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Interview: Aus dem Leben einer Drillingsmama…

Sie hat Nerven aus Stahl: Vor gut einem Jahr gab es an dieser Stelle schon einmal ein Interview mit Drillingsmama Yasemin. Die Kinder sind mittlerweile 20 Monate alt und Yasemin ist immer noch tiefenentspannt und super glücklich.

Doch wie viel Wäsche hat man eigentlich mit Drillingen? Und wie sieht der Wocheneinkauf eigentlich aus? Yasemin gibt Einblicke in ihren Alltag mit drei gleichaltrigen Kindern.

 

 

Wie geht es euch?

Die Kleinen sind jetzt mehr als 20 Monate alt und es geht uns wunderbar. Als Familie sind wir jetzt komplett – gerade mit den Dreien ist das Leben noch viel besser als vorher. Wir haben so tolle und liebe Kinder, es ist ein großes Glück! Die drei haben schon mit 4,5 Monaten durchgeschlafen. Ganz selten wacht Dara manchmal in der Nacht auf – dann hole ich ihn zu uns ins Ehebett und er schläft dann auch gleich weiter… Sie sind sehr geschickt für ihr Alter – ich muss sie also auch nicht ständig herumschleppen, denn sie laufen ja schon alle drei – auch Treppen sind kein Problem… Eigentlich sind es sehr brave Kinder – gestritten wird relativ wenig.  Unsere Nachbarn sagen immer: „Wenn wir nicht wüssten, dass ihr Drillinge habt, würden wir es gar nicht glauben. Die sind so brav und leise!“

Wie sieht euer Tag aus?

Wir stehen um 06.45 Uhr auf, dann bekommen alle drei ihre Fläschchen Milch ( 300 ml). In der Zeit ziehe ich mich um, dann mache ich alle drei fertig. Waschen, wickeln, anziehen und den Mädels die Haare. Das alles dauert etwas über eine Stunde. So um 8.20 Uhr sitzen wir dann im Buggy und dann gehts los in die Kita. Die ist Gott sei Dank quasi um die Ecke – wir haben also nicht weit. Dort angekommen ziehe ich alle drei dann nochmal etwas um:  Jacken aus, Hosen aus, wenn sie eine Strumpfhose anhaben, Hausschuhe an und dann geht’s zum Spielen. Frühstück, Mittagessen und Mittagsschlaf werden in der Kita gemacht.

In der Zeit, wo ich dann alleine zu Hause bin, trinke ich erst mal in Ruhe mein Kaffee. Danach gehe ich nach oben und räume das Kinderzimmer und das Schlafzimmer auf. Wenn es an dem Tag Wäsche gibt, dann schmeiß ich die Maschine noch an. Und dann wird geputzt. So bald ich mit dem Saubermachen fertig bin, fange ich an zu kochen. So ab 13.30 Uhr mache ich mich so langsam fertig, um meine Mäuse wieder abzuholen. Meistens schlafen sie noch alle. Ich hole sie dann einzeln aus dem Zimmer, ziehe sie an und dann geht es erst zum Bäcker. Da bekommt jeder sein Milchbrötchen oder eine Laugenstange.

Dann drehen wir eine große Runde und spazieren ein wenig herum und kommen dann nach Hause.  Erst wird im Wohnzimmer gespielt, gerannt, auf Pukys gefahren, im Bällebad gespielt, manchmal gemalt, auf die Tische geklettert… Ab 16.00 Uhr gibt’s dann Essen. Gurken und Tomaten müssen aber immer mit dabei sein, und das wird immer aufgegessen. Das Essen geht dann so bis 17.00 Uhr. In dieser Zeit gucken wir dann über youtube Kinderlieder. Deutsche, türkische oder englische Lieder. Je nach dem worauf die Kinder gerade Lust haben. Später gibt’s dann noch etwas Obst. Ab 18.00 Uhr geht’s dann wieder ins Kinderzimmer. Sie werden alle nacheinander Bettfertig gemacht. Bis ich dann unten die Abendflasche ( 210 ml Milch) fertig mache, dürfen sie noch etwas toben. In der Zeit, wo sie ihre Milch trinken, singe ich ihnen etwas vor, danach geben sie mir die leeren Flaschen und ich sage gute Nacht und gehe raus aus dem Zimmer.
Ab 18.30 Uhr ist die Tür dann zu. Mal sind die schon eingeschlafen oder sie singen oder babbeln noch etwas, aber spätestens 10 min später hört man nichts mehr

