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Willkommen in unserem begehbaren Wimmelbuch!

Unser Wohnzimmer ist ein Bermudadreieck – manchmal verschwinden Dinge und tauchen an unerwarteten Stelle wieder auf. Unser Teppich ist ein Schwarzes Loch, in dem Dreck einfach verschwindet, und dass sich die Waschmaschine von Socken zu ernähren scheint, ist ja nichts Neues. Aber wohin verschwinden Puzzleteile und Legofiguren? Warum finden wir die Holzschienen im Zeitschriftenständer und die Seifenbalsen bei den Kochtöpfen?

Die Antwort ist klar: Unsere Kinder sind die letzten wahren Kommunisten. Denn sie sind ganz fix von der Umverteilung von Gütern überzeugt und verteilen diese Güter bevorzugt in Wohn-, Esszimmer und Küche. Sie werfen ihr Spielzeug in den Garten und bieten ihre Brötchen wildfremden Hunden auf der Strasse an. Kürzlich hat sich Mouse einen Schokohasen mit der Katze geteilt. Ja, also in den eigenen vier Wänden wird die Umverteilung zunehmend anstrengend.

Hätten wir ein Spielzimmer, würde es bei uns im Wohnzimmer nicht so aussehen...

 

Darum bin ich ständig auf der Suche: Nach Erkenntnis, nach innerer Gelassenheit aber meistens nach Puzzelteilen. Letztere haben nämlich die Tendenz spurlos zu verschwinden. Meine Kinder schieben sie mit angstrengtem Blick und absolutem Eifer gerne unter den Wohnzimmerkasten. Warum? „Weil der Affe und der Löwe jetzt schlafen gehen wollen.“

Dieses Spielen und Testen ist wichtig, so viel ist klar. Es ist aber fordernd. Denn bei aller Sucherei um geschickt platzierte Bauklötze, die einen wieder einmal daran erinnern wo genau der Mittelfußknochen sitzt,  geht es doch schließlich ums Finden. Das hält zumindest den Rücken fit und die Gelenke elastisch. Seit ich die Sucherei als heimisches Fitnessprogramm sehe, lebt es sich auch viel leichter…

Während ich also mit meinen beiden kleinen Miniterroristen auf dem Boden herumkrabble, um die letzte Umverteilungsaktion rückgängig zu machen, merke ich plötzlich gleichzeitig wie ruhig und gelassen ich dabei bin. Wie wenig mich das mittlerweile aufregt und wie sehr mich das kindliche Kichern neben mir ansteckt.

Da liege ich nun, ausgestreckt auf dem Boden wie eine Flunder und zerkugle mich mit meinen beiden Sprößlingen, weil meine Finger nicht unter den Wohnzimmerkasten passen, und finde irgendwie zu mir selbst. Der vielzitierte Satz, dass Kinder das Leben in die richtige Perspektive rücken und man oft erst dann weiß, was wirklich wichtig im Leben ist, stimmt. Wer mit Kindern zusammen etwas sucht, findet eines sicherlich: viel Spaß und einen Ausgleich zur Alltagshektik.

Wir lernen:

Das Glück ist wie ein Puzzlestein,
und will auch erst gefunden sein.

___

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4 comments

  1. Sehr schön geschrieben! Viel Spaß noch beim suchen!

  2. Ich liebe deine Blogbeiträge! Einfach zum Totlachen! Danke!!!

    • einerschreitimmer

      Och wie süß ist das, liebe Siddi!! Hast du ein Thema worüber ich schreiben soll? Für meine Lieblingsleser mache ich das gerne… 😉

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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