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Mit diesem Erziehungsstil bekommst du garantiert glückliche und zufriedene Kinder


Unsicher. Verdammt was war ich als Jungmutter unsicher. Da waren diese zwei Frühchen-Aliens mit durchsichtiger Haut. Keiner wusste, ob die Kinder überhaupt überleben. Micky war halbwegs fit, aber um die kleine Maus stand es sehr schlecht. Überall Schläuche. Desinfektionsmittel. Medikamente. Überwachungsmonitore. Ich durfte die kleine Maus anfangs gar nicht berühren, weil er operiert werden musste. Känguruen war demnach verboten, Maus sollte nicht bewegt werden. Erst nach gut drei Wochen durfte ich ihn überhaupt anfassen.

Hilfe kam eigentlich von keiner Seite, dafür neugierige Anrufe von Menschen die seit Jahren nichts von sich hören hatten lassen. Und von Seiten des Krankenhauses kamen gut gemeinte Tipps: „Wenn sie das so machen, dann…“ Problematisch war es nur, dass  jeder einen anderen guten Rat auf den Lippen hatten. Teilweise waren sie völlig gegensätzlich. Wie das oft so ist bei gut gemeinten Tipps, nach denen keiner fragt. Ich war also heillos überfordert und völlig verunsichert. Dabei suchte ich Antworten auf meine tausend Fragen… Und erntete persönliche Meinungen statt Fakten.

Wer eine NICU, also eine Neonatologie Intensivstation, von innen kennt, weiß worum es geht. Hier sterben Kinder. Verzweifeln Eltern. Platzen Träume. Geschehen Wunder. Es ist ein emotionaler Ort und dennoch ist er steril. Ein Ort der 1.000 Fragen und der 1.000 individuellen Antworten. Allgemein gültige Aussagen kann hier niemand tätigen. Denn wie ich später lernen sollte: Allgemein gültige Aussgen gibt es vielleicht in der Mathematik, aber eben nicht im Leben.

Die ersten Wochen als Mutter

Wir kamen nach Hause. Ich war immer noch unsicher. Zwei kleine Kinder mit Herzmonitor. Plötzliche Alarme in der Nacht, die sich schlussendlich als Fehlalarm entpuppten. „Soll ich nun ins Krankenhaus fahren, oder doch nicht?“ Ich schaute auf mein Kind und wusste die Antwort. Es war friedlich und rosig, obwohl der Herz-Alarm wie wild piepte. Ich wurde langsam sicherer. Ich wusste was für meine Kinder gut war, wie sie sich fühlten. Ich war irgendwann angekommen. Und den Herzalarm brauchten wir bald nicht mehr… Mit der Zeit kehrte schließlich so etwas wie Normalität in unser Leben ein.

Doch dann kam die nächste Herausforderung, denn plötzlich prasselten von allen Seiten gut gemeinte Tipps auf mich ein. Die so genannten Besserwissermütter erklärten mir, was ich zu tun hätte, damit ich gückliche, intelligente, gut gebundene und somit gesunde Kinder haben würde. Stillen? Unbedingt! Tragen? Natürlich! Zuckerfrei? Wäre gut!  Familienbett? Bringt Bindung! Impfen? Kommt darauf an! Frühförderung? Yep. Erziehen? Nein! Kinderwagen? Unmöglich! Stoffwindeln? Natürlich! Brei? Nein! Schon gar nicht aus dem Glas!

Von allen Seiten stürmten Inforamtionen auf mich ein. Und ich las quasi, was meine Kinder alles für Nachteile haben würden, weil ich sie aufgrund der Frühgeburtlichkeit nicht so betreuen konnte, wie Ratgeber, Gelehrte und Laien allerorts es empfehlen. Kein PEKIP, keine Stillgruppe, keine Trageberatung, kein Babyschwimmen oder gar Babymassage. Wir hatten uns ja ums nackte Überleben gekümmert. Wir hatten schlichtweg keine Zeit für Makulatur.

