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Melanies Zwillingsschwangerschaft: Eine eingeleitete Geburt in der 39. Woche

Sieben Minuten Altersunteschied haben Melanies Zwillinge, die in der 39. Woche zur Welt kamen. „Die Wehen haben mich richtig überrollt“, sagt die Wuppertalerin. Derzeit ist die 34-Jährige schwer beschäftigt mit dem Bau der neuen Familien-Residenz, die noch heuer bezogen werden soll. Wenn ihr die Zwillinge mal Zeit lassen, dann fotografiert sie gerne.

 

 

In welcher SSW hast du von deiner Schwangerschaft erfahren?
Da wir uns schon länger ein Kind gewünscht haben, habe ich natürlich sehr früh gewusst was los ist. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt mit der Temperaturmessmethode angefangen meinen Eisprung zu bestimmen und genau in diesem Monat blieb für mehrere Tage meine Temperatur oben und ich dachte erst, ich hätte mich wahrscheinlich sowieso nur vermessen und habe nicht so daran geglaubt. Konnte es aber dann irgendwann nicht mehr abwarten und habe einen Schwangerschaftstest gemacht, der innerhalb von Sekunden zwei fette dicke Striche anzeigte. So fett wahrscheinlich, weil da ja schon zwei drin waren.

In der 5. SSW hat meine Frauenärztin mir dann die Schwangerschaft bestätigt. Da sah man aber noch nicht viel. Ich musste dann wegen eines Hämatoms in der Gebärmutter 2 Wochen brav auf dem Sofa liegen und hoffen dass alles gut geht. Als ich dann den dritten Termin in der 12. SSW hatte, war meine Ärztin beim Ultraschall plötzlich total durcheinander und meinte dann nur etwas wie „Moment mal, das versteh ich jetzt nicht.“ Mir gingen da tausend Dinge durch den Kopf, dass mit dem Baby irgendwas nicht stimmt oder ähnliches. Als ich dann selber auf den Monitor guckte, traute ich meinen Augen nicht. Wieso sehe ich da so viele Hände, Beine, zwei Köpfchen? Da wurd mir plötzlich alles klar und meine Ärztin sagte „Ich glaube, wir haben es hier tatsächlich mit ZWEI Babys zu tun“. Einerseits war ich glücklich, dass alles in Ordnung war mit den Babys aber das erste was ich sagte war glaub ich „Scheiße!“ Ich habe nicht lange gebraucht, den ersten Schock zu verdauen, ich habe mich sehr früh gefreut, dass das Schicksal entschieden hat, dass wir etwas besonderes erleben dürfen.

Als ich aus der Praxis raus kam, hab ich natürlich zuerst meinen Mann angerufen und direkt zu ihm gesagt „Ja, es ist alles ok, aber sitzt du?“ Seine Reaktion „Jetzt sag mir nicht, es werden zwei?!“ 😉 Er hat mir erst gar nicht geglaubt, aber fing dann an zu lachen und meinte „das schaffen wir schon“. Alle anderen aus unserer Familie haben total positiv darauf reagiert und sich sehr gefreut.

Hast du vor der 12 SSW schon jemandem erzählt dass du schwanger bist?

Den Großeltern sofort, Freunde und Bekannte haben es dann so um die 12. SSW erfahren.

Wie hast du es deinem Chef erzählt? Was hat er gesagt?

Da ich anfangs durch das Hämatom längere Zeit krank geschrieben war, habe ich es ihm relativ früh mitgeteilt. Er hat sehr gelassen reagiert und sich für uns gefreut.

Wie war die Schwangerschaft?

Bis zum letzten Drittel war die Schwangerschaft eigentlich ganz gut. Anfangs war mir immer ein wenig übel, aber das hat sich nach ein paar Wochen gelegt und war auch erträglich. Ich hatte die ganze Schwangerschaft über totalen Heißhunger bzw. Durst auf Orangensaft. Auf Fleisch hingegen hatte ich am wenigsten Appetit.

