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Vitamin D fürs Immunsystem

Tipps zur Stärkung des Immunsystems von (Klein-)Kindern

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Im Herbst, wenn die kältere Jahreszeit und auch der Kindergarten wieder beginnen, startet auch die Erkältungssaison. Husten, Schnupfen, Halsweh und sonstige Viren und Bazillen machen uns dann wieder zu schaffen, wenn sie von einem Kind zum nächsten „hüpfen“. Deshalb haben wir im wunderschönen Hamburg einen Workshop von Aptaclub.at mit  Ökotrophologin Mira Koppert besucht. Mira hat uns verraten, wie wir unsere Kinder und ihr Immunsystem auf das große Abenteuer Leben vorbereiten.

1. Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem

70 Prozent der Immunzellen sitzen im Darm, weshalb eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig ist. Doch was bedeutet eine ausgewogene Ernährung genau? Die Ernährungspyramide zur optimierten Mischkost vom Forschungsinstitut für Kinderernährung kann hierfür als praktische Alltagshilfe dienen. Sie rät Folgendes:

Die optimale Ernährung für Kleinkinder anhand der Ernährumgspyramide

Ernährungspyramide zur optimierten Mischkost
Ernährungspyramide zur optimierten Mischkost

Viele pflanzliche Nahrungsmittel und Vollkornprodukte

  • Die Grundlage der Ernährung sollte aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Kartoffeln bestehen. Von ihnen kann man täglich reichlich essen, denn sie liefern Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Tierische Lebensmittel in Maßen

  • Tierische Lebensmittel stehen auf der zweiten Stufe und sollten mäßig gegessen werden. Fettarmes Fleisch liefert Eisen, Zink und B-Vitamine an Kleinkinder und sollte 2-3 Mal pro Woche serviert werden.
  • Milch und Milchprodukte sollten täglich in drei Portionen zu insges. 300-350 ml gegeben werden.
  • Fisch kommt im optimalen Fall 1-2 Mal auf den Tisch, denn er liefert wichtige Omega-3-Fettsäuren, Jod und Vitamine.

Vitamin D fürs Immunsystem

Selten Süßes und Fettiges

  • Zuletzt und somit ganz oben auf der Pyramide stehen fett- und zuckerreiche Lebensmittel und Getränke. So reichen beispielsweise 1,5 bis 2 Esslöffel Öl oder Butter um den Gesamttagesbedarf eines Kleinkindes zu decken.

 

Wusstet ihr, dass die Ernährung von Kindern vor allem in den ersten 1.000 Tagen besonders wichtig für ihre Entwicklung und ihre Gesundheit ist? Das heißt von Beginn der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag kann man mit der richtigen Ernährung so einiges (z.B. das Immunsystem oder den Stoffwechsel) beeinflussen.

 

Wie viel soll ein (Klein-)Kind essen?

Neben der Vielfalt der Lebensmittel sollen auch die Portionsgrößen für Kinder passen. Denn der Magen eines 1-Jährigen ist viel kleiner als der eines 5-Jährigen oder der eines 10-Jährigen. Hier gilt die Faustregel: Eine Portionsgröße ist die Kinderhand, die ja mit dem Alter mitwächst.

Portion Kinderessen Vitamin D
Eine Portion entspricht einer Kinderhand

2. Früher Kontakt zu Schmutz und Bakterien stärkt das Immunsystem

Kleinkinder graben gerne in der Erde, probieren dann auch mal, wie sie schmeckt und stecken vieles, was sie neu entdecken, in den Mund. Das ist auch gut so, denn mit Schmutz und Bakterien lernt der Körper Krankheitserreger abzuwehren und Toleranz gegenüber Allergieauslösern zu entwickeln. Lasst eure Kinder also mit ruhigem Gewissen gatschen und matschen, denn es macht ihnen Spaß, es fördert ihre Gesundheit und ihr habt ja eine Waschmaschine, die den Dreck wieder beseitigt.

3. Viel Schlaf stärkt das Immunsystem

Weiße Blutkörperchen sind wichtig für unser Abwehrsystem. Sie werden durch ausreichend Schlaf in größeren Mengen gebildet und helfen uns somit Erkältungen zu trotzen.

Die einfachste Methode zur Stärkung des Immunsystems ist bei vielen Kindern allerdings auch die schwierigste. Ich brauche da nur meine Kinder nehmen: Vor allem mein Sohn hat mit 1,5 Jahren aufgehört Mittags zu schlafen und braucht auch heute, mit fünf Jahren, deutlich weniger Schlaf als Kinder im gleichen Alter. Aber das ist eine andere Geschichte… ;-)

4. An der frischen Luft das Immunsystem stärken

Vitamin D ist das Stichwort, wenn es ums Immunsystem geht. Es wird über die Haut durch die Sonnenstrahlen gebildet und hilft dem Körper außerdem noch beim Knochenaufbau. Täglich eine Stunde im Freien sorgt für den Tagesbedarf an Vitamin D. Dies ist im Frühling und Sommer kein Problem. Doch was macht man an Tagen mit wenig Sonnenschein? Kältere Luft, Regen und Schnee im Herbst und Winter helfen zwar bei der Entwicklung der körpereigenen Abwehr, aber der Tagesbedarf an Vitamin D wird durch mangelnde Sonneneinstrahlung nicht gedeckt. Deshalb sollte man den Vitamin D Speicher mit Nahrungsmittel auffüllen: zB mit 50 Stück Champignons oder einigen Avocados oder fettreichem Seefisch. Doch da höre ich jetzt schon meine Kinder laut „IIIIIIhhhhhh“ rufen.

