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Gastbeitrag: Oma hat jetzt keine Zeit, denn Oma ist auf Urlaub…

 

 

Wie viel darf man von Großeltern eigentlich einfordern? Diese Frage wird immer öfter in meinen privaten Mütterrunden und Spielgruppen aufgeworfen. Und so richtig auf einen grünen Zweig kommt man in der Diskussion eigentlich nicht. Denn klar: Großeltern sind KEINE kostenlosen Arbeitskräfte, die selbstverständlich Kinderbetreuungsdienste übernehmen. Sie haben eigene Bedürfnisse und Lebenswege. Aber als Working-Mum wünscht man sich natürlich Unterstützung, die man außerhalb der Familie nicht bekommt. Helfende Hände eben. Und die sind – so erlebe ich es zumindest im privaten Umfeld – immer seltener…

Wohin sind die Zeiten, als Großmütter strickten, graue Haare hatten und auf der Parkbank gemeinsam mit den Enkelkindern Vögel fütterten? Irgendwie scheint es, als würden so manche Großeltern heute am liebsten per Interrail durch Asien trampen und Prosecco trinkend mit Gleichaltrigen um die Häuser ziehen… Wir sind also an einem Punkt angelangt, wo Eltern und Enkelkinder leise in sich hineinstöhnen: „War früher alles besser?“

Die „Best Ager“ Großeltern 

Die Großeltern von heute sind topfit, gehen ins Fitnesstudio und sind in den besten Jahren. Sie genießen die Unabhängigkeit in ihrer Rente und haben mehr Urlaub als ein durchschnittlicher Student in den Sommerferien. In der Wirtschaft nennt man sie nicht mehr „alt“,  sondern „Best Ager“, die ein eigenes Facebook-Profil haben und gerne online kaufen. Jetzt könnte man meinen, ich sei neidisch.

Ja – das ist richtig! Bin ich! Also irgendwie zumindest…

Denn die eigenen Eltern so gar nicht wie die eigenen Großeltern. Damals, da wurde Kinderbetreuung übernommen, Socken gestopft, Knöpfe angenäht und Marmeladen eingekocht. Und heute? Da kommt Oma aus ihrem dreiwöchigen Spanien-Urlaub und bringt statt gehäkelter Tischdecken ein Shirt mit: „My Granny went to Ibiza and all I got was this lousy T-Shirt.“ Und sie erzählt von ihrer netten schwulen Urlaubsbekanntschaft, Martin und Robert, die sie vermutlich bald in Köln besuchen wird…

Da ist gerade viel im Wandel, wie es scheint. Und ich bin überfordert, hetze vom Büro in den Kindergarten und vom Kinderturnen in den Supermarkt. Und ich würde mir wirklich wünschen, dass mir manchmal jemand die Wäsche abnimmt…

Wie ist das bei euch? Sind die Urlaubs-Großeltern Einzelfälle? Und wie viel Großeltern darf man eigentlich einfordern? 

 

 

Gastbeitrag

Diesen Gast-Beitrag hat eine liebe Blogger-Kollegin geschrieben. Sie möchte – aus Gründen – anonym bleiben.

 

11 comments

  1. Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde. Danke für den Artikel, liebe Bloggerin. Wir sind eine Familie mit drei Kindern und wären ohne die Großeltern echt aufgeschmissen. Nun habe ich das Glück, dass meine Eltern echt immer für uns da sind und alles tun, um uns Arbeit, Kinder und sogar manchmal Wäsche abzunehmen. Dennoch verstehe ich, was du meinst, denn auch meine Eltern sind oft im Urlaub, mein Papa arbeitet noch und ist hin und wieder auf Geschäftsreise. Dann ist bei uns nicht selten „Land unter“ und ich habe gemerkt, dass ich solche Zeiten besser organisieren muss. Dennoch denke ich, dass die Großeltern alles Recht darauf haben, ihr Leben selbst zu timen und zu takten. Es ist alles eine Frage des gegenseitigen Respekts, finde ich. Wir fragen meine Eltern nicht um Erlaubnis, wenn wir noch ein Kind planen, umziehen wollen oder in den Urlaub möchten. Genau so fragen sie uns nicht, denn jeder darf sein Leben leben, wie er möchte. Aber wir sind trotzdem immer für uns da und versuchen, die anderen jeweils so weit es geht miteinzubeziehen. Mein Papa sagt mir früh Bescheid, wenn er mal wieder drei Wochen weg ist. Dann wird alles komplizierter, aber wir kriegen das hin. Ich finde es toll, wenn meine Eltern ihre Rente genießen. Klasse, dass du das zur Sprache bringst. Ich werde wohl auch was drüber schreiben… Liebe Grüße von Laura

