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Neue Generation von Großeltern

Gastbeitrag: Darf man Hilfe von Großeltern einfordern?

Wie viel Hilfe darf man von Großeltern eigentlich einfordern? Diese Frage wird immer öfter in meinen privaten Mütterrunden und Spielgruppen aufgeworfen. Und so richtig auf einen grünen Zweig kommt man in der Diskussion eigentlich nicht. Denn klar: Großeltern sind KEINE kostenlosen Arbeitskräfte, die selbstverständlich Kinderbetreuungsdienste übernehmen. Sie haben Bedürfnisse und Lebenswege. Aber als Working-Mum wünscht man sich Unterstützung, die man außerhalb der Familie nicht bekommt. Helfende Hände eben. Und die sind – so erlebe ich es zumindest im privaten Umfeld – immer seltener…

Wohin sind die Zeiten, als Großmütter strickten, graue Haare hatten und ihren Enkeln das richtige Ziehen des Apfelstrudels beibrachten? Irgendwie scheint es, als würden so manche Großeltern heute am liebsten per Interrail durch Asien trampen und Prosecco trinkend mit Gleichaltrigen um die Häuser ziehen… Wir sind also an einem Punkt angelangt, wo Eltern und Enkelkinder leise in sich hineinstöhnen: „War früher alles besser?“

Die „Best Ager“ Großeltern 

Die Großeltern von heute sind topfit, gehen ins Fitnesstudio und sind in den besten Jahren. Sie genießen die Unabhängigkeit in ihrer Rente und haben mehr Urlaub als ein durchschnittlicher Student in den Sommerferien. In der Wirtschaft nennt man sie nicht mehr „alt“,  sondern „Best Ager“, die ein eigenes Facebook-Profil haben, eine sehr begehrte Wählergruppe sind und gerne online kaufen. Jetzt könnte man meinen, ich sei neidisch.

Ja – das ist richtig! Bin ich! Also irgendwie zumindest…

Denn die eigenen Eltern sind so gar nicht wie die eigenen Großeltern. Die sind nämlich immer eingesprungen. Damals, da wurde Kinderbetreuung übernommen, Socken gestopft, Knöpfe angenäht und Marmeladen eingekocht. Und heute? Da kommt Oma aus ihrem dreiwöchigen Spanien-Urlaub und bringt statt gehäkelter Tischdecken ein Shirt mit: „My Granny went to Ibiza and all I got was this lousy T-Shirt.“ Und sie erzählt von ihrer netten schwulen Urlaubsbekanntschaft, Martin und Robert, die sie vermutlich bald in Köln besuchen wird…

Da ist gerade viel im Wandel, wie es scheint. Und ich bin überfordert, hetze vom Büro in den Kindergarten und vom Kinderturnen in den Supermarkt. Kein Sicherheitsnetz im Krankheitsfall, wenn eines der Kinder nicht in die Betreuungsstätte gehen kann. Denn Oma hat jetzt keine Zeit, denn Oma ist auf Urlaub. Und wisst ihr, was ich würde mir manchmal wirklich wünschen würde? Dass mir manchmal jemand die Wäsche abnimmt…

 

Wie ist das bei euch? Sind die Urlaubs-Großeltern Einzelfälle? Und wie viel Großeltern darf man eigentlich einfordern? 

 

 

Gastbeitrag

Diesen Gast-Beitrag hat eine liebe Blogger-Kollegin geschrieben. Sie möchte – aus Gründen – anonym bleiben.

 

24 comments

  1. Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde. Danke für den Artikel, liebe Bloggerin. Wir sind eine Familie mit drei Kindern und wären ohne die Großeltern echt aufgeschmissen. Nun habe ich das Glück, dass meine Eltern echt immer für uns da sind und alles tun, um uns Arbeit, Kinder und sogar manchmal Wäsche abzunehmen. Dennoch verstehe ich, was du meinst, denn auch meine Eltern sind oft im Urlaub, mein Papa arbeitet noch und ist hin und wieder auf Geschäftsreise. Dann ist bei uns nicht selten „Land unter“ und ich habe gemerkt, dass ich solche Zeiten besser organisieren muss. Dennoch denke ich, dass die Großeltern alles Recht darauf haben, ihr Leben selbst zu timen und zu takten. Es ist alles eine Frage des gegenseitigen Respekts, finde ich. Wir fragen meine Eltern nicht um Erlaubnis, wenn wir noch ein Kind planen, umziehen wollen oder in den Urlaub möchten. Genau so fragen sie uns nicht, denn jeder darf sein Leben leben, wie er möchte. Aber wir sind trotzdem immer für uns da und versuchen, die anderen jeweils so weit es geht miteinzubeziehen. Mein Papa sagt mir früh Bescheid, wenn er mal wieder drei Wochen weg ist. Dann wird alles komplizierter, aber wir kriegen das hin. Ich finde es toll, wenn meine Eltern ihre Rente genießen. Klasse, dass du das zur Sprache bringst. Ich werde wohl auch was drüber schreiben… Liebe Grüße von Laura

