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Ratgeber: Willkommen Geschwisterchen – eine Rezension

Rezension + Interview „Willkommen Geschwisterchen“ von „Eine ganz normale Mama“

Schläft diese Frau überhaupt jemals? Nathalie von „Eine ganz normale Mama“ hat in den letzten Monaten gleich zwei Babys bekommen. Also keine Zwillinge. Aber Baby Nummer eins ist ihr neues Buch Willkommen Geschwisterchen  das im Herbst auf den Markt kam. Und kurz darauf folge gleich die Geburt ihrer kleinen Tochter. Praktisch, oder? Da hat die liebe Nathalie quasi für sich selbst einen Ratgeber geschrieben, wie man am besten den neuen Nachwuchs bei den Kindern ankündigt. Und wir haben das große Glück, dass man ihn sogar kaufen kann! Wir haben Nathalie zum Interview getroffen.

Du betonst stets, dass dein Ratgeber undogmatisch ist. Warum ist dir das so wichtig?

Ich halte Dogmen in der Erziehung (und auch sonst im Leben!) für nicht angebracht. Das Leben besteht halt nicht aus Schwarz und Weiß und nicht alles lässt sich in praktische Schubladen packen. In der Erziehung und im Familienleben muss man alles immer an die jeweilige Situation anpassen – an das eigene Familienleben, die eigenen Kinder – denn jede Familie ist anders, jedes Kind ist anders und viele gut gemeinte Ratschläge lassen sich nun mal nicht einfach überstülpen. Jeder muss seinen eigenen Weg suchen – und dieser Weg kann auch bedeuten, dass man sich aus verschiedenen Erziehungsstilen das herauspickt, was am besten zum eigenen Leben passt. Und so ist auch mein Buch aufgebaut: Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger und kein „du musst es unbedingt so machen ,das ist der einzig richtige Weg“. Sondern immer verschiedene Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Lebenssituationen. Deshalb habe ich auch sehr viele Elternzitate in das Buch mit eingebaut, die zeigen wie es andere machen – und dass die Lösung je nach Familie ganz unterschiedlich aussehen kann.

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2 Welche Tipps aus deinem Buch sind auch für Zwillingsmütter sinnvoll?

Eine ganz Menge dieser Tipps! Denn viele Fragen, die sich Zwillingseltern stellen, stellen sich Eltern von zwei Einleingen ja auch: Wie ist das mit der Exklusivzeit – brauchen Kinder das? Ist es okay, ein Lieblingskind zu haben? Wie gehe ich mit Eifersucht um? Macht ein gemeinsames Kinderzimmer Sinn und wi kann man es einrichten? Gemeinsame Kindergartengruppe, ja oder nein? Wie wird aus meinen Kindern ein Dream Team? Müssen Geschwister sich immer gut verstehen? Was mache ich bei Geschwisterstreit, wann muss man dazwischengehen? Und nicht zuletzt Themen wie: Wie bleibt meine Partnerschaft nicht auf der Strecke? Wie organisiere ich den Alltag so, dass auch ICH als Mutter nicht auf der Strecke bleibe? Das sind alles Themen, die sowohl Zwillings- als auch Einlingsmütter betreffen.

2 Kinder gerecht werden ist gar nicht so einfach – dein Profitipp?

Nicht zu sehr darauf versteifen, es ja beiden immer gerecht zu machen. Denn das klappt sowieso nicht. Man kann nie jederzeit beiden Kindern immer stets gerecht werden. Es geht einfach nicht. Wenn man das ganz realistisch angeht, dann macht es alles einfacher. Wer anfängt, ständig aufzurechnen „heute habe ich 15 Minuten dem einen vorgelesen, dann muss ich nachher 15 Minuten dem anderen vorlesen“, der hat schon verloren. Es geht nicht darum, sich zu zweiteilen und jedem Kind 50 Prozent der Zeit zu widmen. Sondern darum, dass jedes Kind die Aufmerksamkeit bekommt, die es seiner jeweiligen Situation angemessen gerade benötigt. Und das variiert nach Alter, Tagesform, Umstand. Wenn unterm Strich langfristig beide die Aufmerksamkeit bekommen, die sie benötigen, dann ist alles gut. Aber das muss nicht minutiös und zu 100 Prozent gerecht aufgeteilt werden, damit setzt man sich nur unter Druck – und das ist nie gut. Das merken auch die Kinder. Also alles etwas lockerer und entspannter sehen. An dem einen Tag braucht das eine Kind mehr Aufmerksamkeit ,weil es im Kindergarten Stress hatte, am anderen Tag ist das andere Kind dran, weil es grad eine Mandelentzündung hat.

