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Blogs sind etwas für gelangweilte Hausfrauen

Ich liebe Katharina Rohlfing! Sie ist zum Schreien komisch – und ihr Blog trägt den Namen „Keine Sau liest meinen Blog“, was natürlich nicht stimmt, weil er ja so witzig geschrieben ist! Heute bloggt sie zu Gast auf „Einer schreit immer“ und stellt auch noch ihr neues Buch vor. Meine Empfehlung: KAUFEN! 

Kürzlich hat meine Coautorin Susi Sunkist eine kurze Posse über das Bloggen und die Reaktion eines pubertierenden Teenies darauf geschrieben. Daraufhin zitierte eine Leserin Ihre Tochter zu dem Thema: “ Das ist voll peinlich. Nur alte Frauen die glauben junggeblieben zu sein bloggen!!!!!“  Das erschütterte mich sehr und warf bei mir die Frage auf: Sind Blogs etwas für gelangweilte Hausfrauen?

Und hier meine Antwort, für die ich lange mit mir und meiner Motivation, einen Blog zu betreiben, ins Gericht gegangen bin: Ja, ich denke schon. Blogs sind etwas für gelangweilte Hausfrauen. Und zwar geht es nicht darum, dass man „Zeit übrig hat“, mit der man nichts anzufangen weiß. Du, liebe Anni als Zwillingsmutti, wirst genau wie ich als Dreifachmami nachvollziehen können, dass man nie „Zeit übrig hat“. Am Ende des Tages bleibt immer was liegen. „Oh, Gott, ich hab vergessen, dem Kleinen die Zähne nachzuputzen!“, „Das Auto müsste mal wieder in die Waschstraße!“, „Ich komm nach Hause, und die Heinzelmännchen haben immer noch nicht den Rasen gemäht, wofür lebe ich denn bei Köln?“

Aber viele dieser Tätigkeiten hinterlassen dann doch einen Funken Langeweile im Kopf, der gerne durch kreatives Schaffen gefüllt werden möchte. Und damit meine ich nicht: Kinderzimmer streichen, den Weg in den Kindergarten in Schallgeschwindigkeit schaffen oder die tollsten Sonderangebote im Discounter suchen.
Als krasser Gegensatz zu dieser Langeweile steht dann doch dieser unglaubliche Batzen an lustigen, schönen, wundervollen und skurrilen Erlebnissen, den man als Mama mit Familie so mitbekommt. Und als Ventil eignet sich das Schreiben ungemein. Man muss ja auch nicht lange nach einem Thema suchen. Man schreibt einfach auf, was in den letzten Tagen so passiert ist. Nackte Kinder auf dem Trampolin, unglaubliche Einkaufserlebnisse , Versprecher beim allabendlichen *Wiewardeintaggespräch*. Und da ich keinen Anspruch auf Wahrheit in meinem Blog habe, kann ich einige Erlebnisse auch so stark überziehen, dass sie nur noch wenig mit dem zu tun haben, was mir wirklich passiert ist. Aber einen kleinen Fitzel Wahrheit enthält wohl jede Geschichte. Und so hoffe ich, dass ich auch noch in vielen Jahren bloggen kann, und somit vielleicht eine gelangweilte Omi werde, die bloggt. Oder, wenn ich ganz großes Glück habe, eine gelangweilte Uromi, die bloggt.

Jetzt hat das mediale Herumtreiberleben ja einen großen Vorteil: Man kann es vielleicht später noch mal beruflich verwursten. Und da will man ja nicht nur wissen, was geht, sondern man möchte gerne wissen, was sonst noch geht. Und als ich dann auch noch mit meiner Mutter folgendes Gespräch führte, fuhr der Blitz vom Himmel und traf mich, wie der Schlag:

Mutter: Alle erzählen mir immer von Deinem Blog. Sogar Deine Cousine hat ihn im Urlaub ganz durchgelesen. Worum geht es denn da eigentlich und WAS IST EIN BLOG?
Ich: Ach, ich schreib so über dies und das, über meine Familie, was mir so passiert, über Mettbowlen, teste einige Produkte und so.
Mutter: Auch über mich?
Ich: Manchmal…
Mutter: Was denn so? Wo kann ich das denn lesen?
Ich: Im Internet.
Mutter: Druck mir das aus!

Hm. Nun verhält WordPress sich nicht gerade geschmeidig in Bezug auf „Druck mal aus“.

Also dachte ich mir, dass ich ein muttikompatibles Format finden müsse, damit Mutti mal meinen Blog lesen kann. Wenn man Siri fragt: „Wie kann meine Mutter meinen Blog lesen?“ wirft sie als erste drei Treffer: amazon selfpublishing, neobooks  und „Entschuldige, Tinka, ich habe Dich nicht verstanden raus.“

Ah. Ein eBook. Was für eine schöne Idee. Ja, das wollte ich machen. Nachdem ich also in der irrigen Annahme, meine Mutter würde sich über ein Kindle mit meinem Blog darauf freuen, habe ich also zahllose Stunden in die Erprobung der beiden Plattformen amazon und neobooks gesteckt. Ersteres war wahnsinnig kompliziert und die Hilfestellung für den Autoren dürftig bis gar nicht vorhanden. Ich sah mich nicht in der Lage, die Vertragspapiere und die Ausführungen zum Amerikanischen Steuergesetz zu lesen, oder gar noch zu verstehen. Zudem ist es untersagt, Teile des Werkes anderswo zu veröffentlichen. Dann hätte zwar meine Mutter, aber sonst niemand mehr meinen Blog lesen können. Das hatte ich mir anders vorgestellt.
So bin ich dann bei neobooks gelandet. Hier ist es ganz einfach, ein Buch zu veröffentlichen. Das Neobooks-Team ist kompetent, freundlich und hilfsbereit. Keine Woche Arbeit und: Voila! Mein erstes eigenes Buch war fertig.
Der Vertrieb wird komplett von neobooks übernommen. Die stellen es dann in etlichen Buchshops ein und geben einem gute Tipps für Werbung und Marketing. Da ja aber jeder auf meinem Blog die Einträge nachlesen kann, hab ich auf jegliche Marketingaktion verzichtet. Und meiner Mutter hab ich den Blog dann zu guter Letzt doch ausgedruckt, weil sie mit sowas Neumodischem wie einem elektrischen Buch nichts anfangen kann. Und so beläuft sich die aktuelle Absatzzahl meines Buches auf sage und schreibe 6 (in Worten „sechs“) Stück. Aber so hab ich zumindest schon mal ein Buch veröffentlicht.

Und ja! Ich sage DER Blog. Und alle meine Freunde auch. Und Angela Merkel bestimmt auch. Und die hat immer recht.

2 comments

  1. Tatsächlich habe ich selbst das Gefühl, dass immer mehr Damen im Internet egal um was es geht Bloggen 😀

  1. Pingback: Fremdgebloggt | Keine Sau liest meinen Blog

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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