Home / Zwillinge / Schwanger / Geburt / Bitte keine Horrorgeschichten aus dem Kreißsaal mehr!
Bitte keine Horrorgeschichten aus dem Kreißsaal!
Bitte keine Horrorgeschichten aus dem Kreißsaal!

Bitte keine Horrorgeschichten aus dem Kreißsaal mehr!

Eigentlich heißt es ja „Wer schön sein will, muss leiden.“ Klar: Hungern, enthaaren, Permanent-Make-Up. Frau gibt sich doch mühe um schön zu sein. Doch es gibt einen neuen Trend. Der heißt: „Wer Mutter sein will muss leiden!“ Denn man hört wirklich Schreckliches, wenn es um die Geburt eines Kindes geht – es sind wahre Horrorgeschichten, die man als Schwangere erzählt bekommt…

Doch fangen wir vorne an, wie kommt die Autorin auf sowas?

Ich bin schwanger. Obwohl mir mit Herrn oder Frau Royal Cookie bereits die dritte Geburt und das vierte Kind bevor steht, habe ich mich entschlossen nochmal einen Geburtsvorbereitungskurs zu machen. Warum das? Es stimmt schon, viel Neues habe ich da bisher nicht gelernt, aber die wöchentlichen Treffen mit anderen Schwangeren, die Gespräche über Geburt, Wochenbett und Co. sind für mich mental eine tolle Vorbereitung auf die Geburt. Ein Mittel zur Steigerung der Vorfreude. Tatsächlich, ich freue mich auf die Geburt und das ganze Drum und Dran, deswegen war ich umso erstaunter was mich in dem Kurs erwartete. Die Gruppe besteht aus überwiegend „Erstgebärenden“ (fieses Wort, oder?). Meine Co-Schwangeren erwarten also ihr erstes Kind und sollten bis an den oberen Hormonpegel vollgestopft sein mit Spannung und Vorfreude. Sind sie das? Pustekuchen! Die meisten der „Mädels“, die eigentlich gestandene Frauen sind, haben vor allem eins: richtig Schiss. Das liegt wohl an den vielen Besserwissermüttern, die einem überall begegnen.  Ich komme mir schon ein wenig vor wie eine abgedrehte Esoterik-Tante, die Schwangerschaft und Geburt als ein positives Ereignis im Leben einer Frau ansieht und nicht als den schlimmsten Tag im Lebenslauf einer Mutter.

Ziemlich irritiert hörte ich mir also die Sorgen und Bedenken der anderen Damen an, wunderte mich über ziemlich detaillierte Fragen zum Thema Schmerzmittel, Dammschnitt und Spätfolgen einer Entbindung, bis eine der Frauen mir auf die Sprünge half: „Man hört ja so viele Horrorgeschichten…“

Tja, das stimmt, aber warum ist das so? Denke ich über das Thema nach, fällt mir sofort eine Bekannte ein, die mir vor der Geburt meines ersten Kindes eine lange und blumig ausgeschmückte Horrorgeschichte über die Entbindung einer Freundin erzählte („Ich kenne da eine, die kennt eine, die eine Nachbarin hat…“), bei der so ziemlich alles schief gelaufen war und die noch Monate nach Schlüpftag ihres Kindes unter Harn- und Stuhlinkontinenz litt, weil die Geburtsverletzungen so schwer waren, dass sie fast gestorben wäre. Also genau, was man als werdende Mutter so hören mag. Überlege ich weiter und frage mich, wie viele Mütter mir gegenüber jemals geäußert haben, sie hätten eine schöne Geburt gehabt, komme ich schon etwas ins Schleudern. Spontan erinnere ich mich an Stories über Dammrisse die nicht heilen wollten, Kaiserschnittnarben die sich entzündeten und Wehen die ungefähr 8 Tage dauerten. Die große Mehrheit aller Mütter hatte wirklich NICHTS Positives aus dem Kreißsaal zu berichten.

Ist das nicht schade?