  2. Gerade leider genau mein Thema. Aufgewachsen in einem Mehr-Generationen-Haus, war es in unserer Kindheit (Ostdeutschland) selbstverständlich rund um die Uhr von Oma, Opa und auch Uroma betreut zu werden. Bis hin zu regelmäßigen Urlauben mit den Enkelkindern und regelmäßigen sonntäglichen Mittagessen wurde die Generation meiner Eltern entlastet. Ganz zu schweigen von unzähligen Samstagen, an denen wir Enkel die Eurovisionshymne bei „Verstehen Sie Spaß?“ und Co zusammen mit den Großeltern auf deren Sofa gehört haben. Silvester und andere Partyy inklusive.
    Daher nennen wir hier, nicht ganz ernst gemeint, die Generation unserer Eltern auch die „Spaß-Generation“.
    Andersherum funktioniert dies nun natürlich nicht wirklich – wie im Beitrag oben erwähnt. Was natürlich sehr schade ist – und in Zeiten der „Working-Mums“ fast ausschließlich zu Lasten der Kinder geht. Gründe sind aber – neben gestiegener Lebenserwartung, gestiegenem Lebensstandard und Individualisierung der „Best-Ager“ – vielleicht auch, dass diese eben selbst in „Ihrer Zeit“ relativ wenig mit Ihren eigenen Kindern zusammen waren (Ostdeutschland: Kindergarten Vollzeit – dann Oma – usw)? Und vielleicht daher auch nicht so intuitiv wie die damaligen Großmütter und -väter mit Kindern umgehen können?
    Jedenfalls haben wir hier manchmal das Gefühl wir zahlen dreifach 🙂 ….. als Kind bei der Oma …. als Eltern allein mit dem Kind ….. und danach: Natürlich die Eltern pflegen 🙂 …. Wann dürfen wir eigentlich mal Silvester feiern? 🙂 *dieser Abschnitt bitte ironisch gemeint*

  3. Tolles Thema! Ich arbeite wieder Vollzeit seit unser Kind 1,5 Jahre alt ist. Andernfalls hätte ich die Stelle nicht mehr bekommen. Mein Mann arbeitet auch Vollzeit. Meine Eltern, beide eigentlich in der Rente, helfen uns gar nicht. Ich bezahle jemanden dafür um ein paar Stunden in der Woche Unterstützung zu bekommen. Traurig eigentlich. Meine Mutter hat so oft getönt sie wäre gerne Oma. Aber auf einen ihrer Vereine zu verzichten, ihren Spotkurs zu verschieben oder ihre Tierzucht zu reduzieren… soweit soll die omaliebe dann doch nicht gehen. Lieber gerne mal Fotos rumzeigen vom blonden Engel. Oder das Kind mal zum vorführen mit zum kaffeetreff. Das wars dann. Ist bei uns gerade auch wieder ganz aktuell. Man braucht sich nicht wundern, wenn Eltern nach einem Kind kein weiteres bekommen. Alleine kann man es einfach nicht stemmen.

  4. Hey!

    Das Thema hat mich so sehr beschäftigt, dass eigene kurze Gedanken dazu heraus gekommen sind. Ich meine, Omas dürfen ihr Leben so genießen, wie sie wollen. Die Elternpflicht haben sie schließlich erfüllt.