Ab der 23. SSW bin ich dann vorzeitig in Mutterschutz gegangen, da ich weder sitzen noch am Schreibtisch stehen konnte. Ich hatte ganz furchtbares Sodbrennen und habe literweise so ein Medikament dagegen geschluckt. Das schlimmste an der Schwangerschaft waren die Symphysenschmerzen, die ich bei jedem Aufstehen und Gehen hatte. Ich bin nachher nur noch gehumpelt und ganz krumm gelaufen, sodass mich schon Nachbarn angesprochen haben, ob alles in Ordnung wäre oder sie mir helfen können… Zum Schluss habe ich meinen Bauch nur noch durch die Gegend geschleppt und auch beim Schlafen war er ein totales Hindernis. Ich habe jedes Mal ewig gebraucht um mich unter Geschnaufe von einer Seite auf die andere zu wälzen…

Zum Glück hatte ich ganz viel Unterstützung durch meinen Mann, meine Eltern und meine Schwiegermutter.

 

Wie war die Geburt? Welche SSW? Natürlich? Kaiserschnitt?

Die Geburt wurde bei mir Anfang der 39. Woche eingeleitet, da die Ärzte nicht länger warten wollten, um kein Risiko für mich und die Zwillinge einzugehen. Am ersten Tag tat sich trotz Wehentropf nichts. Am zweiten Tag wurde auch erst mit Wehentropf erfolglos versucht. Die Hebammen und Ärzte hatten die Vermutung dass meine Gebärmutter schon so gedehnt und aufgeblasen war, dass sie so gar keine richtigen Wehen produzieren konnte. Daraufhin wurde beschlossen, die erste Fruchtblase zu eröffnen, um in meinem Bauch etwas „Platz zu schaffen“, danach ging es dann auch direkt los. Da ich schon an den Wehentropf angeschlossen war, kamen die Wehen direkt von 0 auf 100, darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet. Nach ca. 8 Stunden kam dann Alessio per Saugglocke und Emilio 7 Minuten später auf die Welt. Ich bin unheimlich glücklich, dass die beiden auf natürlichem Weg geboren wurden, das ist ja bei Zwillingen nicht selbstverständlich.

Was hast du gedacht, als du die Kinder erstmals gesehen hast?

Ich war einfach nur wahnsinnig glücklich und erleichtert, dass beide spontan geboren wurden und alles gut verlaufen war. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass sie ziemlich zerknautscht aussahen. Als ich dann die großen Knopfaugen der beiden das erste Mal sah, war das ein wunderschöner unbeschreiblicher Moment, den ich nie vergessen werde.

Welche Tipps gibst du werdenden Zwillingseltern mit auf den Weg?

Macht es euch vor allem in der ersten Zeit so einfach wie möglich, lasst euch von niemandem verrückt machen oder erzählen wie ihr was machen sollt, denn richtig nachvollziehen, was es bedeutet, sich um zwei kleine Menschlein zu kümmern, wissen doch eben nur Zwillingseltern. Nehmt jede Hilfe an, die ihr bekommen könnt. Man muss lernen seine Energie gut einzuteilen und sich nicht zu übernehmen. Ich bin z.B. nie zu einer Krabbelgruppe o.ä. gegangen weil es mir mit meinen Jungs einfach viel zu anstrengend gewesen wäre. Man ist mit Zwillingen einfach oft nicht so flexibel, daran sollte man sich gewöhnen. Macht euch deshalb auch keinen unnötigen Druck indem ihr euch mit anderen vergleicht oder versucht überall mitzuhalten.

Welche Sachen hast du eingekauft? Was war rückblickend sinnlos?

Das Zimmer hatten wir schon relativ zeitig fertig, weil es mir aber auch einfach einen wahnsinnigen Spaß gemacht hat. Im Grunde genommen, hätten wir uns da nicht so einen Stress machen brauchen, da wir anfangs nur ein Gitterbett im Schlafzimmer stehen hatten und man sich im Kinderzimmer außer zum Wickeln sowieso nicht aufhält.

Was nicht so sinnvoll war:

  • Tragetuch (das war mir einfach mit zwei Kindern zu viel Fummelei)
  • Schneeanzüge, die haben wir irgendwie nie gebraucht

Was absolut sinnvoll war (Links führen zu Amazon):

 

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer…

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