  2. Gerade leider genau mein Thema. Aufgewachsen in einem Mehr-Generationen-Haus, war es in unserer Kindheit (Ostdeutschland) selbstverständlich rund um die Uhr von Oma, Opa und auch Uroma betreut zu werden. Bis hin zu regelmäßigen Urlauben mit den Enkelkindern und regelmäßigen sonntäglichen Mittagessen wurde die Generation meiner Eltern entlastet. Ganz zu schweigen von unzähligen Samstagen, an denen wir Enkel die Eurovisionshymne bei „Verstehen Sie Spaß?“ und Co zusammen mit den Großeltern auf deren Sofa gehört haben. Silvester und andere Partyy inklusive.
    Daher nennen wir hier, nicht ganz ernst gemeint, die Generation unserer Eltern auch die „Spaß-Generation“.
    Andersherum funktioniert dies nun natürlich nicht wirklich – wie im Beitrag oben erwähnt. Was natürlich sehr schade ist – und in Zeiten der „Working-Mums“ fast ausschließlich zu Lasten der Kinder geht. Gründe sind aber – neben gestiegener Lebenserwartung, gestiegenem Lebensstandard und Individualisierung der „Best-Ager“ – vielleicht auch, dass diese eben selbst in „Ihrer Zeit“ relativ wenig mit Ihren eigenen Kindern zusammen waren (Ostdeutschland: Kindergarten Vollzeit – dann Oma – usw)? Und vielleicht daher auch nicht so intuitiv wie die damaligen Großmütter und -väter mit Kindern umgehen können?
    Jedenfalls haben wir hier manchmal das Gefühl wir zahlen dreifach :-) ….. als Kind bei der Oma …. als Eltern allein mit dem Kind ….. und danach: Natürlich die Eltern pflegen :-) …. Wann dürfen wir eigentlich mal Silvester feiern? :-) *dieser Abschnitt bitte ironisch gemeint*

    • Nadja, das sehe ich zu 100% genauso! Bin zwar nicht im Osten aufgewachsen, aber im Grunde war es ähnlich: Meine Eltern haben viel gearbeitet, ich bin sehr viel bei meinen Großeltern gewesen. Und jetzt habe ich einen Sohn, wir haben überlegt in die Nähe meiner Eltern zu ziehen, um etwas Entlastung zu haben. Aber es wird uns immer klarer, dass meine Eltern auch jetzt nicht bereit wären für Kinderbetreuung. Weder früher als Eltern noch jetzt als Großeltern. Früher war Arbeit angesagt und jetzt Ruhestand genießen (feiern, Porsche-Ausfahrten mit Freunden, Urlaube, genießen, genießen, genießen).
      Unsere Generation hat echt die Arschkarte: Als Mutter ist es normal (und oft benötigt oder gewünscht) wieder arbeiten zu gehen und gleichzeitig keinerlei Unterstützung von Eltern oder Schwiegereltern. Also braucht man Kitas, um den Alltag einigermaßen hinzubekommen. Für Freizeit und Paar-sein mit dem Partner bleibt aber keine Zeit.

      • einerschreitimmer

        Hi liebe Nadja!

        Danke für deinen Kommentar! Irgendwie beruhigend, dass ich da nicht ganz alleine bin. Finde es ein bisserl zäh. Es ist natürlich keine Verpflichtung von den Großeltern mal ein einzuspringen. Aber es wäre halt irgendwie praktisch… Wir werden es aber auch so hinkriegen!

