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Staubsaugen oder aufessen? Die Fünf-Sekunden-Regel

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Irgendwann muss man Entscheidungen treffen. Grundsatzentscheidungen. Zum Beispiel: Holt man den Staubsauger aus dem Keller, oder isst man einfach das angelutschte Keksstück, das da gerade auf den Teppich gefallen ist? Ich habe mich für letzteres entschieden. Und dafür gibt es einen guten Grund…

Einige Dinge leiden an chronischer Fallsucht: Streichwurstbrotstückchen, Marmeladenstullen, angebissene Biskotten, Eiswaffelbrösel und nicht zu vergessen aus-dem-Mittagessen-fein-säuberlich-herausgepickte-Gemüsestückchen. Dieses Potpurri an Lebensmitteln liegen dann nach jeder (Zwischen-)Mahlzeit am Boden. Kater Mister Spock bleibt völlig gelassen und würdigt die Speisen mittlerweile keines Blickes mehr, zieht sich in den ersten Stock zurück und pinkelt in mein Bett (das ist aber eine andere Geschichte…).

Als Mutter des Jahres habe ich bisher stets gleich gehandelt: Stücke einsammeln, Staubsauger holen, Kinder verjagen und saugen… Doch kürzlich las ich etwas Wissenschaftliches, das mein Leben schlagartig veränderte: Die fünf Sekunden Regel wurde von Forschern der Aston University bestätigt. Und da sowohl meine Scham– wie auch meine Ekelgrenze seit der Geburt der Kinder drastisch verschoben ist, halte ich mich nun an dieses Ergebnis neuester Wissenschaft.

Die  fünf Sekunden Regel besagt nämlich folgendes: Wenn ein Lebensmittel, etwa ein Streichwurstbrötchen, auf den Boden fällt und innerhalb von fünf Sekunden aufgehoben wird, so kann man die Nahrungsaufnahme bedenkenlos fortsetzen. Bakterien konnten sich in der kurzen Zeit nämlich nicht festsetzen. Auch nicht an der klebrigen Wurst. Je länger allerdings ein Lebensmittel am Boden liegt, desto mehr Bakterien sind darauf zu finden – das ist dann natnürlich auch irgendwie logisch.

Die britischen Mikrobiologen haben in ihren aktuellen Untersuchungen jedoch Unterschiede festgestellt, je nach dem, auf welchen Boden das Essen fiel. Das erstaunliche Ergebnis: Auf einer sauber scheinende Fliese leben sehr viel mehr Bakterien als in einem Teppich. Das Brot war dementsprechend mehr verseucht.

An dieser Stelle wäre ein Optik-Test interessant gewesen, denn wie appetitlich ein Marmeladenbrot garniert mit Teppich-Flusen aussieht (und sich dann im Mund anfühlt), haben die Forscher nicht mehr untersucht.

Aber ich – und ich werde euch auf dem Laufenden halten…. ;)