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Das Esstisch-Gabel-Teppich-Drama

Wer zwei Kleinkinder zu Hause hat weiß: Gewisse Dinge fallen immer auf den Boden. Murphys-Law besagt: Das Brot landet IMMER und zwar wirklich IMMER mit der Marmeladenseite auf dem Teppich. Außerdem ist es eine Gewissheit, dass gewisse Nahrungsmittel stets ausgespuckt werden – Zucchine etwa. Und Faktum ist: Der Mittagstisch ist nichts für Weicheier – auch nicht bei Dreijährigen. Ein Esstisch-Drama in drei Akten.

Des Dramas erster Akt: Meine Kinder ernähren sich wie ich zu meinen schlimmsten Studentenzeiten. Würden wir jetzt noch Kakao durch Bier ersetzen, dann hätten wir wahrlich ein gröberes Problem. Dabei gebe ich mir größte Mühe beim Kochen: Ich schnippsle Karotten und Gurken wie Jamie Oliver, schäle Äpfel und Birnen und drapiere sie liebevoll zu Figuren am Teller. Weißbrot gibt es sowieso kaum bei uns. Und trotzdem essen die Kinder nur das Ungesunde vom Teller: Sie lecken die Streichwurst vom Brot, löffeln die „Baxeerbsen“ aus der Suppe ohne das darin enthaltene Gemüse auch nur anzurühren. Als neulich Micky fein säuberlich jedes einzelne Stück Karotte aus der Pasta pickte und Mouse Zucchini angewidert auf den Tisch spuckte, war ich mit meinem Latein am Ende. Mitterweile ist es nämlich so, dass die Kinder Fragen nach den Essenswünschen prinzipiell nur mit „Pizza und Nudeln“ beantworten.

Wird vielleicht mal Schriftsteller: die kleine Mouse.
Kann keinen Knigge, wird aber vielleicht mal Schriftsteller: die kleine Mouse.

Was also tun? Ich schummle Tomaten und einzelne Salatblätter in die Sandwiches. Ich verfeinere Obst mit Streichkäse und Gurken mit Streichwurst. Außerdem verstecke ich geriebene Äpfel im Joghurt: „Das ist ein weißer Pudding!“, sage ich dann hinterlistig und feiere meine kleinen Teilerfolge. Denn die Kinder essen zumindest mittlerweile Joghurt.

Kritische Stimmen können jetzt sagen: „Die Geschmacksnerven der Kinder werden ja schon im Mutterleib geprägt. Da hast du dich wohl in der Schwangerschaft ausschließlich von Nutella und Mett ernährt…“ Stimmt aber nicht! Ehrlich! Meine Schwangerschaftsgelüste galten nämlich Vollkornüsli mit Organgensaft und Toffifee. Das ist zwar eine durchaus fragwürdige Kombination, die aber nicht unbedingt ungesund ist. Und weil ich ja bekanntlich mit Zwillingen schwanger war, konnte ich ohnedies kaum etwas essen. Da war nämlich kein Platz mehr im Bauch, weil mein Magen irgendwo in einer Miniecke zwischen Zwerchfell und Milz gedrückt war.

Des Dramas zweiter Akt: Jetzt liegt es natürlich in der Natur der Sache, dass meine Kinder jenes ausgespuckte Essen irgendwo drapieren müssen. Ich bin ja froh, dass sie die abgerutschten Gemüsestücke nicht mehr zurück in Suppe und Sauce werfen – auch das hatten wir eine Zeit lang. Und als ich einmal nicht gleich die Teller verräumt hatte und Papa dann  herzhaft die Reste essen wollte…. Ach lassen wir das, das ist eine andere Geschichte…

Immerhin ist der Teppich mittlerweile ziemlich aus dem Schneider. Ich bezeichnete ihn bis Dato als „Schwarzes Loch“, in dem Essensreste einfach so verschwinden. Doch auch das haben wir nun im Griff. Neu allerdings ist: Die Kinder stecken die angeknabberten Nahrungsmittel derzeit gerne in Hosen- oder Brusttaschen. Das merke ich aber immer erst dann, wenn die Waschmaschine fertig geschleudert hat. Wie es in der Küche aussieht, das muss ich nicht weiter erwähnen, oder?