Da sitzen zehn junge Frauen, denen einer der schönsten Tage ihres Lebens bevor steht und sie haben Angst, Panik und Muffensausen anstatt sich zu freuen. Hey Mädels, ihr bekommt ein Baby (oder zwei)! Ist das nicht toll? Was euch bevor steht ist so etwas wie das große Finale einer 40-wöchigen Vorbereitung, die Kür nach einer ewigen Probezeit und am Ende habt ihr ein kleines Wesen auf dem Arm, das irgendwann „Mama“ zu euch sagt.

mamablog einerschreitimmer

„Einer schreit immer“ präsentiert im Blog alles Wissenswerte rund um Zwilllinge. Willst du Infos über die Zwillingsschwangerschaft? Die findest du im Ratgeber „Schwanger mit Zwillingen“

 

Warum müssen werdende Mütter immer und immer wieder mit einem Best-of „Geschichten aus dem Kreißsaal“ überschwemmt werden und warum können diese nicht mal einen guten Ausgang haben?

Manchmal erscheint es mir, als müssten sich Mütter über ihr Leiden und die Schmerzen profilieren. Wer hatte die schlimmste Geburt? Wer hatte die längsten Wehen? Wessen Arzt/Hebamme/Zimmernachbarin/Putzfrau auf dem Krankenhausflur war am gemeinsten? Wohin man hört, aus allen Ecken kommen nur Erzählungen, bei denen mir fast das Blut in den Adern gefriert – aber da kann ich mich glücklich schätzen, manch andere Mutter hat schon gar kein Blut mehr, weil die Geburt so schrecklich war… Und das Essen im Krankenhaus war auch noch kalt.

Ich verlange gar nicht, dass in Gegenwart jeder Schwangeren jetzt nur noch alles schöngeredet und möglichst blumig ausgeschmückt wird. Auch ich hatte eine Entbindung, nach der ich das liebe Karma ganz sicher nicht mehr in mein Freundebuch schreiben lassen würde. Nicht desto trotz fühle ich mich nicht beflissen jetzt allen werdenden Zwillingseltern möglichst detailliert auf die Nase zu reiben was alles passieren kann und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ihnen das gleiche passiert. Nein, eine Geburt ist kein Spaziergang, aber auch kein Blick durchs Schlüsselloch der Höllenpforte.

Als böser Mensch könnte man meinen, diese Geschichten sind nur der Anfang der großen Angstmacherei. Wer sich nämlich trotz aller Panikmache dennoch dazu entscheidet ein Kind UNTER GRÖSSTMÖGLICHEN, UNMENSCHLICHEN SCHMERZEN auf die Welt zu bringen, dem stehen schon die nächsten Berichterstattungen bevor. Denn nicht nur die Geburt ist schlimm, auch die Zeit danach. Dieses ganze Mutti-Ding. Es folgt dann nämlich das Wochenbett. Depression, geschwollene Brüste, Entzündungen, Chaos in Haus und Garten, der Hund frisst die Möbel und das Kind schreit 26 Stunden am Tag.  Aber danach wird es besser? Nein, ganz sicher nicht. Kleinkinder bocken, rebellieren, schlafen niemals und machen alles kaputt. Sind Schulkinder besser? Nope, sie widersprechen und bekommen schulstressbedingte Migräne und ADHS und rauben ihren Eltern den letzten Nerv. Danach folgt die Pubertät, dann ist eh alles zu spät.

Und so sitzen täglich Muttis in Krabbelgruppen und auf Elternabenden zusammen und klagen sich gegenseitig ihr Leid. Und wozu das Ganze? Für einen aufmunternden Schulterklopfer, für die Anerkennung der anderen Mütter und die Bestätigung, trotz aller Widrigkeiten alles richtig zu machen? Es scheint, als wäre man überhaupt nur eine richtig gute Mutter, wenn man bereit und fähig ist, so viel wie möglich zu leiden und dies dann auch kundzutun. Auf der anderen Seite sitzen dann die jungen Mamis, denen die Chance genommen wird ihre eigenen Erfahrungen zu machen und paralysiert wie das Kaninchen vor der Schlange darauf warten, welches Drama ihnen zuerst und zuletzt bevor steht.

Muss das sein? Liebe Mütter, es ist nicht so schlimm!