    Hier mein Beitrag. http://karin-futschik.blogspot.de/2017/06/oma-in-der-pflicht.html

    Liebe Grüße
    Karin

  5. Bei unseren Omas und Opas ist es scon zu viel verlangt, abends zwei Stunden auf die zwei Kleinen aufzupassen.
    Letztens wurde uns ernsthaft gesagt, wir müssten einen Babysitter dazu bestellen da die Oma das nicht alleine wolle, von 7-9 Uhr!!!! Wir kriegen von niemandem nur die kleinste Unterstützung. Es ist grauenvoll!!! Kann den Artikwl zu 100% unterschreiben. Mein Vater plus Freundin ist nur im Urlaub, das ganze Jahr.

    • einerschreitimmer

      Hallo liebe Helen,
      ohje – das ist hart. Ich finde das auch immer sehr schade. Aber wir werden es wohl nicht wirklich ändern können. Am meisten hilft es, wenn man sich nicht darüber ärgert – aber so einfach ist das natürlich auch wieder nicht…
      VLG

  6. Ich finde das sehr schade und ich möchte hier auch mal die andere Seite zeigen. Ja, es gibt sie noch, diese tollen Großeltern!! Meine Eltern kümmern sich so liebevoll im meine Tochter! Und das auch noch selbstverständlich und ohne Murren, voller Tatendrang und Freude stehen sie uns zur Seite. Ich bin mit dem Studium fertig gewesen und bekam meine Tochter, jetzt fahre ich jeden Tag eine Stunde zur Arbeit hin, arbeite und fahre eine Stunde zurück, ohne Rückendeckung wäre es nicht möglich! Ja es ist stressig und die Betreuungsfrage entlastet die Situation ungemein. Meine Eltern haben auch ein Leben und auch ein Recht dazu! Sie sprechen Urlaub von sich aus mit mir ab und im Alltag ist die kleine Maus überall dabei, vielleicht sollte ich erwähnen, dass meine Tochter 10 Monate alt ist. Mein Vater ist der Rentner bei uns und meine Mutter geht halbtags arbeiten. Dieses Jahr geht es zusätzlich noch zusammen in den Urlaub, es wird eine tolle Zeit! Und wenn sich jetzt so viele Mütter die Unterstützung wünschen…… Denkt daran wenn eure Kids mal Nachwuchs bekommen 🙂

  7. Wie immer hat alles seine Vor- und Nachteile, denke ich.
    Als wir im April 2015 unser erstes Kind bekamen, lebten meine Eltern 120 km entfernt. Schwiegermama war Enkel-technisch weitestgehend mit unseren Nichten beschäftigt. Ich habe daher gar nicht erst groß mit Hilfe der Omas gerechnet.
    Es ging alles auch ganz gut, da mein Mann während meiner Elternzeit in Teilzeit gearbeitet hat. Das bedeutete damals gewisse finanzielle Einbußen, war es aber allemal wert! Für uns hat so alles gut gepasst.
    Jetzt wohnen meine Eltern in der Nähe, wir erwarten Kind Nr. 2 und natürlich ist es beruhigend zu wissen, dass meine Mama nun für den Fall der Fälle da wäre. Ich habe bisher auch nicht soooo ein „forderndes“ Kind gehabt, um wirklich auf fremde Hilfe angewiesen gewesen zu sein.
    Da mag es ganz andere Geschichten geben.
    Versteht mich bitte nicht falsch! Natürlich wünschen sich die meisten Eltern an der einen oder anderen Stelle mal Hilfe. Man braucht ein ganzes Dorf… usw.
    Viel zu oft beobachte ich allerdings, dass, wenn die Großeltern tatsächlich helfen sollten, deren Methoden unentwegt bemängelt werden.
    Großeltern gäben zu viel/wenig Süßigkeiten, erlauben zu viel/wenig Medienkonsum, verbringen zu viel/wenig Zeit an der frischen Luft, ziehen zu kalt/warm an, halten zu viel/wenig von Homöopathie, setzen zu viele/wenige Grenzen und zwingen überhaupt ständig ungefragt ihre Meinung auf!
    Selbstverständlich freut man sich über Initiative der Großeltern. Was ich eigentlich sagen will, ist dass das manchmal eben für mehr Unmut als Entlastung sorgen kann weil einige Großeltern einfach nicht bereit sind zumindest zeitweise auf Ihre Marotten zu verzichten bzw. etwas zu tun, wovon sie selber nicht überzeugt sind. Auch wenn die Eltern des Kindes ihre Gründe haben.
    Anstatt Erleichterung im Alltag zu bringen, muss man dann vielmehr ständig diskutieren, mit Nachdruck auf der eigenen Linie bestehen und dergleichen. Wenn man denn Hilfe „einfordert“, kann es sein, dass man gewisse Dinge in Kauf nehmen muss.
    Beispiel: unser Opa raucht. Als einziger in der Familie. Er geht dafür zwar auf die Terasse, wäscht sich danach aber nur dann die Hände, wenn man ihn ermahnt.
    In unserer Gegenwart hält er sich einigermaßen diszipliniert, ich WEIß aber, dass er sich alleine mit Enkel auf dem Spielplatz durchaus eine anstecken kann. Natürlich rede ich mir jedes mal den Mund fusselig. Gefruchtet hat das bisher nicht wirklich. Hilfe kann also auch eine andere Seite der Medallie haben.
    Ich persönlich, sosehr ich sie auch schätze, versuche mir immer zweimal zu überlegen, ob Hilfe durch die Großeltern jetzt wirklich notwendig ist.

