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Habt ihr vor am Wochenende in ein Restaurant zu gehen? Ja? Dann macht bitte nicht den gleichen Fehler wie wir...
Habt ihr vor am Wochenende in ein Restaurant zu gehen? Ja? Dann macht bitte nicht den gleichen Fehler wie wir...

Einmal Pumuckl mit Schneewittchen bitte!

 

Warum haben Kindergerichte in Restaurants eigentlich so komische Namen wie: „Pumuckl“ oder „Schneewittchen“? Ich habe kürzlich eines der letzten Geheimnisse der modernen Zeit gelüftet und möchte euch gerne daran Teil haben lassen. Vorab zum besseren Verständnis eine kleine Anekdote:

Wenn der Boden zu Hause sauber bleiben soll, gibt es nur eine Möglichkeit – ein Restaurant zu besuchen. Dort können die Kinder das bestellen, worauf sie Lust haben, sie können sauen was das Zeug hält und im Idealfall gibt es natürlich auch noch eine Spielecke. Doch Eltern und auch Lokalinhaber erleben gerade bei Trotzköpfen oft und gerne ihr blaues Wunder.

Da Kinder bekanntlich Pizza und Pasta lieben, gingen wir mit dem Nachwuchs ins Kleinkind-Schlaraffenland, der Pizzeria des Vertrauens. Dort kennt man uns. Und da Italiener ja bekanntlich sehr kinderlieb sind, schätzt man uns sogar. So spazierte der Nachwuchs ins Lokal und bei der Bestellung wurde schnell klar, wir haben ein mittelschweres bis großesProblem:

„POMMES!“, sagte Kind 1 mit großem Nachdruck.
Und Kind 2 fand das natürlich eine tolle Idee: „Ich will auch Pommes!“

Da es naturgemäß relativ schwierig ist, Pommes in einer Pizzeria zu bekommen, wurde uns schnell bewusst, wir müssen da gegensteuern, sonst hängen bald dunkle Wolken über Venezia.

Ich so: „Du kannst Nudeln haben, Schatz! Oder Pizza. Oder Lasagne vielleicht?“, versuchte ich dem Kind eine Wahlmöglichkeit zu lassen.
Kind so: „POOOOOMMMMES! Ich will POOOOOOOMMMMES!“, schnaubte Kind 1, während bei Zwilling 2 bereits beim Wort „Pommes“ die Augen glasig wurden.

Pommes – what else?

 

Dabei hatten wir uns im Vorfeld doch so bemüht, gewisse Wörter zu vermeiden, die falsche Gelüste wecken könnten. Generell unterhalten mein Mann und ich nur mehr in Buchstabiercodes, um die lieben Kleinen im Unklaren zu lassen. Ein Beispiel gefällig? Bester Ehemann von allen kommt vom Einkaufen heim, ausgestattet mit einer per SMS verfassten Liste, um  am Telefon die Dinge nicht beim Namen nennen zu müssen. Und ich buchstabiere auch schon:

„Hast du P-O-M-M-E-S gekauft?“
„Ja, G-E-R-I-F-F-E-L-T-E.“
„Ge-was?“ „R-I-F-F-F… nein, wart mal. Ähh… Also, die mit den Wellen halt.
„Und außerdem noch P-U-D-D-I-N-G.“ „SCHO-K-O?“
„Nein, ich bin nicht k.o., wieso?“ „Nein, SCH-O-O-KO.“

Da brüllt aus dem Hintergrund äußerst bestimmt eine Kleinkindstimme: „ICH WILL SCHOKOPUDDING!“

„N-A, S-U-P-E-R!“

Alternativ unterhalten sich der beste Ehemann und ich auch auf Englisch oder wir kramen unser Schulfranzösisch raus, um sprachliche Klippen zu umschiffen. Aber gerade wenn es ums Essen geht, kennen die kleinen Lieblinge kein Pardon. Es gibt eben Reizwörter, die ganz stark gefärbte, Emotionen hervorrufen und ein Verlangen, das dem Kind selbst drei Sekunden zuvor noch gänzlich unbekannt und unbewusst war, zu einem brennenden Bedürfnis anwachsen lassen kann.

Seufzend schlagen wir die Speisekarte auf und erkennen mit einem Mal eine der letzten großen Wahrheiten unserer modernen Zeit:

Warum tragen Kindermenüs wohl so seltsam anmutende Namen wie „Pumuckl“ (Spaghetti mit Tomatensauce), „Schneewittchen“ (Hühnernuggets) oder „Die drei kleinen Schweinchen“ (Bratwürstchen)? NATÜRLICH! Damit eben Eltern bestellen können ohne Gefahr zu laufen, dass für die Zeit des Wartens das blanke Chaos ausbricht!

