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GASTBEITRAG: Zwillingsmama Emma und ihre Mädels

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Zwillingsmama Emma mit ihren Mädels.

Ab heute bloggen hier auch immer wieder Gast-Zwillingsmamas – heute möchte ich euch Emma vorstellen. Sie ist Mutter von zwei wundervollen Mädchen und schreibt heute ihren ersten Beitrag bei „Einer schreit immer“ wie alles begann…

Von Gast-Bloggerin Emma

Hallo einmal – ich möchte hier erst mal meine Familie ein wenig vorstellen: Dazu gehören mein Mann, 27 Jahre alt, meine Wenigkeit Emma, 25 Jahre alt und unsere beiden Chaoshummeln, am 25.9. 2015 neun Monate alt.

Alles begann im Oktober 2013.

Wir beschlossen die Pille abzusetzen und es drauf ankommen zu lassen. Kurze Zeit später blieb dann tatsächlich meine Periode aus….Himmel, ich bin SCHWANGER! Okay, mein Mann bestellte sofort zwei Tests, „sicher ist schließlich sicher“ meinte er. Mir war es eigentlich sofort klar, schließlich schmeckte mir mein morgendlicher Kaffee nicht mehr, das konnte gar nichts anderes zu bedeuten haben. Als die Tests dann da waren wurde der eine natürlich sofort gemacht und als hätte ich es nicht schon gewusst, war dieser ruck zuck positiv. Selbstverständlich habe ich am nächsten Morgen direkt den zweiten auch noch gemacht, sicher ist schließlich sicher…als dann auch dieser in Windeseile positiv anzeigte, vereinbarte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin. Ich hatte diese gerade vor einigen Wochen gewechselt und war dann direkt schwanger, ihr Blick war sehr amüsiert.

Nun gut, ab zur Untersuchung. Nach kurzem gucken, tasten, schweigen bestätigte sie uns dann die Schwangerschaft und gab uns das erste Ultraschallbild unseres Zwerges mit. Unser Baby, unser Kind. Alle waren völlig aus dem Häuschen und freuten sich mit uns. Auch bei der nächsten Untersuchung war alles prima und super entwickelt. Und dann kam sie, die dritte Untersuchung. Nichts Böses ahnend und voller Vorfreunde unseren Zwerg zu sehen gingen wir zum Arzt. Dort angekommen gingen wir ins Behandlungszimmer und ich legte mich auf die Liege zum Ultraschall. Während der vorherigen Untersuchungen ließ uns die Ärztin immer daran teilhaben und erklärte uns, was dort auf dem Monitor zu sehen war. Ich muss dazu sagen, dass sie nie eine Frau der vielen Worte war, ganz davon abgesehen, dass sie von der Geschwindigkeit her maximal 20 Worte in der Minute schaffte. Nur war diesmal etwas anders. Sie sagte nichts, aber absolut garnichts! Um irgendetwas aus ihr heraus zu bekommen scherzten wir und versuchten durch die Blume zu erfahren, was denn los sei.

Überraschung: Da ist ja noch ein Kind! 

Dann irgendwann sagte sie, sie müsse da noch einmal genauer schauen und bat mich, mich unten herum frei zu machen und auf dem Stuhl Platz zu nehmen. Gesagt, getan….voller Angst, dass etwas mit unserem Kind nicht in Ordnung war. Dann, ganz plötzlich und unerwartet fand sie ihre Sprache wieder. „Ich weiß garnicht wie ich es Ihnen sagen soll.“ „Das ist mir so auch noch nie passiert.“ „Ich weiß wirklich nicht wie ich es Ihnen sagen soll…“ (Gefühlt hat sie für diese Sätze fünf Minuten gebraucht. Die schrecklichsten fünf Minuten meines Lebens!) „Es sind…..zwei!“

Mein Mann konnte nur von Glück reden, dass ein Schrank hinter ihm stand, an dem er sich festhalten konnte und ich war heilfroh, dass ich sowieso schon auf diesem blöden Stuhl lag…. ZWILLINGE …. Ich?? Das kann ich nicht, das schaffe ich nicht…niemals. Als der erste Schock dann bei uns, unserer Familie und unseren Freunden verdaut war, freuten wir uns riesig auf die beiden. Und als sich dann noch herausstellte, es würden zwei Mädchen werden, war mein Mann im siebten Himmel. Er wünschte sich immer ein Mädchen…nun bekam er gleich zwei.