Ihr könnt euren Job ganz großartig machen, auch wenn bei euch alles glatt läuft. Seid doch einfach Mamis und Hedonisten gleichzeitig! Niemand hält euch für eine schlechte Mutter, nur weil bei euch alles glatt läuft. Und vor allem – gebt anderen die Chance ihre eigenen Erfahrungen zu machen, ganz frei von Angst und Panik. Dieses Mutter-Ding ist ganz sicher nicht einfach, aber ein Privileg, das wir in vollen Zügen genießen sollten.

 

(Zwillings-)Mütter erzählen von ihrer Geburt

  • Elisa erzählt |

Meine Zwillingsgeburt war wirklich schön, auch wenn die beiden per Kaiserschnitt zur Welt kommen mussten. Ich hatte im Vorfeld große Angst, eben durch so viele Horrorgeschichten, und nichts davon trat bei mir ein.

  •  Kristin erzählt |

Ich hatte eine tolle und natürliche Zwillingsentbindung. Es war meine zweite Entbindung und ich war weniger unsicher, weil ich schon wusste, was mich in etwa erwartet. So konnte ich auch viel selbstbewusster durchsetzen, dass nicht noch zwei Kinderärzte, Schwestern und Schülerinnen im Kreißsaal waren (Zwillingsgeburten sind ja anscheinend spannender), sondern nur meine Beleghebamme und mein Mann. Dadurch war die Geburt meiner Zwillinge das, was es sein sollte: ein schönes und intimes Erlebnis. Und falls es Komplikationen welcher Art auch immer gegeben hätte, dann wären Ärzte sofort da gewesen. Natürlich waren die Eröffnungswehen schmerzhaft, aber ich möchte diesen Tag nicht missen. Mein Mann hat meine Tochter abgenabelt, fünf Minuten später kam mein Sohn zur Welt, den ich selbst abgenabelt habe. Ich war froh, dass beide Kinder richtig herum lagen und kein Kaiserschnitt nötig war. So konnte ich das Krankenhaus zwar müde, aber körperlich recht fit nach drei Tagen verlassen.

  •  Julia erzählt |

Ich lag von ssw 23 bis 28 schon im Krankenhaus, da ich einen verkürzten Gebärmutterhals mit Trichterbildung hatte. Schon dort war ich entspannt und sicher, dass ich noch schwanger in der 28. Woche das Krankenhaus wieder verlasse. Die Ärzte waren etwas beunruhigt. Zwilling 1 lag in Schädellage, Zwilling 2 in BEL. Bei 35+2 hatte ich nachts einen Blasensprung. Um 3 Uhr waren wir in der Klinik. Die Ärzte wollten eine PDA wegen der BEL machen, die ich auch legen ließ. Die Herztöne der beiden sackten immer mal ein wenig ab. Das erste Kind kam kam dann als Sternengucker mit der kleinen Saugglocke und die zweite sechs Minuten später in BEL. Beide mussten danach auf die NEO. Ich bin geschnitten worden und trotzdem noch gerissen. Es war 2 Wochen sehr unangenehm, aber das habe ich gerne in Kauf genommen. Ich war total entspannt, da ich auf meinen Körper vertraut habe und wusste, wenn wir doch ein wenig Hilfe brauchen, dann sind tolle Ärzte da. Der Chefarzt hier in der Klinik strebt grundsätzlich immer eine spontane Geburt an, was ich total toll finde. Zwei Wochen blieben beide auf der NEO und dann konnten wir nach Hause. Ich habe beide sieben Monate voll stillen können (danach wollten sie nicht mehr). Es war wirklich schön und ich würde es immer wieder so machen!