        Alles Liebe!
        Anne

  3. Tolles Thema! Ich arbeite wieder Vollzeit seit unser Kind 1,5 Jahre alt ist. Andernfalls hätte ich die Stelle nicht mehr bekommen. Mein Mann arbeitet auch Vollzeit. Meine Eltern, beide eigentlich in der Rente, helfen uns gar nicht. Ich bezahle jemanden dafür um ein paar Stunden in der Woche Unterstützung zu bekommen. Traurig eigentlich. Meine Mutter hat so oft getönt sie wäre gerne Oma. Aber auf einen ihrer Vereine zu verzichten, ihren Spotkurs zu verschieben oder ihre Tierzucht zu reduzieren… soweit soll die omaliebe dann doch nicht gehen. Lieber gerne mal Fotos rumzeigen vom blonden Engel. Oder das Kind mal zum vorführen mit zum kaffeetreff. Das wars dann. Ist bei uns gerade auch wieder ganz aktuell. Man braucht sich nicht wundern, wenn Eltern nach einem Kind kein weiteres bekommen. Alleine kann man es einfach nicht stemmen.

  4. Hey!

    Das Thema hat mich so sehr beschäftigt, dass eigene kurze Gedanken dazu heraus gekommen sind. Ich meine, Omas dürfen ihr Leben so genießen, wie sie wollen. Die Elternpflicht haben sie schließlich erfüllt.

    Hier mein Beitrag. http://karin-futschik.blogspot.de/2017/06/oma-in-der-pflicht.html

    Liebe Grüße
    Karin

  5. Bei unseren Omas und Opas ist es scon zu viel verlangt, abends zwei Stunden auf die zwei Kleinen aufzupassen.
    Letztens wurde uns ernsthaft gesagt, wir müssten einen Babysitter dazu bestellen da die Oma das nicht alleine wolle, von 7-9 Uhr!!!! Wir kriegen von niemandem nur die kleinste Unterstützung. Es ist grauenvoll!!! Kann den Artikwl zu 100% unterschreiben. Mein Vater plus Freundin ist nur im Urlaub, das ganze Jahr.

    • einerschreitimmer

      Hallo liebe Helen,
      ohje – das ist hart. Ich finde das auch immer sehr schade. Aber wir werden es wohl nicht wirklich ändern können. Am meisten hilft es, wenn man sich nicht darüber ärgert – aber so einfach ist das natürlich auch wieder nicht…
      VLG

  6. Ich finde das sehr schade und ich möchte hier auch mal die andere Seite zeigen. Ja, es gibt sie noch, diese tollen Großeltern!! Meine Eltern kümmern sich so liebevoll im meine Tochter! Und das auch noch selbstverständlich und ohne Murren, voller Tatendrang und Freude stehen sie uns zur Seite. Ich bin mit dem Studium fertig gewesen und bekam meine Tochter, jetzt fahre ich jeden Tag eine Stunde zur Arbeit hin, arbeite und fahre eine Stunde zurück, ohne Rückendeckung wäre es nicht möglich! Ja es ist stressig und die Betreuungsfrage entlastet die Situation ungemein. Meine Eltern haben auch ein Leben und auch ein Recht dazu! Sie sprechen Urlaub von sich aus mit mir ab und im Alltag ist die kleine Maus überall dabei, vielleicht sollte ich erwähnen, dass meine Tochter 10 Monate alt ist. Mein Vater ist der Rentner bei uns und meine Mutter geht halbtags arbeiten. Dieses Jahr geht es zusätzlich noch zusammen in den Urlaub, es wird eine tolle Zeit! Und wenn sich jetzt so viele Mütter die Unterstützung wünschen…… Denkt daran wenn eure Kids mal Nachwuchs bekommen :)