Meine gesamte Schwangerschaft war wirklich ein Traum. Keine Übelkeit, keine dicken Füße, keine Gelüste. Im siebten Monat sind wir dann noch von einer Wohnung in ein Einfamilienhaus umgezogen, in dem mein Mann ein echtes Mädchenparadies im Kinderzimmer errichtet hat. Am 02.08.2014 wurde dann geheiratet und am 09.09.2014 in meinen 25. Geburtstag reingefeiert. Ganz vorbildlich mit Himbeerblättertee natürlich! Am 24.09. kam ich dann auf meinen Wunsch ins Krankenhaus, da am 25.09. die Geburt, nach 39 Wochen Schwangerschaftswochen, eingeleitet wurde. Die letzte Nacht als unabhängige 25-Jährige war sehr emotional. Am nächsten Tag würde ich Mutter werden….Mutter….ich….Zwillinge…HILFE…!!!

Ein Traum: Eine Geburt wie man sie sich wünscht… 

Die Einleitung und die Geburt waren toll. Ja genau, toll! Ich würde es jederzeit wieder so machen. Morgens um 9.00 Uhr wurde mir der Wehentropf gelegt, welcher wirklich gute Arbeit leistete. Um 13.15 Uhr wurde mir dann die Fruchtblase geöffnet und um 15.15 Uhr die schmerzerlösende PDA gelegt. Danach ging es mir bestens. Die Hebamme und die Hebammenschülerin hatten alle Hände voll zu tun die beiden einzufangen und ein vernünftiges CTG zu schreiben. Zwischenzeitlich bin ich dann noch eingeschlafen und mein Mann konnte in aller Ruhe essen gehen. Gegen 18.00 Uhr war dann der Muttermund geöffnet, sodass es losgehen konnte. „Wir müssen jetzt anfangen zu üben!“ Halt, nein….das geht nicht! Mein Mann ist noch nicht wieder da, die Kinder können jetzt noch nicht kommen! „Emma, wenn Sie jetzt eine Wehe spüren, dann müssen Sie anfangen zu pressen!“

Bitte??? Nein, das geht mir zu schnell, ich kann die Kinder jetzt nicht bekommen!!! Wartet mal, stopp! Bin ich soweit? MUTTER zu werden?? Gibt es einen Weg zurück….HIMMEL NEIN!!! Genau in diesem Moment kam mein Mann zurück in den Kreißsaal und ich habe gepresst was das Zeug hält.

Da ist sie, mein Baby, mein Kind, meine Einserhummel. Um 18.26 Uhr bin ich Mama geworden von diesem kleinen, bezaubernden Minimenschen. Natürlich hatte die kleine Fressraupe sofort Hunger und wurde an die Brust angelegt. Währenddessen wurde ein Ultraschall gemacht um zu sehen, ob Lina richtig ins Becken rutscht. Genau das tat sie. „Spüren Sie noch Wehen?“ Das tat ich! „Ja dann geben Sie nochmal alles, da ist schließlich noch jemand mehr drin“ Nach zwei weiteren Wehen, um 18.36 Uhr erblickte sie das Licht der Welt. Mein Baby, mein Kind, meine Zweierhummel.

Nachdem beide versorgt wurden und Hummel Nummer zwei noch ein bisschen die Wärme des Wärmebettchens genießen durfte, ging es ab mit Mama und Papa aufs Zimmer, kuscheln. Da waren sie tatsächlich, meine Babys, meine Kinder. Unfassbar klein, unfassbar süß, unfassbar unfassbar. Die restliche Zeit im Krankenhaus verlief angenehm. Nach vier Tagen des Stillens habe ich es aufgegeben. Die beiden wurden leider einfach nicht satt und nahmen ziemlich schnell ab. Nach acht Tagen war es dann soweit, ab nach Hause.