  • Kerstin Anna erzählt |

Meine Geburt der Zwillinge war sehr schön … ich sage immer eine Traumgeburt. Ich war mir von Anfang an sicher das alles klappt und es keine Kompikationen (so wie viele schreiben) geben wird und so war es dann auch. Nach dem Blasensprung und 11 Stunden Wehen kamen meine zwei auf natürlichem Weg ohne Probleme auf die Welt. Ich hatte eine super tolle Hebamme (in Ausbildung) die mich perfekt unterstützt hat. Meine Frauenärztin meinte im Nachhinein zu mir: „Respekt! Ich hätte mir eine Sectio verpassen lassen, aber bei Ihrem Vertrauen in sich selbst war das alles kein Problem.“

  •  Miriam erzählt |

Unser Sohn kam per geplanten Kaiserschnitt wegen Beckenendlage auf die Welt und es war wunderschön. Alle waren sehr bemüht die Situation trotz Sectio unvergesslich zu machen und das war es auch. Einen Tag nach der Sectio war ich wieder mobil, nach drei Tagen bin ich entlassen worden. Ein uns lief es einfach top!

  • Linda erzählt |

Ich habe irgendwann aufgehört diese Horror-Stories zu lesen und auch auf den Geburtsvorbereitungskurs verzichtet. Ich war super entspannt vor der Geburt meines ersten Kindes und hatte keine Angst. Aufgrund des Blasensprungs musste eingeleitet werden, was auch sehr schnell Anschlug. Der folgende Wehensturm war nicht ganz so schön, aber mit einem intravenösen Schmerzmittel haben sich die Wehen schnell normalisiert. Ich lag ganz entspannt und alleine im Kreißsaal und hab ruhig eine Wehe nach der anderen weggeatmet. Nach 3,5 Stunden war meine Tochter auch schon da, wurde mir direkt auf den Bauch gelegt und guckte sich mit großen Augen und mucksmäuschenstill alles um sich herum an. Als es geschafft war witzelten Ärztin und Hebamme, dass man vermuten könnte es sei mein fünftes Kind, nicht das erste. Es war wirklich sehr sehr schön und faszinierend.

  • Sonja erzählt |

Ich hatte mit meinem zweiten Sohn eine wunderschöne Wassergeburt. Es ging schnell und ich durfte ihn mit dem letzten Pressen selbst raus ziehen und auf meine Brust legen. Es gibt nichts vergleichbar Schöneres als dieses Gefühl. Doch egal wie eine Geburt verläuft, ich hatte beim ersten auch ’n Dammriss der beim Nähen nur halb betäubt war, am Ende ist alles vergessen, wenn man seinen Schatz in den Armen hält. [/tie_slide]

  •  Katrin erzählt |

Ich hatte zwei sehr schöne Geburten. Der große Bub kam per Kaiserschnitt da er in BEL lag. Ich hatte im Vorfeld riesige Angst und habe am Tag des Kaiserschnitts nur geweint aber wir hatten so liebe Hebammen, Ärzte und Schwestern um uns und ein ganz liebes OP Team. Wir durften im OP bonden und stillen und wir waren einfach nur glücklich. Der kleine Bub kam vor 8 Wochen spontan in einer schnellen und schönen Geburt. Ich bin dabei zwar gerissen aber das ist sehr schnell verheilt und heute merke ich es gar nicht mehr. Es gibt doch nichts Schöneres als die Ankunft eines neuen kleinen Menschen.

  • Nelly erzählt |

Meine zwei Geburten wunderschön. Es gab keinerlei Komplikationen oder sonstiges und das obwohl meine Zwillinge zu Hause und in BEL auf die Welt kamen. [/tie_slide]

Ulrike erzählt | Ich hatte bei meinen Zwillingen schon „ein gewisses Alter“ und viele haben mir eine Fruehgeburt prophezeiht. Die Beiden haben sich jedoch nicht beirren lassen und haben brav gewartet. Nach dem geplanten Kaiserschnitt war ich mit meinen Wonneproppen nach vier Tagen Zuhause. Alles traumhaft.

  • Nadine erzählt |

Ich hatte drei tolle, wunderschöne und komplikationslose und vor allem natürliche Geburten! Ich wünsche mir, dass sich Frauen wieder auf dieses Ereignis freuen und sich nicht ängstigen!

  • Tamara erzählt |

Vor meiner ersten Geburt hat meine Mutter mir den besten Tipp von allen gegeben: „Kind, hör auf in den Foren zu lesen und Verlass dich auf dein Bauchgefühl!“ Sie hatte so recht..