Selbstverständlich kann man auch so wagemutig sein und einfach „Schnitzel mit Pommes“ bestellen, aber nur auf eigene Verantwortung. Bei „Dornröschen mit Goldfäden“ bleibt die Stimmung unter Garantie entspannter. Möglicherweise gibt es im Chinarestaurant deshalb die Zahlen bei den Menüs („Einmal die 78, aber mit 11 statt mit 13“) und die italienischen Pizzen haben deswegen so eigenwillige Namen („Einmal die Don Ciccio, bitte und einmal die Mafiosi!“)…

Wie ist das bei euch? verwendet ihr auch oft Codewörter um gewisse Situationen zu umschiffen? Wir freuen uns über Kommentare! 🙂

Wer schreibt hier eigentlich?

Zwillingsmama, Kinderdompteurin, Geburtstagsveranstalterin, Chaosmanagerin und „Mädchen für eh alles“: Unter dem Netz-Pseudonym Anna Attersee schreibe ich hier über das turbulente Leben mit Kindern – schonungslos ehrlich, denn einer schreit hier bei uns immer…

Ich bin Journalistin, arbeite im Bereich „Irgendwas mit Medien“ und habe den besten Ehemann der Welt geheiratet. Mehr über mich und unsere Familie findest du HIER.

Warum heißt es eigentlich "Pumuckl"-Schnitzel? Wir lösen ein Geheimnis!
Warum heißt es eigentlich „Pumuckl“-Schnitzel? Wir lösen ein Geheimnis!

10 comments

  1. Wir buchstabieren auch oder beschreiben es z.b. Das Halbgefrorene für Eis. Das gleiche wie bei euch mit Pudding, …im Restaurant möchte der eine auch immer Pommes und brüllt es laut das es alle hören ….ich will Pommes. Wir :das heißt ich möchte bitte und etwas leiser Bitte. Das andere Kind probiert alles egal ob Senf, tzasiki oder Salat. Lg Maike mit dreijährigen Zwillingsjungs

  2. Unsere Älteste, damals knappe drei Jahre alt, dekodierte sofort „den Laden mit dem gelben M“ als MC DONALD!!!!!

    • einerschreitimmer

      Hi Tessamo,
      ja – ich fürchte das geht nicht lange gut… Muss wohl noch Latein ausgraben… 😉
      VLG

      • Anstatt mc Donalds wird es bei uns „Restaurant zur goldenen Möwe“ betitelt:-)
        Das buchstabier-wirr-warr und elegante umschreiben,ist bei mir und meinem männe auch schon drin. 🙂

  3. Bei uns gibts das Wort Joghurt nicht mehr, wir nennen es „Pampe“ oder umschreiben es anders „Wollen wir noch ein Nachtisch essen? Dann musst du jetzt noch warten.“

    besonders schlimm ist es aber mit Ihren Schnuffeltüchern. Die heißen einfach Eumis, keine Ahnung woher das mal kam, es war einfach so. das Wort „Eumis“ darf man aber nicht in gegenwart von Rumpel und Räuber nennen, sonst gibts großes Geschrei.
    Daher heißen sie vor den Kids… „Die dessen Name nicht gennt werden darf“ oder „die E’s“ oder auch mal „die Lappen“…

    LG Uli mit Rumpel und Räuber

  4. Ich lebe in Italian und da gibts sogar Pizza mit Pommes. Hat sich in Deutschland zum Glück noch nicht durchgesetzt.

  5. Hi,
    buchstabieren geht leider nicht mehr, da 4. Klasse VS, aber Englisch geht noch durch, wobei wir da vokabelmäßig nicht mehr ganz up to date sind.

    Wobei ich ja das Glück hatte – wobei auch manchmal ziemlich schwierig – dass sie bis vor einem Jahr keine Pommes mochten. DAs Gesicht des Kellners, als ich fragte: „dürfen wir zum Kinderschnitzel statt Pommes Gemüse haben?“ war göttlich!!

  6. Wenn wir uns Mal ohne Kindergschrei eine Pizza gönnen wollen, nutzen wir auch den Buchstabiercode… „Du fährst P I Z Z A holen, ich bring derweil die Jungs (4, 4, 1,5) ins Bett“
    Wenn wir im Auto diskutieren, ob es sinnvoll wäre, vor der letzten Stunde Autofahrt unterwegs zu essen (MC, BK, Döner..) um daheim das Drama mit müden Kindern am Tisch zu umschiffen, kommt der Code „international Speisen“ zum Einsatz 😉
    Klappt noch ganz gut, (auch bei Diskussionen, ob die Kinder sich ein E I S verdient haben) aber ich befürchte, bald werden wie’s wohl auch durchschauen…
    Im allergrößten Notfall, wenn mir gar kein Vergleich o.ä. einfällt, Versuch ich’s mit Englisch – allerdings ist mein Mann da nicht so fit, was dann eher in Laien Theater ausartet!

    Ich finde es immer wieder erfrischend schön, hier aus dem ganz normalen, fastgarnichtverrückten Alltag von anderen (Zwillings)Eltern zu lesen!! 🙂

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Erkenntnisse einer Mutter

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer…

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