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Das Christkind weiß alles… ODER Der pädagogische Dreischritt vor Weihnachten

Vorsicht! Dieser Text kann Spuren von Sarkasmus enthalten!

Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, ists schluss mit Lustig! Das unbeschwerte Toben im Garten ist vorbei. Und nach dem fünften pädagogisch wertvollen Hörspiel und der sechsten Zeichnung, breitet sich bei den Kinder schnell angespannte Langeweile aus. Prinzipiell würde man ja als Mutter sehr gerne die Kinder nach draußen schicken. Aber dort herrscht gerade Weltuntergang. Und so spielen die Kinder das Spiel, das allen Kindern großen Spaß bereitet: Ich ärgere mein Geschwisterchen bis es schreit.

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Erfahrene Mütter wissen: Nun kommt der Dreischritt der vorweihnachtlichen Pädagogik ins Spiel

  1. Ich – Mutter des Jahres – probiere es also mit einem innigen Bitten und einem liebevollem Tadeln. Wichtig dabei  unter allen Profi-Müttern, die Ich-Botschaft: „Ich mag es nicht, wenn ihr euch streitet. Soll ich euch vielleicht ein Buch vorlesen?“ Das Unterfangen ist allerdings dann schwierig, wenn Zwilling 1 das Bedürfnis hat an den Haaren von Zwilling 2 zu reißen und Zwilling 2 sich gegen dieses Bedürfnis mit einer Holzschiene wehrt. So bleibt uns also nichts anderes übrig, als tiefer im Trickkästchen der Erziehung zu kramen.
  2. Ein Ablenkungsmanöver! „Wer von euch beiden möchte ein Joghurt haben?“, säusle ich also hinterlistig und berechnend in die zornesroten Ohren meines Nachwuchses. Das ist natürlich nicht der Erziehung letzter Schluss, wohl aber durchaus effektiv. „Wir wollen Pudding!“, ist die nüchterne Antwort. „Wir haben aber keinen Pudding“, ist meine Feststellung, die die Stimmung nicht merklich hebt und schon den nächsten Trotzanfall hervorruft.
  3. Ich merke also schnell. Wir müssen jetzt schwerere Geschütze auffahren. Der beste Ehemann von allen nennt es auch  Die C-Waffe!  „Kinder! Ich habe die Handynummer vom Christkind! Eine SMS und ich petze!“, sage ich in meiner Verzweiflung. STILLE. ENTSETZTE GESICHTER. UNGLÄUBIGE AUGEN. Als Mutter weiß man: Diesen Moment der Ruhe gilt es zu nutzen. Und so setze ich gleich eines drauf: „Das Christikind, fliegt nämlich vor Weihnachten überall durch die Gegend, und schaut ob die Kinder auch wirklich brav sind!“ EHRFÜRCHTIGE BLICKE ZUM FENSTER, OFFENE MÜNDER. Wie ein Schirennläufer kurz vor dem Ziel nehme ich nun auch noch den letzten Schwung mit: „Und nur die braven Kinder bekommen Geschenke zu Weihnachten.“

Seit die C-Bombe unser Haus gestreift hat, und die Kinder Ehrfurcht vor dem Stasi-Christkind haben,  bin ich Mutter zweier goldiger Engel. Das Christkind weiß nämlich alles: Ob die Zähne geputzt wurden, ob die Spielsteine auch wirklich in der Kiste sind, wer die Wand bemalt hat und dem Teddy das Ohr abgerissen hat. Mittlerweile brauche ich nur kurz mein Handy in die Hand nehmen und vielsagend die Augenbrauen heben. Schon ist Schicht im Schacht und Ruhe in der Bude! Ich frage mich nur, wie wir das ab dem 25. Dezember dann regeln werden. Aber, wie sagte der große und viel zitierte Philospph und Weihnachtsexperte S. Claus: „Nach der Bescherung ist vor der Bescherung.“

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Wer schreibt hier eigentlich?

Zwillingsmama, Kinderdompteurin, Geburtstagsveranstalterin, Chaosmanagerin und „Mädchen für eh alles“: Unter dem Netz-Pseudonym Anna Attersee schreibe ich hier pädagogisch wertlos über das turbulente Leben mit Kindern – schonungslos ehrlich, denn einer schreit hier bei uns immer… Im richtigen Leben bin ich Journalistin, arbeite im Bereich „Irgendwas mit Medien“ und habe kürzlich mein erstes Buch veröffentlicht. Mehr über mich und unsere Familie findest du HIER.

2 comments

  1. 🙂 Danke, das hab ich heute gebraucht. Um halb 5 schon finster, ich warte dann mal auf den Frühling. Oder erstmal auf den Schnee, das ist jedenfalls besser als Regen. Vielen Dank für den schönen Beitrag. LG Susanne

    • einerschreitimmer

      Oh danke dir! Das Wetter ist wirklich ein Graus! Wenn wenigstens Schnee da wäre! 😉 Durchhalten! Irgendwann kommt wieder ein Frühling… 😉

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About einerschreitimmer

Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer…

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