  7. Wie immer hat alles seine Vor- und Nachteile, denke ich.
    Als wir im April 2015 unser erstes Kind bekamen, lebten meine Eltern 120 km entfernt. Schwiegermama war Enkel-technisch weitestgehend mit unseren Nichten beschäftigt. Ich habe daher gar nicht erst groß mit Hilfe der Omas gerechnet.
    Es ging alles auch ganz gut, da mein Mann während meiner Elternzeit in Teilzeit gearbeitet hat. Das bedeutete damals gewisse finanzielle Einbußen, war es aber allemal wert! Für uns hat so alles gut gepasst.
    Jetzt wohnen meine Eltern in der Nähe, wir erwarten Kind Nr. 2 und natürlich ist es beruhigend zu wissen, dass meine Mama nun für den Fall der Fälle da wäre. Ich habe bisher auch nicht soooo ein „forderndes“ Kind gehabt, um wirklich auf fremde Hilfe angewiesen gewesen zu sein.
    Da mag es ganz andere Geschichten geben.
    Versteht mich bitte nicht falsch! Natürlich wünschen sich die meisten Eltern an der einen oder anderen Stelle mal Hilfe. Man braucht ein ganzes Dorf… usw.
    Viel zu oft beobachte ich allerdings, dass, wenn die Großeltern tatsächlich helfen sollten, deren Methoden unentwegt bemängelt werden.
    Großeltern gäben zu viel/wenig Süßigkeiten, erlauben zu viel/wenig Medienkonsum, verbringen zu viel/wenig Zeit an der frischen Luft, ziehen zu kalt/warm an, halten zu viel/wenig von Homöopathie, setzen zu viele/wenige Grenzen und zwingen überhaupt ständig ungefragt ihre Meinung auf!
    Selbstverständlich freut man sich über Initiative der Großeltern. Was ich eigentlich sagen will, ist dass das manchmal eben für mehr Unmut als Entlastung sorgen kann weil einige Großeltern einfach nicht bereit sind zumindest zeitweise auf Ihre Marotten zu verzichten bzw. etwas zu tun, wovon sie selber nicht überzeugt sind. Auch wenn die Eltern des Kindes ihre Gründe haben.
    Anstatt Erleichterung im Alltag zu bringen, muss man dann vielmehr ständig diskutieren, mit Nachdruck auf der eigenen Linie bestehen und dergleichen. Wenn man denn Hilfe „einfordert“, kann es sein, dass man gewisse Dinge in Kauf nehmen muss.
    Beispiel: unser Opa raucht. Als einziger in der Familie. Er geht dafür zwar auf die Terasse, wäscht sich danach aber nur dann die Hände, wenn man ihn ermahnt.
    In unserer Gegenwart hält er sich einigermaßen diszipliniert, ich WEIß aber, dass er sich alleine mit Enkel auf dem Spielplatz durchaus eine anstecken kann. Natürlich rede ich mir jedes mal den Mund fusselig. Gefruchtet hat das bisher nicht wirklich. Hilfe kann also auch eine andere Seite der Medallie haben.
    Ich persönlich, sosehr ich sie auch schätze, versuche mir immer zweimal zu überlegen, ob Hilfe durch die Großeltern jetzt wirklich notwendig ist.

  8. Hallo ihr lieben, hier mal eine Oma im Dauerdienst. Auch meine Kinder planen ihren Nachwuchs ohne richtig nach zudecken wie alles weiter geht. Es wird in schichten gearbeitet und wenn es geht brauchen sie mich und meinen Mann noch am Wochenende um sich zu erholen. Eigentlich mache ich es ja gerne aber manchmal würde ich mich schon mal über ein Dankeschön freuen. Ihr lieben Eltern da draußen, denkt mal darüber nach

  9. Mama+Papa+Kind

    WIR haben nur einen Sohn. Und weil man mit Arbeiten (Pflegeberuf), Haushalt und Bedürfnisorientierer Erziehung wirklich genug um die Ohren hat, wird es bei unserem einen Kind bleiben. Er ist zur Zeit in einem Alter, in dem er mich nach Geschwistern fragt… und ich kann nur antworten: dann wäre weniger Mama für dich übrig.
    Die Großeltern arbeiten Vollzeit. Das haben sie schon immer. Es war schon keine Zeit für mich und meine Geschwister übrig, daher lief ich Nachmittags alleine von der Hortbetreuung nach Hause. Irgendwann waren wir alt genug um Schlüsselkinder zu sein. Ich bin damals gleich mit 18 ausgezogen. Meine Eltern sind dann umgezogen.. beruflich bedingt. Natürlich.
    Mein Mann und ich haben uns für ein Kind entschieden. Meine Eltern habe ich aus der Planung ganz rausgelassen. Sie haben da gar kein Mitspracherecht, sie wurden dann informiert als es frohe Kunde gab.
    Meinen Sohn sehen sie an den Familienfesten zu Weihnachten und Ostern und wundern sich, dass er so fremdelt. Mein Bruder und ich wären ja damals immer gerne zur Oma und zum Opa gegangen. Klar, wir haben dort ja auch fast jedes Wochenende als Kleinkinder verbracht. Alle Babyalben sind voll von Fotos mit Oma und Opa. Dort waren wir auch in den Sommerferien.
    Kaum eins mit Mama oder Papa.