 

 

 


 

Hier schreibt Gastautorin Neffa. Mehr von Neffa? Dann klicke auf das Bild!

 

 

* Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Inhalte dieses Blogs sind kostenlos. Sie sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Manchmal bauen wir Amazon-Affiliate-Links in unsere Artikel ein. Wenn du über diese Links ein Produkt erwirbst, zahlt du nicht mehr, aber „Einer schreit immer“ erhält eine kleine Kommission von Amazon. Du hilfst uns dabei, die Produktion von Inhalten, die Grafik sowie das Webhosting des Blogs zu finanzieren. Danke! Natürlich bekommst du die Produkte auch beim lokalen Händler deines Vertrauens.

 

 

 

16 comments

  1. Hallo!

    Hier meine Horror-Geschichte aus dem Kreißsaal.

    Die Geburt wurde eingeleitet. Vom Blasensprung, mit dem die erste Wehe spürbar war, bis zum ersten Kindsschrei vergingen gerade einmal 90 Minuten. Klar, es gibt sicher schöneres als Wehen, aber viel ist auch wesentlich schlimmer. Ein Bandscheibenvorfall oder eine Nierencholik zum Beispiel…

    Ich bin nachwievor der Überzeugung, dass die Geburt meines Sohnes relativ schmerzfrei verlief, weil ich mit einer „Pack mas an! Huift iatz eh nix! Da muss ich durch!“-Mentalität in den Kreißsaal ging.

    Hebamme und Ärztin bestätigten mir das auch. Sie würden sich mehr so entschlossene Gebärende wünschen, meinten sie.

    Im August kommt mein zweiter Zwerg. Auf die Geburtsvorbereitung verzichte ich. Ich habe schlichtweg vor, das wie beim ersten Mal anzugehen 😉

    Liebe Grüße
    Karin

  2. Schön geschrieben. Ich muss zugeben, ich gehöre auch zu den Mamis, die Erstgebärenden eine unschöne Sache direkt ins Gesicht posaunt, weil es einem sonst kaum keiner sagt.
    Nämlich, dass nach der Entbindung auf’s Klo gehen die Hölle ist. Ich persönlich fand die Schmerzen beim Wasserlassen schlimmer als die Entbindung. Mir geht es dabei allerdings darum, dass die arme Mami vorbereitet ist und sich z.B. was zum Draufbeißen mitnehmen kann. Ich hätte auf der Krankenhaustoilette am liebsten die Fliesen von der Wand gekaut.
    Aber es gibt schon vieles, was man lieber nicht hören möchte. Wenn etwas passiert, passiert es. Aber wenn nicht, muss man sich auch keinen Kopf darüber machen.

    Ganz liebe Grüße!