Des Dramas dritter Akt: Es will ja auch das Trinken gelernt sein. Meine Kinder blubbern derzeit sehr gerne. Das ist anscheinend unglaublich witzig. Und unglaublich schmutzig. Aber hauptsächlich witzig. Gerade wenn die Kinder Wasser trinken und vorher Joghurt gegessen haben, bekommt das Wasser dann so eine milchige Farbe die an einen Cocktail erinnert. ABER SPOLER: Ist keiner!

Wir lernen:
Lernt das Kind gerade essen,
kannst die Ordnung du vergessen.

Wann wurden die Tischmanieren bei euch besser? Ich hatte ja gedacht, dass im Alter von drei Jahren das Essen schon relativ gut geht – ist aber nicht so… Wie sieht es bei euch aus? Postet doch Fotos von euren schlimmsten Mittagstischen!

 

11 comments

  1. Definitiv kann ich sagen, dass sich der Geschmack im Mutterleib nicht prägen lässt. Beim Sohn fraß ich Kistenweise Mandarinen. Die mag er nur sparsam. Nutella aß ich immer in rauen Mengen. Die mag der Sohn manchmal.
    Ich hatte immer Lust auf gesundes Zeug in den Schwangerschaften und der Herr Papa kochte ausgefallene Dinge mit feinen Sößchen. Immer gesund, immer abwechslungsreich und International. Meine Lieblingsküche ist die Marokkanische Küche. Mögen alle drei Kinder nicht.
    Die Jüngste ernährt sich am liebsten von Fleisch und Schokolade. Letzteres kann ich verstehen. Das mit dem Fleisch ist mir ein Rätsel.

    Tja und das Chaos am Tisch…der 5 jährige Sohn macht das ganz gut, aber in Kombination mit der fast 4 Jährigen Schwester gibt es da auch Blubberbläschen Parties und Gehampel mit Kritzeleien. Es kippen Gläser mit Saft um. Oder komische andere Dinge die dazu führen, dass die Teller am Tisch festkleben. Aber so richtig. 😀

  2. ich steh ja voll auf die froschlätze von i*ea, ohne die wären wir echt aufgeschmissen! meine sind 2,5 jahre alt und es geht langsam….

    lg, nuxi

  3. Komischerweise können sie im Kindergarten piekfein essen (so es motorisch für 2,5jährige klappt), aber daheim geht das überhaupt nicht. Und bei Oma werden Sachen gegessen, die sie daheim nicht mal mit dem Allerwertesten angucken.
    Vom Fußboden kann man bei uns auch essen. Gibt sogar ein 4-Gänge-Menü

    • einerschreitimmer

      Das Kindergarten-Phänomen. Ich sollte mal darüber schreiben… Ist nämlich bei uns auch so… 😉

      • 😀
        Da gehen Dinge, das hält man nicht für möglich 😀
        Ruhig am Tisch sitzen, ordentlich essen, sich selber an- und ausziehen….
        Kindergartentüren sind bestimmt Zaubertüren…. Geht man rein, können die kids alles, geht man wieder raus, haben sie alles vergessen 😛

  4. Ja, meine Zwillingsjungs (3 1/2) sind da genauso. Bei uns wird auch immer noch alles gern in die Trinkgläser geworfen…bähhh…

    Richtig deprimierend finde ich es dann, dass ich von anderen ständig höre, wie super die beiden essen…nur zuhause schmeckt scheinbar alles bääääähhhh

    • Oh mein Gott….
      Ich dachte, das mit dem ich-schmeiß-das-essen-ins-trinken gibt sich irgendwann… jetzt muss ich noch 1 Jahr da durch? Hilfe!!!!! Waaaaaaaaah!!!

  5. Oh nein. Meine beiden sind 20 Monate alt. Die Madame ist quasi alles und das erst noch richtig ordentlich, der Herr könnte sich nur von Apfelmus, Orangensaft, Schokolade sowie Brot und Nudeln ohne was ernähren. Ausserdem sortiert er gerne das Essen von einem Schüsselchen in ein anderes oder eben auch ins Trinkglas. Das wird dann auch gerne mal ausgeschüttet, damit man dann anschliessend den Tisch mit dem Ärmel abwischen kann.
    Alles, was nicht unter die o.g. Lebensmittel-Kategorien fällt, wird mit einem verachtenden Blick auf den Boden geworfen oder – im besseren Fall – der Zwillingsschwester angeboten. Und ich hatte die Hoffnung, dass in einem Jahr alles besser ist… Wir bleiben dran.

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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