    Bei all der Euphorie mal ein paar Stunden für sich zu haben.. ist es denke ich wichtig die Balance zu finden.
    Meine Oma ist über 80 und hat einen super Draht zu unserem Sohn. DAS ist die Generation die sich gekümmert hat. Natürlich hat sie auch gearbeitet. Aber sie war immer gerne da. Und ratet wer eines Tages die Pflege übernehmen wird? Das werde ich sein. Aus Liebe und Dankbarkeit. Sofort. Bei meinen Eltern wäre es vermutlich aus Anstand.
    Auch wir „Working-Mums“ werden uns entscheiden müssen, welche Art von Mama/Oma wir sein wollen/werden.
    Mein Mann geht voll arbeiten und ich halbtags. Dafür haben wir eine kleine Wohnung und nicht jedes Jahr einen Urlaub. Aber ein verdammt glückliches Kind.

    Man sollte unabhängig seinen Weg gehen, sonst ist auch alle Zufriedenheit immer abhängig von…

  10. Hallo,auch wenn der Artikel schon etwas älter ist würde ich noch gerne ein Kommentar dazu abgeben.
    Bei uns ist es so,dass wir leider nur 1mal Oma und Opa haben. Da die zweite Oma leider plötzlich gestorben ist als unser kleiner ein Jahr alt geworden ist. Wir waren und sind immer sehr glücklich wenn Oma Hilfe anbietet,versuchen es aber meist erst ohne Hilfe um niemandem zur Last zu fallen. Oma und Opa arbeiten beide noch Vollzeit,wo es auch einfach schwierig wird. Aber im Notfall und mit längerer Planung hat bislang alles geklappt und beide Seiten sind zufrieden so wie es ist. Und meine Vorrednerin hat recht (oder zwei vorher). Man darf nicht vergessen das das nicht selbstverständlich ist und Oma und Opa auch mal gerne danke hören oder eine andere Aufmerksamkeit:)
    Lg Maike

  11. Hallo ihr Lieben!
    Ich finde es immer beeindruckend,wenn sich Großeltern rührend um die enkel kümmern.Da bin ich auch immer ganz neidisch.Bevor wir Kinder hatten,waren auch bei uns immer alle ganz heiß drauf Oma/Opa zu werden. Mittlerweile hab ich vier Kinder (2 Jungs und 2 Mädchen). Ich liebe meine Kids abgöttisch und bin froh jedes einzelne zu haben. Und ja,alle waren geplant. Die Großeltern engagieren sich eigentlich gar nicht.Beiderseits.etwas gemeinsam unternehmen:aber gerne,so ab und zu,doch nur,wenn wir als Eltern auch dabei sind.Die Male,die meine Kids bei den Großeltern waren kann man an einer Hand abzählen und die Große wird bald 13.als meine Große und der zweite Mal vor einigen Jahren bei meinen Schwiegereltern waren,kam mein Sohn nach drei Stunden mit ner anderen Frisur nach Hause.Von daher bin ich mittlerweile auch nicht mehr ganz so scharf drauf,denn es könnte wieder neue Überraschungen geben.Meine Eltern haben immer viel zu arbeiten.sie kommen nie zur Ruhe und haben daher keine Zeit.Liebevolle Großeltern wären sie aber sicher.Die Schwiegereltern sind immer etwas kühl und scheinen auch nicht das Interesse zu haben.Das ist schade,aber OK.Manchmal steht aber auch mir das Wasser bis zum Hals,die Wäscheberge türmen sich,weil ich nicht zum einräumen komme,der Staub wächst und die Fingerspuren und Kussmünder an den Fensterscheiben zählen schon fast als Fensterdeko.Der Stapel an Nähwäsche und die Krümel auf dem Boden wollen einfach nicht selbst verschwinden.wenn die Kids krank sind,mache alles ich,ich geh zu Ärzten und weiß inzwischen auch bei den meisten medizinischen Notfällen prima selbst bescheid.Auch da brauche ich keinen Rat von den Großeltern.Ihre Kommentare dazu sind wenn dann eher wenig hilfreich und meist auch mit Kritik an mir gespickt (was hat der schon wieder Husten,naja,auf dem letzten geschickten Bild hatte er ja auch keine Hausschuhe ,sondern nur Socken an,klar,dass das Kind dann jetzt wieder krank ist.Und warum ziehst du dem 8.jährigen denn keine Latzhosen an,da stecken sie einfach wärmer drin….)
    Alles in allem kann ich sagen,dass es wunderschön wäre,wenn es funktionieren würde und die Omas und Opas freiwillig und mit Freude Zeit mit den Kindern verbringen würden oder einem Mal lästige Arbeit abnehmen würden.Es einfordern würde ich aber nie,dazu bin ich zu stolz und in der Regel hab ich auch das meiste ganz gut im Griff. Außerdem kann ich es natürlich auch verstehen,dass sie Mal etwas Zeit für sich brauchen.Jetzt wo sie nicht mehr arbeiten müssen und endlich Zeit für alles Aufgeschobene ist oder sie sich zumindest die Zeit freier einteilen können, ist halt wenig Platz für Kinder,die sie sich nicht selbst angeschafft haben.So ist das halt.Ich wünsch zumindest allen Mamis,die da draußen alleine kämpfen und alles schaukeln viel Kraft!