  3. Hallo liebe Mamas oder Mamas to be,

    natürlich ist eine Geburt eine Geburt. Ich hab 2 Buben, beim ersten 4 1/2 Stunden und beim 2. 1 1/2 Stunden. Ohne Vor oder Senkwehen, ohne irgendwelche Hilfsmittel vom Arzt oder der Hebamme. Auch der Geburtsvorbereitungskurs war eher überflüssig. Weil, und diese Frauen erzählen keine Geschichten, der Körper meistens weiß was er tut und einfach macht. Es gibt ätzende Geburten und schlimme Verläufe, aber von den vielen, vielen normalen Geburten hört man einfach nichts. Und ganz ehrlich, etwas Pragmatismus hilft. Es ist ein Krankenhaus kein Wellnesshotel, es sind Ärzte, Schwestern und Hebammen im Schichtbetrieb mit Personalmangel und schlechter Bezahlung, nicht die eigene beste Freundin. Im Normalfall ist man nach ca. 72 Stunden und viel Besuch wieder raus, wen kümmert also das Essen. Laßt euch Obst bringen und gut ist. Ich hatte beides mal einen ordentlichen Dammriss, konnte trotzdem nach 4 Stunden laufen und sitzen. Auch pinkeln war weniger schlimm als erwartet. Schön viel trinken und Obst und Gemüse essen, dann ist der Urin dünn und nicht sauer. Lasst euch nicht so viel Angst machen. Seid 17 Monaten hab ich keine Nacht durchgeschlafen. 3 bis 5 Unterbrechung sind normal. Aber man kann damit leben und trotzdem Spass an seinen Kindern haben. Sollten eure Kinder, wie meine, schlechte Schläfer und anhänglich sein, empfehle ich das Familienbett. Dann werdet ihr nämlich, für die Augenringe und den Schlafmangel, mit den schönsten Kuschelstunden belohnt. Gestern bei der Hitze, hab ich den Haushalt einfach ignoriert und bin mit Mann, den 2 Jungs und 2 Cousinen ins Freibad. Da saß ich dann, mit 3 Monate Baby auf der Schulter, mit dem Po im kühlen Nass und schaute zu, wie der große Kleine (17 Monate) unterstützt von Papa versuchte die Wasserfontaine zu stoppen. Die Cousine lieferte Kaffee bis ins Babybecken, was will man mehr. Und wir hatten einen schönen, stressfreien Nachmittag der in einen gemütlichen Grillabend endete. Genießt einfach euer Leben und eure kleinen Kinder. Ihr habt dafür nur die eine Change, ist diese Zeit um ist sie unwiederbringlich um, man kann sie nicht nachholen. Wenn kümmerts ob der Haushalt perfekt ist, das Handling der Kinder immer das „non plus ultra“ der momentanen wissentschaftlichen Erkenntnisse, ihr wieder euren vor Baby-Body habt und trotz Kindern perfekt gestylt seid. Die einzig wirklich wichtigen Personen, interessiert das eigentlich nicht, nicht euch, nicht eure Kinder und bei guter Wahl auch nicht den Vater der Kinder. An was werdet ihr euch erinnern? An eine explodierte Küche und übervolle Waschkörbe oder an ein tolle Zeit im Freibad und wie euer großes Kleines zum ersten mal den Handrührer für die Sahne alleine hält und sich totlacht weil es mit Sahne bespritzt wird. Lasst euch keine Panik machen, Familie ist viel arbeit und oft stress, aber sie ist auch das Schönste was man haben kann. Man muss es sich nur dazu machen oder es einfach zulassen.

    Alles Liebe und viiiiiiel Spass

  4. Mutterschaft als Möglichkeit sich selbst zu schädigen Schwangere sollten schon wissen, Was während und nach der Entbindung auf die zukommen kann aber bitte die Kirche im Dorf lassen!!! Ich war beim ersten Kind einem Kaiserschnitt gegenüber ziemlich positiv eingestellt. Im Vorbereitungskurs sprachen wir auch darüber bzw geplante KS. Ergebnis gesunder Aufklärung: es ist gut, dass es ihn gibt aber (bei mir) bitte nur im wirklich dringenden Fall. Schön auch der Satz einer Freundin(3 Kinder): Warum hat mir vorher niemand gesagt, dass ich mein Mittag nie wieder warm essen werde und wenn Mutterschaft gesellschaftlich so wenig Anerkennung erntet, kann ich irgendwie verstehen, dass Mütter sie woanders suchen

  5. Ich habe meine Zwillinge in zwei Stunden zu hause im Schlafzimmer zur Welt gebracht. Kein Horror! Nicht schmerzfrei, aber auszuhalten.
    Ich denke auf der einen Seite wie die Autorin, dass es auch darum geht die längste und schmerzhafteste Horrorgeburt gehabt zu haben. Ich habe oft gehört:“ klar ging das bei dir ohne pda, du hattest ja auch schnelle unkomplizierte Geburten!“ Die wahren Heldinnen sind die, die tagelang eingeleitet wurden und stundenlange Wehen ertragen mussten. Auf der anderen Seite denke ich, dass die Einstellung eine ganz wichtige Rolle spielt. Je größer die Angst, desto verkrampfter die Mutter. Und verkrampfte Muskeln können nicht entspannen… ein Teufelskreis. Deshalb sage ich allen die es hören wollen: es geht auch anders. Für mich waren es tatsächlich die drei schönsten Tage meines Lebens als meine vier Kinder zur Welt kamen. Und trotz der Schmerzen würde ich es immer wieder machen. Eine Wahnsinns Erfahrung, die uns Frauen vorbehalten ist – welch ein Privileg!