Geschwisterhiebe – hört das irgendwann auf?

Es wird zumindest einfacher – weil die Kinder lernen, Konflikte immer besser selbst zu lösen! Aber ganz ohne Streit geht es nur selten. Es hilft, zu wissen, dass Streit total normal ist! Geschwister sind eine Art Trainingscamp fürs spätere Leben, wenn man sich sagt „die üben grad für ihre Zukunft“ hilft es schon mal, das nervige Gestreite besser zu ertragen. Mich macht es auch wahnsinnig, wenn meine Jungs streiten. Eben noch friedlich miteinander gespielt und zack zieht der eine dem anderen ein Auto über die Rübe und sie brüllen sich an. Die Gründe sind nicht immer ganz nachvollziehbar… aber mit zunehmenden Alter können sie ihre Probleme immer besser ganz alleine lösen und ich muss seltener einschreiten. Ich tu auch oft so, als ob ich das nicht gehört habe und halte mich raus – und das hilft tatsächlich. Solange keiner ernsthaft körperlich in Gefahr ist, versuche ich, nicht allzu oft einzuschreiten. Denn oft ist Streit auch eine Möglichkeit, ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Und was man auf keinen Fall tun sollte: Petzen zulassen und vorschnell jemanden die Schuld zu weisen. Denn oft ist die Situation ganz anders, als sie auf den ersten Blick aussieht. Immer beide Versionen der Geschichte anhören. Und dann die Kinder eine Lösung suchen lassen, statt gleich eine Lösung vorzugeben.

Jetzt ist Kinder Nummer 3 da: Ist das noch mal anders?

Ich bin deutlich entspannter als beim zweiten Kind. Aber vielleicht kommt das auch, weil ich mit zwei Kindern gar nicht so viel Zeit habe, mir viele Gedanken zu machen. Aber was diesmal anders ist und dadurch hoffentlich einfacher: Meine Jungs sind jetzt vier und sechs, also schon sehr selbstständig. Zumindest in der Theorie. Und sie können toll miteinander spielen und sich selbst beschäftigen. Das macht es zumindest einfacher als damals beim zweiten Kind, als der Abstand nur 2 Jahr betrug. Von daher – noch bin ich ganz gelassen. Wir sprechen uns dann in ein paar Wochen nochmal …

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Was wir an dem Buch mögen

  • Die Autorin – die ist nämlich einfach klasse!
  • Klare Struktur, viele Zitate von erfahrenen Eltern
  • ein Mutmachbuch
  • Praktische Tipps für den Alltag mit zwei Kindern
  • Etwa ein Drittel des Buches beschäftigt sich mit der Schwangerschaft, dann kommt der Teil in dem das Baby da ist. Denn das ist auch der anstrengendere Teil.
  • Buch macht Mut sich nicht vor zwei Kindern zu fürchten, denn: Alles ist machbar!
  • Man kann das Buch wunderbar häppchenweise lesen.
  • Tipps für die Finanzen mit zwei Kindern.
  • Undogmatisch und flockig zu lesen.

 

 

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Wer schreibt hier eigentlich?

Zwillingsmama, Kinderdompteurin, Geburtstagsveranstalterin, Chaosmanagerin und „Mädchen für eh alles“: Unter dem Netz-Pseudonym Anna Attersee schreibe ich hier pädagogisch wertlos über das turbulente Leben mit Kindern – schonungslos ehrlich, denn einer schreit hier bei uns immer… Im richtigen Leben bin ich Journalistin, arbeite im Bereich „Irgendwas mit Medien“ und habe kürzlich mein erstes Buch veröffentlicht. Mehr über mich und unsere Familie findest du HIER.

1 Kommentar

  1. Christine meierkord

    Zwillinge sind grossartig – und eine wahre Herausforderung!

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About einerschreitimmer

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