  8. Hallo ihr lieben, hier mal eine Oma im Dauerdienst. Auch meine Kinder planen ihren Nachwuchs ohne richtig nach zudecken wie alles weiter geht. Es wird in schichten gearbeitet und wenn es geht brauchen sie mich und meinen Mann noch am Wochenende um sich zu erholen. Eigentlich mache ich es ja gerne aber manchmal würde ich mich schon mal über ein Dankeschön freuen. Ihr lieben Eltern da draußen, denkt mal darüber nach

  9. Mama+Papa+Kind

    WIR haben nur einen Sohn. Und weil man mit Arbeiten (Pflegeberuf), Haushalt und Bedürfnisorientierer Erziehung wirklich genug um die Ohren hat, wird es bei unserem einen Kind bleiben. Er ist zur Zeit in einem Alter, in dem er mich nach Geschwistern fragt… und ich kann nur antworten: dann wäre weniger Mama für dich übrig.
    Die Großeltern arbeiten Vollzeit. Das haben sie schon immer. Es war schon keine Zeit für mich und meine Geschwister übrig, daher lief ich Nachmittags alleine von der Hortbetreuung nach Hause. Irgendwann waren wir alt genug um Schlüsselkinder zu sein. Ich bin damals gleich mit 18 ausgezogen. Meine Eltern sind dann umgezogen.. beruflich bedingt. Natürlich.
    Mein Mann und ich haben uns für ein Kind entschieden. Meine Eltern habe ich aus der Planung ganz rausgelassen. Sie haben da gar kein Mitspracherecht, sie wurden dann informiert als es frohe Kunde gab.
    Meinen Sohn sehen sie an den Familienfesten zu Weihnachten und Ostern und wundern sich, dass er so fremdelt. Mein Bruder und ich wären ja damals immer gerne zur Oma und zum Opa gegangen. Klar, wir haben dort ja auch fast jedes Wochenende als Kleinkinder verbracht. Alle Babyalben sind voll von Fotos mit Oma und Opa. Dort waren wir auch in den Sommerferien.
    Kaum eins mit Mama oder Papa.

    Bei all der Euphorie mal ein paar Stunden für sich zu haben.. ist es denke ich wichtig die Balance zu finden.
    Meine Oma ist über 80 und hat einen super Draht zu unserem Sohn. DAS ist die Generation die sich gekümmert hat. Natürlich hat sie auch gearbeitet. Aber sie war immer gerne da. Und ratet wer eines Tages die Pflege übernehmen wird? Das werde ich sein. Aus Liebe und Dankbarkeit. Sofort. Bei meinen Eltern wäre es vermutlich aus Anstand.
    Auch wir „Working-Mums“ werden uns entscheiden müssen, welche Art von Mama/Oma wir sein wollen/werden.
    Mein Mann geht voll arbeiten und ich halbtags. Dafür haben wir eine kleine Wohnung und nicht jedes Jahr einen Urlaub. Aber ein verdammt glückliches Kind.

    Man sollte unabhängig seinen Weg gehen, sonst ist auch alle Zufriedenheit immer abhängig von…

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