Plötzlich war ich wieder unsicher.

Was tut man, wenn man unsicher ist? Man liest viel. Und es kamen erst recht 1.000 Fragen und keine Antworten. Viele Dogmen, aber keine Lösungen. Artikel poppten in meiner Timeline auf. Ich las Worte ohne Inhalt. Ich wälzte mich durch Foren und Expertentexte. UND: Ich fühlte mich wie die schlechteste Mutter der Welt, weil ich die – für die Kinder so wichtige  Zeit – auf einer Intensivstation ungenützt dahinfliegen lassen musste.

Aber dann hatte ich eine Erkenntnis: Ich sah meine Kinder an. Und sich sah, dass sie glücklich und zufrieden waren. Ganz ohne Ratgeber oder gar Tipps, die ich jemals befolgt hätte. Nein, keine Theorie war hinter dem Lächeln dieser Kinder. Dieses Lächeln war da. Es kam aus dem Bauch und es war ehrlich.

Was ich aus der ganzen Sache gelernt habe?

Tipps und Ratschläge gibt es unzählige. Erziehungsbücher gibt es Tausende. Pädagogische Ansätze gibt es Dutzende. Experten gibt es wenige. Aber richtigen Erziehungsstil, gibt es nur einen: Den eigenen. Den individuellen. Den, den jede liebende Mutter und Familie ihrem Kind inutitiv zukommen lässt. Den, der für Eltern und die Kinder gleichermaßen passt. Und es ist dabei egal, wie viel Theorie dahinter steckt. Von Theorien kann man sich maximal inspirieren lassen. Mehr aber auch nicht. Weg muss jeder seinen eigenen finden.

Was zählt ist Liebe, Vertrauen und Bauchgefühl. Oder kann Liebe jemals falsch sein? Man kann sie in keinem Buch nachlesen aus keinem Instagram-Tutorial nachamen. Diese kleinen Zutaten sind einfach da, nutzen wir sie doch ohne uns vom Umfeld verunsichern zu lassen. Denn auch wenn wir uns manchmal als Rabenmütter fühlen, in Wahrheit machen wir das Ding ziemlich gut.

Pauschalurteile und allgemein gültige Regeln mag ich heute weniger denn je. Ich kenne meine Kinder. Ich kenne mich und meine Grenzen. Und meine persönliche Erfahrung sagt: Das Leben schreibt die Regeln,  nicht die Menschen.

Du vertraust auf dein Bauchgefühl? Dann teile diesen Artikel und sag allen Jungmüttern damit: „Lass dich nicht verunsichern, mach einfach dein Ding!“

 

 

Wer schreibt hier eigentlich?

Zwillingsmama, Kinderdompteurin, Geburtstagsveranstalterin, Chaosmanagerin und „Mädchen für eh alles“: Unter dem Netz-Pseudonym Anna Attersee schreibe ich hier über das turbulente Leben mit Kindern – schonungslos ehrlich, denn einer schreit hier bei uns immer… Im richtigen Leben bin ich Journalistin, arbeite im Bereich „Irgendwas mit Medien“ und habe kürzlich mein erstes Buch veröffentlicht. Mehr über mich und unsere Familie findest du HIER.

 

 

 

 

7 comments

  1. DANKE <3 – das ist auch mein Erziehungsstil……

  2. Sehr schön geschrieben – in meinem Job als Erziehungsberaterin sehe ich genau das als meine vordringlichste Aufgabe, dieses Vertrauen in sich selbst als Mama zu stärken!
    Jede Mama ist eine gute Mama – auf ihre ganz eigene Art und Weise

  3. Ich lese nie Ratgeber, ich lese euren Blog, das reicht ;-). Aber wie schon erwähnt, jede Mama tut ihr Bestes, was dabei raus kommt ist eine bunte Mischung an Mini-Menschen und das ist gut so, sonst wäre es ja fad. Glg Uli

  4. Ein wunderbarer Text – du sprichst mir aus der Seele. Danke !

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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