Die erste Zeit haben die beiden viel und auch gut geschlafen. Ich habe es nie für möglich gehalten, aber die erste Zeit drehte sich bei den beiden alles um essen und schlafen, essen und schlafen, essen und schlafen….herrlich. Nur wurde es dann irgendwann irgendwie mit dem schlafen immer schwieriger und anstatt zu schlafen wurde geweint…nein, geschrien….nein, eigentlich wurde gebrüllt, ja es wurde gebrüllt, vom allerfeinsten. Die Nächte wurden zum Tag gemacht und an Schlaf war nicht zu denken. Zudem hatte ich plötzlich unwahrscheinlich viel Wäsche, Abwasch und Chaos. Kurzum, ich war hoffnungslos überfordert.

Ein Albtraum: Die ersten Wochen zu Hause

Es blieb alles, aber auch wirklich alles liegen. Es drehte sich ALLES um die Kinder. Ich habe nicht geduscht, ich habe nicht gegessen, ich habe nicht geschlafen. Ich wäre der perfekte Kandidat für einen Zombie Horrorfilm gewesen! Augenringe bis zu den Knien, fettige Haare und seit Tagen (oder waren es Wochen?!) dieselben Klamotten an. Ich war verzweifelt und deprimiert! „Ohje, du siehst aber fertig aus. Also meine kleine ist ja so lieb, die weint nie und schläft durch seit sie zwei Wochen alt ist“ Ja prima, herzlichen Glückwunsch. Dann bringe ich dir meine für eine Woche. Vielleicht freust du dich zukünftig im Stillen darüber und knallst einer übermüdeten Mutter diesen Satz kein zweites Mal an den Kopf?! Soll das nun mein Leben sein? Dauergebrüll, ständig volle Windeln, Dauergebrüll, vollgekotzte Klamotten, Dauergebrüll, endlos viele „gutgemeinte“ Ratschläge, Dauergebrüll, Fläschchen machen, Dauergebrüll, schlaflose Nächte mit endlosem Dauergebrüll….?? Ein genaues Tagesprotokoll gibt es morgen zu lesen…

Nein, das kann doch nicht das Leben sein. Panik machte sich breit. Geht das jetzt immer so? Ist das der Anfang vom Rest meines Lebens? Bedeutet es das, Mutter zu sein? Nein, das will ich so nicht. Nein, ich kann es so nicht. Nein, das schaffe ich so nicht. Ich will mein altes, unbeschwertes Leben zurück! Jetzt! Auf der Stelle. Sucht jemand noch ein Baby oder besser gesagt gleich zwei??

Aber dann, nach wirklich sehr, sehr anstrengenden fünf Monaten (von wegen nach drei Monaten wird alles besser) kann ich nun mittlerweile sagen, es wird besser. Tatsächlich! Mittlerweile ist es das allerschönste, immer noch wirklich stressigste und chaotischste Leben, das ich mir vorstellen kann.
Aber, ich liebe es! Ja, das tue ich wirklich.

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich von ganzem Herzen bei meiner wirklich tollen Familie bedanken, die immer zur Stelle war und uns immer den Rücken gestärkt hat. Ich weiß nicht wo wir heute wären hätten wir euch nicht gehabt. D A N K E.

4 comments

  1. Oh, ich kann so sehr mitfühlen, ich habe alles fast genauso erlebt (bei mir war es jedoch ein ks, 1Monat später und 2Buben ..haha)…du hast echt total süsse zwei mädls!! Du kannst echt stolz sein!!!! Abenteuer zwillinge …. was besonderes … später können wir sagen … yes, wir habens geschafft!!! :))))) Alles Liebe dir, deinen mädls und deiner familie! <3

  2. Oh, ich kann so sehr mitfühlen, ich habe alles fast genauso erlebt (bei mir war es jedoch ein ks, 1Monat später und 2Buben ..haha)…du hast echt total süsse zwei mädls!! Du kannst echt stolz sein!!!! Abenteuer zwillinge …. was besonderes … später können wir sagen … yes, wir habens geschafft!!! :))))) Alles Liebe dir, deinen mädls und deiner familie! <3

  3. Danke für deinen tollen und schonungslosen Bericht! Meine zwei sind gerade 3 Wochen alt und ich bin auch gerade an dem Punkt, dass ich sie am liebsten umtauschen möchte! Tut gut zu hören, dass es nicht nur mir so geht… 😉

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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