Dann räume ich schnell das Wohnzimmer auf, fege alles nochmal durch und fange an den Tisch zu decken. 19.15 Uhr kommt mein Mann dann nach Hause. Er geht morgens um 5.30 Uhr aus dem Haus. Dann essen wir, räumen den Tisch noch zusammen auf und dann gibts türkischen Tee. Ich erzähle ihm dann, was die Kinder den ganzen Tag gemacht haben – die Höhepunkte quasi in der Zusammenfassung. Er geht dann so ab 22 Uhr ins Bett, und ich häkel dann noch etwas und gehe dann auch so um 23  Uhr ins Bett. Dann schau ich noch im Handy etwas rum, bis ich dann richtig müde werde.

Und am Wochenende?

Da ist mein Mann dann zu Hause – das erleichtert natürlich den Alltag sehr. Er ist ein toller Vater! Generell stehen wir am Wochenende eine Stunde später auf, ziehen uns an und gehen nach unten zum Spielen. Um 9.30 Uhr wird dann gefrühstückt und dann weiter bis 11.45 Uhr gespielt, oder wir gehen auf den Spielplatz. Danach geht’s ins Bett bis 14.00 14.30 Uhr, dann gibt es Snacks und dann der übliche Verlauf. Es sei denn wir fahren einkaufen oder zu Freunden. Aber meistens sind wir zur Schlafenszeit dann wieder zu Hause.

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Wie sind die Kinder entwickelt? Sind Drillinge generell wie Zwillinge immer „ein bisserl hinten“?

Die Mädchen sind sehr gut entwickelt. Sie hatten von Anfang an einen guten Start und sind ihrem Alter sogar etwas voraus. Mein Prinz hinkt noch etwas hinterher.  Er hatte ja auch einen etwas schlechten Start gehabt. Es ist aber nicht extrem, laut der Pädagogin sind es so zirka vier  Monate die er zurück ist. Aber ich denke, wenn ich die Mädchen nicht hier hätte, würde ich es vielleicht gar nicht merken. Ob man es will oder nicht, irgendwie vergleicht man sie glaube ich trotzdem, obwohl ich es eigentlich gar nicht möchte. Aber im großen und ganzen, im Vergleich zu den anderen Kindern in der Kita, die plus – minus 2 bis 3 Monate auseinander sind, fällt nichts auf. Ich glaube nicht, das sie Einlingen hinterher hinken.

Wie viel Zeit hast du für dich?

In der Zeit wo meine Kinder in der Kita sind, nehme ich einige Termine wahr, oder auch mal abends, nach dem sie schlafen oder mein Mann legt sie schlafen, wenn ich dann mal eher weg muss. Wenn ich will, dann nehme ich mir auch Zeit für mich, und mein Mann unterstützt mich da auch sehr.

Wie geht es euch als Paar?

Direkt nach der Entbindung hatten wir es nicht einfach. Das lag aber mitunter sicher auch an den Hormonen – Mütter kennen das: Man ist gereizt oder nicht so gut drauf. Es lag noch nicht mal an den Kindern, die waren echt super lieb von Anfang an. Aber ich hatte immer die Angst, etwas falsch zu machen, fühlte mich vielleicht auch überfordert? Vermutlich geht es da jeder Mutter gleich…  Ich muss aber an dieser Stelle sagen, das ich wirklich einen ganz ganz tollen Ehemann und einen super tollen Papa an meiner Seite habe. Er hatte und hat immer unglaublich viel Verständnis und ist trotz allem immer für uns da, obwohl es hier manchmal chaotisch ist… Mittlerweile haben wir wieder sehr viel zu lachen, machen auch viel gemeinsam am Wochenende und wir sind nicht mehr so gereizt und gestresst wie vorher. Es ist alles so wie es ist, sehr sehr schön.

Hast du noch einen Kinderwunsch ?

