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Keine Zeit für Energiefresser mehr…

Ich lebe in meiner eigenen kleinen, heilen Welt. Da wird gespielt und getobt, gekuschelt und gelesen, dort sitzen wir in Räuberhöhlen und gucken den Erdbeeren beim Wachsen zu. Kurzum: Dort kennt man uns. Dort schätzt man uns. Und dort ist es mitunter wirklich sehr lustig. Denn ganz nach Pipi Langstrumpf leben wir hier nach dem Motto: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“

Denn es gibt da einige Dinge da draußen, die mich wirklich nerven: Zum einen sind das Menschen, die im Sportwagen auf Kinderparkplätzen parken. Zum anderen ist es das sinnlose Gelabere über Wetter und gekränkte Egos. Und dann gibt’s natürlich noch Leute die ihren Job nicht ordentlich machen und ich dadurch einen enormen Mehraufwand habe. Achja, auch das übertriebene Diskutieren ohne Ergebnis bei Konferenzen finde ich sehr mühsam. Und am schlimmsten ist das Lästern über Menschen oder Kinder (!!!!).

Kinder? Jawohl! Sogar das gibt es! Dass das Denunzieren auf einem ganz neuen Level angekommen ist, zeigt uns ja tagtäglich das Internet. Kürzlich geschah aber etwas wahrhaft Unglaubliches. Ich sprach mit ein paar Müttern, als sich plötzlich eine davon sich über ein Kind ausließ: „Also der kleine XY benimmt sich ja furchtbar. Aber mein Sohn, ja der….“ Ich will das hier gar nicht wiederholen. Aus Gründen. Denn dieses ständige Vergleichen, dieser Konkurrenzkampf, der schon in der Sandkiste beginnt. „Mein Kind kann…“ Dieses ewige Normieren nach Tabellen geht mir gehörig auf den Senkel. Man kann mitspielen, muss aber nicht.

Ich wandte mich also von der Mutter ab und meinen Kindern zu. Ich habe nämlich schlichtweg keine Zeit mehr für Energiefresser, hohle Phrasen oder  besserwissende Lästerschwestern. Und um es ein weniger auf den Punkt zu bringen: Ich habe in Wirklichkeit auch keine Lust dazu und mache mein eigenes Ding. Das klingt abgehoben? Ist es nicht. Neulich habe ich zu dem Thema etwas ziemlich Kluges gelesen. Und zwar ein Zitat der wunderbaren Schauspielerin Meryl Streep. Die zitiert nämlich sehr treffend:

Ich habe keine Geduld mehr für bestimmte Dinge. Nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach nur, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, an dem ich keine Zeit mehr mit dem, was mir missfällt oder mir wehtut, verschwenden will.

Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, für übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art. Ich habe den Willen verloren, denen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben die mich nicht lieben und die anzulächeln, die mich nicht anlachen wollen. Ich verschwende keine einzige Minute mehr an die, die lügen und manipulieren. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei, Unehrlichkeit und billigem Lob zu koexistieren.

Ich toleriere weder selektive Gelehrsamkeit noch akademische Arroganz. Ich werde mich auch nie an den so beliebten Klatsch gewöhnen. Ich hasse Konflikte und Vergleiche. Ich glaube an eine Welt der Gegensätze und darum vermeide ich Menschen mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten. In Freundschaften mag ich Mangel an Loyalität und Verrat nicht. Ich komme nicht klar mit solchen, die keine Komplimente oder ein Wort der Ermutigung geben können. Übertreibungen langweilen mich und ich habe Schwierigkeiten Menschen zu akzeptieren die keine Tiere mögen. Und obendrein habe ich keine Geduld für alle, die meine Geduld nicht verdienen.“

(Urheber: José Micard Teixeira)

Bäm! Da hats geknallt. Es gibt also mehrere Menschen die so denken wie ich.

Das Mama-Leben ist wunderschön, aber auch fordernd. Gerade mit Zwillingen hat man beide Hände voll zu tun. Und genau das ist doch der Punkt: Wir Eltern tun alle was wir können. Wenn es nicht besser geht, dann eben weil nicht mehr Ressourcen zur Verfügung stehen. Man will man seinen Nachwuchs schützen: Schützen vor der Welt da draußen, dass ihnen etwas zustoßen kann, dass sie verletzt werden. Egal ob mit Worten oder Taten.

Für ein Miteinander! Für mehr Toleranz! Für mehr Verständnis! Für mehr Menschlichkeit. Für unsere Kinder!

Danke!

 

 

 

9 comments

  1. Wunderbar geschrieben und sooo wahr!

  2. So ist es. Manchmal kostet es ein bisschen kraft, die Energiefresser aus dem Leben zu verbannen, aber es hilft 🙂

  3. Wahre Worte!! Toxische Personen braucht kein Mensch!! Und im Grunde hat man nichts verloren wenn man sich von Ihnen trennt…nein denn es macht Platz für wirklich wichtiges!!
    Herzliche Grüße

  4. Liebe Anne, danke für deine Worte. Absolut richtig. Allerdings koste mich ein Lächeln für Personen die mir eigentlich den Buckel runter rutschen können dann auch nichts. Ich bleibe höflich und gleichzeitig distanziert. Jeder muss seinen Weg gehen und das mache ich gerade. Liebe Grüße, Ella

    • einerschreitimmer

      Hi liebe Ella,
      hehe – sehe ich auch so. Mein Weg, meine Regeln. Schön, wenn man an einem Punkt im Leben angekommen ist, wo man so denkt. Ich bin sehr dankbar dafür!
      VLG

  5. „Um fliegen zu können musst du Dinge (und Menschen) Loslassen, die dich nach unten ziehen“

    Das Zitat von Meryl Streep liebe ich übrigens auch sehr. Und mit deinem Text sprichst du mir aus der Seele! Ich hoffe viele Leute werden ihn lesen und mal darüber nachdenken was im Leben wirklich zählt.

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