  12. Hallo und vielen Dank für den tollen Artikel. Interessant ist das für die Omas bestimmt auch. Unser Opa ist Immobilienmakler in Lüneburg und die Oma hat viel Zeit. Ich frage sie mal ob dass für sie auch vorstellbar wäre.

  13. Hallo,
    auch wenn der Artikel nicht mehr ganz aktuell ist…bei uns ist das Thema gerade wieder sehr aktuell und deshalb würde ich auch gerne noch ein paar Gedanken dazu verfassen.
    Als wir unser 1. Kind erwartet haben, waren beide werdenden Großelternpaare Feuer und Flamme. Von der Schwiegermama kam auch sofort die Zusage, dass sie auf jeden Fall einen „Oma – Enkel – Nachmittag“ pro Woche plane und mein Vater hat direkt erstmal den Garten umgebaut und mit Sandkasten und Rutsche bestückt, als meine große Maus noch nicht mal krabbeln konnte.
    Und dann?
    Als meine Maus 1 Jahr alt war, wollte die Schwiegermama unbedingt mit ihr zum Kleinkindturnen. Das sollte dann der Oma Nachmittag pro Woche werden. Super, dachte ich. Einmal die Woche nachmittags zwei Stunden kinderfrei. Perfekt.
    Das Ganze ging drei mal…dann wurde ihr das zuviel und ich bin ein Jahr lang regelmäßig mit meiner Tochter zum turnen und hab mich geärgert, dass ich keinen Turnverein bei uns, sondern bei der Oma in der Nähe ausgewählt hatte und dementsprechend immer mit dem Auto fahren musste.
    Als meine Maus zwei Jahre alt wurde, habe ich wieder angefangen in teilzeit zu arbeiten. Wir hatten eine super liebe Tagesmutter gefunden. Knackpunkt, sie betreut nur bis 14:30 Uhr und meine Chefin wollte gerne, dass ich einen langen Bürotag die Woche mache, also bis 16:30 Uhr. Die Schwiegermama bot an, das Enkelkind regelmäßig einmal die Woche von der Tagesmutter abzuholen und dann bis ca. 17 Uhr zu betreuen.
    Das ging ein halbes Jahr gut. Dann wurde es ihr zuviel und ich musste auf der Arbeit alles umschmeißen. Zum Glück wurde ich, als meine Maus 3 Jahre alt wurde, nochmal schwanger, so dass die Überlegungen, wie ich das mit der Arbeit hinkriege absehbar war.
    Ach so, meine Eltern haben übrigens letztlich NIE auf die Enkelkinder (weder die Große, noch den Kleinen) aufgepasst. Wir durften 1. im Monat zum Kaffeetrinken erscheinen und da wurde mir dann erstmal erzählt, was ich alles falsch mache.
    Der Kontakt wurde inzwischen abgebrochen.
    Der Kleine wird jetzt im März zwei Jahre alt, ich gehe seit diesen Monat wieder arbeiten und mein Mann und ich zerreißen uns, damit Arbeit, Kinderbetreuung und Haushalt funktionieren. Die Kinder sind auch nur bis 14:30 Uhr in Betreuung, weil ich ja die Nachmittage bei ihnen sein möchte.
    Mein Mann und ich waren in den letzten beiden Jahren übrigens genau zweimal „aus“. Einmal frühstücken, einmal nachmittags zum Pizzaessen…