Wenn es nach mir gehen würde, ja. Irgendwie habe ich das Gefühl, mir fehlt noch was. Die Schwangerschaft, die Geburt, das Stillen… Vielleicht auch der zweite Junge? In meiner Schwangerschaft habe ich fast nur im Krankenhaus gelegen, dann der Kaiserschnitt, und das blöde gepumpe ohne meine Kinder einmal angelegt zu haben. Irgendwie fehlt mir das alles… Aber mein Mann will auf keinen Fall mehr. Er sagt, du hast drei gesunde Kinder, und das, obwohl er noch nicht mal eins wollte am Anfang 😀, das reicht. Falls es aber trotzdem passiert, würde ich es auf jeden Fall behalten

Wie viel kaufst du jede Woche ein?

Ja wenn ich so überlege, eigentlich hat sich an unserem Einkauf gar nicht soviel geändert. Wir kaufen immer noch so wir vorher ein, alle zwei bis drei Wochen im türkischen Laden, Fleisch, Gemüse und Obst, ab und zu Aldi, Real oder Kaufland. Die Kinder essen uns also nicht die Haare vom Kopf… Das was zu unserem üblichen Einkauf dazu gekommen ist, sind die Windeln und der ganze Karton Milch wöchentlich. Ich habe vorher schon immer viel eingekauft, da hat sich also nicht so viel verändert. 

Wie viel Wäsche hast du täglich?

Oh – das ist natürlich eine unendliche Geschichte. Ich wasche die Klamotten der Kinder alle 2-3 Tage. Ein Mal pro Woche kommen Bettbezüge und Schlafsäcke in die Maschine. Die Wäsche der Kinder und unsere Wäsche, wasche ich getrennt. Deshalb habe ich auch nicht täglich so viel Wäsche.

Hast du Hilfe?

Nur manchmal – gerade beim Füttern war es früher hilfreich, wenn Familie da war. Aber eigentlich mache ich alles alleine. Am Wochenende hilft mir mein Mann.

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Wenn du dir etwas wünschen könntest, was würdest du gerne haben wollen ?

Mein allergrößter Wunsch ist, das meine Kinder gesund und munter aufwachsen, das sie immer glücklich sind, und wir das als Eltern noch sehr sehr lange miterleben dürfen.

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2 comments

  1. Respekt! Ich denke schon mit Zwillingen und einer Großen manchmal: wie soll ich das bloß schaffen? Aber drei Babys? Wie soll das gehen?? Man sieht ja dass es geht, daher ziehe ich meinen imaginären Hut!!!

  2. Ich finde es auch sehr schön für Yasemin, dass sie einen so leichten und entspannten Alltag mit 3 Kinder hat. Das ist aber leider nicht die Regel, ist meine persönliche Meinung. Ich bin selbst Mutter von 3 Kindern (1 Tochter 3,5 und Zwillinge 1,5J.). Meine Große schläft heute mit 3,5 Jahren erst durch. D.h. bei der Geburt meiner Zwillinge hatte ich 3 Kinder nachts zu betreuen (auch 3 Wickelkinder). 3-4 Stunden Schlaf insgesamt pro Nacht waren die Regel in den ersten 6 Monaten. Auch habe ich meine Zwililnge 7 Monate voll gestillt, wo man dann einfach nachts nicht vom Papa entlastet werden kann (wenn der nicht gerade im Nachtdienst arbeitet). Auch schläft nur mein Sohn ab und an durch, aber die kleine Tochter, wacht immer noch öfters auf mit knapp 1,5 Jahren. Gerade wenn beide zahnen oder einen Schub haben, sind die Nächte verdammt kurz. Meine Kinder wurden und werden erst mit 2 Jahren fremd betreut, d.h. man hat 3 Kinder daheim und das ist organisatorisch eine Herausforderung mit Haushalt, Kochen, Studium, Arbeiten nebenbei, etc. Wenn man dann einen Mann hat der viel auch am Wochenende arbeitet, hat man oft keine Entlastung. Ich ziehe meinen Hut vor jeder Mehrlingsmutter bzw. Mutter mit 3 oder mehr Kinder mit knappen Altersabstand, denn ich weiß auch, dass es nicht immer der Fall ist, dass es so läuft wie bei Jasemin. Und diesen Müttern, denen es so ähnlich geht wie mir, und die sich beim Lesen dieses Artikels gedacht haben, dass in ihrem Leben was falsch läuft, weil es eben nicht so leicht ist, wünsche ich gute Nerven und möchte ihnen sagen, ihr seid nicht allein 🙂

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