Vitamin D fürs Immunsystem
50 Champignons decken den Tagesbedarf an Vitamin D

Dass nicht nur meine Kinder als Avocado- und Champignons-Gegner einen Vitamin D Mangel haben, zeigt auch eine Studie der Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Viele Kinder sind nicht ausreichend mit Vitamin D und den Nährstoffen Jod und Eisen versorgt und weisen einen extremen Überschuss an Protein auf.

Vitamin D fürs Immunsystem
Nährstoffzufuhr bei Kindern: Viel zu wenig Vitamin D, viel zu viel Protein

 

Kindermilch versorgt Kinder mit Vitamin D

Kindermilch, welche ab einem Jahr empfohlen wird, ist mit Vitaminen, vor allem mit Vitamin D, sowie Jod und Calcium angereichert und trägt somit zu einem gesunden Immunsystem bei. Dies zeigte auch eine Studie bei der 318 Kinder im Alter von 12 bis 36 Monaten teilgenommen haben. Über 20 Wochen bekamen die Hälfte der Kleinkinder Kindermilch, die mit Vitamin D und Eisen angereichert war, und die andere Hälfte normale Kuhmilch. Am Ende des Beobachtungszeitraumes zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit für eine optimale Vitamin D Versorgung, in der Kindermilchgruppe um 78 Prozent höher war als in der Kuhmilchgruppe.

Vitamin D fürs Immunsystem
Prozent der Kinder mit optimalem Vitamin-D-Status

Nicht nur die Studie sondern auch die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder– und Jugendmedizin bestätigte, dass Kindermilch einen Beitrag zur Nährstoffversorgung kann.

 

Übrigens: Die Kindermilch sollte bitte nie im Fläschchen gereicht werden. Verwendet lieber ein Glas oder einen Becher, der für die Kieferform besser ist und die Gefahr von Karies verringert.

 

Achtung auch möglich: Unverträglichkeit von Vitamin D

Die an sich sinnvolle Vitamin-D-Prophylaxe führt bei einigen Säuglingen zu einem Anstieg der Kalziumkonzentration im Blut. Dies kann dazu führen, dass Herz oder Nieren der Kinder verkalken. Einer von 47.000 Säuglingen ist betroffen, somit ist die Krankheit aus medizinischer Sicht nicht selten. Im schlimmsten Fall sterben diese Kinder an Herz- oder Nierenversagen. Die Ursache der idiopathischen infantilen Hyperkalzämie ist ein Fehler im Abbau des Vitamin D. Künstliches Vitamin D kann somit zu einer Vitamin D Vergiftung führen. Natürliches Vitamin D wie etwa durch Sonnenlicht wird allerdings gut vertragen. Da in so gut wie allen Kinderlebensmitteln künstliches Vitamin D enthalten ist, ist es für Eltern von Vitamin D intoleranten Kindern oft schwierig Nahrung für diese Kinder zu finden.

Mehr zum Thema: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46276/IIH-Gentest-fuer-die-Vitamin-D-Vergiftung

 

Milch und Kindermilch bei uns zu Hause

Habt ihr euch schon mal intensiv mit dem Thema Vitamin D beschäftigt? Und habt ihr euren Kindern schon mal Kindermilch zum Trinken gegeben? Ich bisher nicht, aber ich werde es in den kommenden Wochen, wenn es wieder kälter wird, probierten.

Mein Sohn liebt Milch und ich bin gespannt wie ihm die Kindermilch schmecken wird. Meine kleine Tochter (die viel öfter krank ist als er) mag ganz selten nur Joghurt und keine Milch. Sie holt sich die Milchportionen über Käse und Frischkäse. Auf die empfohlene Menge von 300 Milliliter Milch/Milchprodukte kommt sie definitiv nicht, aber ich glaube, dass Kinder intuitiv das essen, was sie vertragen und was für sie gut ist. Außer es geht um Schokolade ;-)

 

Alles Liebe, Lisbeth

Lisbeth

Wer schreibt hier eigentlich?
Lisbeth. Mama von Zweien, Bubenmama und Mädlsmama, Kreativkopf, Dekoverrückte, Naturliebhaberin, Fahrradliebende, Skihaserl, Naturmädl und Sandkastenfreundin. DIY-Beiträge von mir findest du HIER.  

4 comments

  1. Hallo Lisbeth, Vielen Dank für den aufschlussreichen Bericht. Wir haben eine Vegetarier Tochter bei uns im Hause und da denkt man, dass man sie nicht immer ausreichend versorgt. Milch gibt es bei uns täglich. Allerdings müssen wir auf Omega 3 achten, ist mir in diesem Bericht, mal wieder klar geworden. Vielen Dank dafür :-)
    VLG

    • einerschreitimmer

      Liebe Chrisi, mir wurde bei dem Workshop klar, dass meine Kinder zu viel Wurst essen. Leider sind sie aber nicht sehr Gemüsebegeistert ;-)
      Ich hoffe das kommt wieder
      Viele liebe Grüße! Lisbeth

  2. Es ist total interessant was du hier schreibst. Milch gibt es bei uns eigentlich gar nicht, aber dafür essen meine zwei Kleinen sehr viel Obst und Gemüse. Letztes Jahr war mein Sohn sehr oft krank. Hier habe ich mir Tipps in der https://www.praxis-natur-heilung.at geholt.
    Liebe grüße,
    Susanne

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