.

Rezension: „Wenns ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“

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Jede Geschichte über Kindeszeugung hat irgendwie mit Schlaf zu tun. In Fall von Christian Hanne, besser bekannt als das Gesicht hinter dem Blog „Famlienbetrieb“, ist es nicht das Bei- sondern Verschlafen, das eine Kette an Ereignissen in Gang setzt, die in ein Kind namens Judith endet. Oder „Dschudiff“. Je nach Aussprache. Wie auch immer: Im Buch „Wenns ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“, kommen Liebhaber der feinen Klinge und der spitzen Feder voll auf ihre Kosten…


Christian Hanne schildert den Weg von der Idee der Nachwuchszeugung bis hin zu Geburt und den steinigen Weg dazwischen. Mit spitzer Zunge und noch spitzerer Zunge kommentiert er eng an der Grenze zum Zynismus entlang schrammend das ganze Prozedere – vom Schwangerschaftstest bis hin zur Namensfindung, vom zunehmenden Umfang seiner Freundin, der er eine „orcaeske Leibesfülle“ attestiert, bis zum Esoterik-Schwangerschaftskurs, aus dem er beinahe rausgeschmissen wird.

Man kann dem werdenden Vater nicht mangelndes Engagement vorwerfen. Er würde bei der Geburt seine Freundin unterstützen und sogar anfeuern:

„Zum Beispiel zwischen den Wehen: „Eine kommt noch, eine kommt noch nach!“ Oder: „Steh auf, wenn du Wehen hast.“ Und wenn das Kind dann draußen ist, singe ich: „You’ll never sleep alone!“

Andere Frauen beschweren sich da über ihren distanzierten Partner.

Schon zu Beginn der Schwangerschaft zeigt sich sein fast über-väterliches Engagement. Der Einkauf der Schwangerschaftstests wird ganz emanzipiert von ihm übernommen, wobei übermäßiger Einsatz von Vätern noch argwöhnig beäugt wird:

„Kaufe nun täglich neue Schwangerschaftstests. Die Kassiererin in der Drogerie hält mich inzwischen bestimmt für einen Serienschwängerer. Oder einen Vollidioten. Wahrscheinlich für beides.“

Ein „Wenn ein Junge wird nennen wir ihn Judith“ kann getrost der Ephraim Kishon der Geburtsvorbereitungskurse genannt werden. Es ist ein kurzweiliger Lesespaß für alle, die Kinder haben, kurz davor stehen oder sich nach der Lektüre vielleicht doch noch sterilisieren lassen wollen. Der Kreis der Menschen, denen man dieses Buch NICHT empfehlen kann ist deshalb denkbar klein: selbst die werdenden Großeltern werden noch einmal daran erinnert, wie schlimm das Kinderkriegen damals wirklich war und wie schwierig es heute erst recht ist. Alleine die Auswahl eines sozial verträglichen und feministisch orientierten Namens ist heute noch komplizierter. „Judith“ englisch ausgesprochen als Reminiszenz an die feministische Philosophin Judith Butler oder doch Karl. Oder Kurt. Oder Kevin. Oder Christian II.

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Nach Ende der Lektüre fragt man sich genau genommen drei Sachen:
1) Warum hat die Freundin ihn nach dem Neologismus „ORKAESK“ doch noch geheiratet?
2) Wer war das bumsende Pärchen aus Kapitel sieben?
3) Wann kommt das nächste Buch über Schlamassel in Kindergarten und Volksschule?

Fazit: Absolut empfehlenswert und wirlich witzig!

Ich würde ja jetzt gerne mein Rezensionsexemplar des Buches verlosen, leider habe ich aber eine einmalige Widmung drinnen.

 

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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