    • Es gibt so viele alleinstehende Omas, die nur darauf warten, mal wieder was sinnvolles zu tun, weil sie alleine sind.
      Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit.

  14. Hallo Ihr Lieben,
    ich bin eine Oma, die jederzeit und immer sehr gerne auf Ihre beiden süßen Enkel (Jolina 10 und Vito 2) aufpasst.
    Wie so viele andere Mütter hatte ich nicht das Glück bei meinen Kindern.
    Meine Tochter ist seit kurzem alleinerziehend und gerade jetzt braucht sie Menschen, auf die sie sich 100%ig verlassen kann…
    Ich sehe das auch nicht als Pflicht der Oma, für mich ist das einfach nur selbstverständlich und ich bin dankbar, am Großwerden meiner Enkel teilnehmen zu dürfen.
    Die andere Oma sieht das genauso, so dass wir uns wunderbar ergänzen. Wir sind beide Mitte 50,können also auch die beiden Enkel mal auf Trab halten

  15. Hallo Zusammen!
    Bei uns ist es eher nicht kompliziert – ich Erwarte garnicht von meinen Eltern bzw. den Schwiegereltern das sie sich irgendwie in unsere Familie punkto Kinder einbringen und somit werde ich auch nicht enttäuscht. Meine Eltern reden seit längerem ganz wenig mit uns und ich darf ca. 1 x im Monat auf Besuch kommen mit allen 3 (Twins 2,5 – der kleine 1,5 Jahre). Da freuen sie sich und das wars. Wenn sie mehr machen wollen oder wollen würden wäre es zwar willkommen aber nicht selbstverständlich. Für Abende wo wir ausgehen wollen organisiere ich mir einen Babysitter, Nachbarin, Tante oder andere die Lust drauf haben – natürlich mit Bezahlung oder „Geschenken“ – darauf bestehe ich weil ich bei keinem in der Schuld stehen will. Wir sind 1 – 2 mal pro Monat Abends fort und ich besuche auch Kurse regelmäßig. Keine der Kids is im Kindergarten oder ähnliches….Mein Mann ist 30 h Arbeiten und wir Betreiben eine Landwirtschaft (das auch ohne Eltern oder Großeltern die Helfen.)
    Ich verstehe das das für sehr viele die wieder Arbeiten gehen wollen ein Balanceakt ist zwischen Kinder / Arbeit / Partnerschaft und nicht zu vergessen FREIZEIT.
    Ich persönlich finde das eine Mutter die Erziehung der Kinder solange als möglich selber gestalten soll wie sie und ihr Partner das für gut Empfinden.

  16. Hallo zusammen

    Toller Artikel! Und tolle Reaktionen! Und ein bisschen gekitzelt bin ich auch bei diesem Thema.
    Nach vielen Erfahrungen und die Omas-so-machen-lassen-wie-sie-es-wollen, dem Akzeptieren des anderen, stelle ich Folgendes für mich fest:

    1. Ich gönne der Oma-Opa-Generation ein langes, gesundes und abwechslungsreiches Leben, da ich dies mir, meinem Mann und auch mit unseren 2 Kindern und ohne deren Unterstützung wegen mangelndem Interesse geschaffen haben.
    Dennoch habe ich den Eindruck, dass sich viele Omas und auch Opas heute, ich beobachte ja auch gerne seit Jahren andere Familien, ihrer Rolle und Wichtigkeit als Oma und Opa für die Familie und schlussendlich für die Kids nicht bewusst sind. Fehlende Großeltern hinterlassen bei den (Enkel)Kindern Wunden, die im System Familie von anderen Familienmitgliedern naturgemäß überhaupt nicht kompensiert werden können.

    2. Ich habe oft, einschließlich mich selbst, beobachten können, dass (berufstätige) Mütter oder Väter dankbar sind, wenn der Nachwuchs ohne Weiteres von Oma und Opa betreut wurde, auch ohne dass sich die Eltern groß eingemischt haben.

    3. Ich polarisiere jetzt: Ich empfinde einige „moderne“ Omas als egozentrisch, Opas als rückratlos ihren Ehefrauen gegenüber. Ich sehe es ähnlich wie Nadja: Im Osten ging es anders zu als im Westen vor der Wende; ich glaube auch, dass die Bindung der ehemaligen Ost-Muttis zu ihren Kindern nicht so ausgeprägt war und sich dies im Oma-Sein widerspiegelt. Im Westen gab es vor der Wende wenig außerfamiliäre Alternativen, so dass Mama im Westen eher an Hof und Herd gebunden war und sich selbst nicht leben konnte. Wir verfügen über jeweils ein Exemplar an benannten Großeltern und stellen oft fest, dass trotz ausgeprägter Ich-Bezogenheit in fast allen Bereichen des Lebens, die Opis kapituliert haben und die Omis alles andere als zufrieden sind. Kann es nicht doch sein, dass Enkelkinder betreuen dem Leben eher einen Sinn im Alter gibt als die 10er Karte im Fitneßstudio?

    Kopf hoch an alle Eltern! Alles hat einen Sinn, vielleicht verstehen wir ihn jetzt noch nicht… Achten wir auf die Familie, die gern Familie mit uns sein möchte. Die anderen müssen erst wieder zu sich selbst zurück kehren. Dabei können wir manchmal nicht helfen, auch wenn es manchmal traurig macht. Jeder ist momentan so wie es ist. Und beobachten wir unsere Kinder: Sie sind heute anders als vor 50 Jahren. Klarer, liebevoller, mutiger. Auch dank der fehlenden Omas und Opas, die keine Omas und Opas sein möchten.

    Wie hieß es da in dem einen Psalm: „…Am Ende bleibt nur die Liebe“.
    Das darf dann jeder, auch die Omis und Opis, für sich im stillen Kämmerlein selbst einschätzen: Wie viel Liebe war ich bereit mir und meinen Mitmenschen in diesem Leben zu geben… .

    Lieben Gruß, Mia

  17. Wichtiges Thema was hier angesprochen ist. Ich ertappe mich tatsächlich immer öfter dabei, dass ich mir jetzt schon Gedanken darüber machen, was für ein Opa ich wohl mal werden möchte. Meine eigenen Eltern sind noch jung, arbeiten beide Vollzeit, haben noch ein eigenes Kind zuhause und sind ehrenamtlich engagiert und Reisen auch gerne. Wir haben zwar eine super Beziehung zueinander, aber leider können sie unsere Kinder nur selten, und dann auch nur für kurze Zeit mal nehmen. Das Gegenteil davon sind meine Schwiegereltern. Beide Frührentner und noch von einer ganz anderen Kultur geprägt (Spätaussiedler). Die würden die Kinder am liebsten jeden Tag nehmen. Leider sind sie gesundheitlich nur schwer in der Lage allein mit den Kindern zu sein und wenn wir mal da sind kommt es immer zu heftigem Streit wegen total unangenehmen Kelinigkeiten.
    Ich nehme mir vor, dass ich mir als Opa einmal doe Woche (oder so) Zeit nehmen möchte meine Enkel zu betreuen und dann auch etwas cooles mit ihnen zu unternehmen. Mein eigener Opa hat etwa alle 2 Wochen einen ganzen Tag mit uns verbracht und immer einen richtig aufregenden Ausflug unternommen.

  18. Hallo ich bin durch Zufall auf diesen schon etwas älteren Beitrag gestoßen. Stimmt,früher war es so das Oma immer da war,aber ich habe selbst 4 Kinder und auch Enkelkinder,ganz ehrlich ich möchte nicht noch einmal zu Hause festgezurrt sein nur um mich um Enkelkinder zu kümmern. Das ist nicht böse gemeint aber ich hatte als sie klein waren auch keine Oma in der Nähe und hab mich damals schon auf die jetzige Zeit gefreut!!!

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