  6. Mh meine Geburt hatte Überlänge. Über 60 Stunden Wehen. Mein Kind lag einfach nicht richtig und hat nicht mitgeschoben. Geburtsstillstand usw. volles Programm. Horrorgeburt nein.

    Ich hatte die Einstellung es kommt wie es kommt und es wird eine schnelle Geburt wie alle Frauen bei uns in der Familie. Wollte eigentlich erzählen können, es waren 3 Stunden wie sich Wehen anfühlen weiß ich nicht.

    Ich war froh über den Geburtsvorbereitungskurs. Meine Hebamme hat uns sehr viel erklärt und aufgeklärt. Das hat mir geholfen in all‘ den Stunden zu verstehen was passiert und auch meinen Willen durchzusetzten. Letzeres war nicht immer einfach.

    Es gibt Schmerzmittel und im Nachhinein war es eine lange, manchmal schmerzhafte aber ganz besondere Zeit. Zu schaffen macht mir nicht die Geburt, sondern die ersten 1-2 Stunden danach.

    Die Kreuzbeinmassage auch dem Geburtsvorbereitungskurs war goldwert.

    Fazit, es kommt wie es kommt. Verlasst euch auf euren Körper.
    Geburtsstillstand – ist auch eine Pause für den Körper, für das Baby, für die Gebärmutter.
    Nichts erzwingen, Zeit lassen.

    • einerschreitimmer

      Hallo liebe Barbara,
      wow! Das klingt wahrlich nicht nach einem Honiglecken. Finde deine Einstellung aber wirklich beeindruckend! Toll – und danke, dass du uns davon erzählt hast!
      VLG

  7. Hey, ich habe meine zweite Tochter Zuhause im Schlafzimmer bekommen und es war ein tolles Erlebnis.
    Natürlich hatte ich Schmerzen und ich war danach genauso geschafft, wie jede Mutter. Aber ich konnte während den Wehen in mich reinhören und schauen was mir grade gut tut . Niemand hat mir reingeredet. Meine Hebamme meinte zu mir, intuitiv mach ich alles richtig. Sie hat eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt. Meine Partner und ich sprechen heute noch mit einem Lächeln im Gesicht von diesem Tag.
    Ich würde jeder Frau so eine Geburt wünschen.

    • einerschreitimmer

      Hallo liebe Moni!
      Danke für die Einblicke! Schön das zu hören! Und schön, dass du solche Erfahrungen machen duftest!
      VLG

  8. Hallo. Ich finde es eher verkehrt herum. Bei mir war es so, dass ich voller Freude und Zuversicht in die Geburt ging.
    Nach 17 Stunden mit dem vollen Medikamamentenarsenal vollgepumpt – doch einen Kaiseschnitt bekam. Begleitet von gestressten und völlig überfordrten Hebammen. Ich glaube, mich an 5 – 6 zuständige Hebammen zu erinneren.
    Am Ende war die Nabelschnur nur halb so lang, wie sie hätte sein sollen.
    Ich habe lange gebraucht diesen Tag zu verarbeiten.
    Heute gebe ich Schwangeren nur den Tipp. Sie sollen vorher mit dem Partner klären, dass die Frau bestimmt was und wieviel sie ertragen will. Und wenn der Punkt erreicht ist – muss er schauen, dass er den Doc herbekommt. Und sonst niemand.
    Der Verlust der Selbstbestimmung war das Schlimmste für mich.
    Ich will Mut zur eigenen Entscheidung machen – damit man sich auch nicht als Verlierer sieht. Wenn es halt doch nicht von selber ging.
    In unserem Falle wäre die natürliche Geburt sicher blöd für eine von uns zwei geendet. So habe ich eine gesunde Tochter.

  9. Ich komm mir auch immer etwas blöd vor, wenn ich sage, ich hatte eine schöne Geburt. Meist hänge ich entschuldigend „Oder die Vergessenshormone haben gut gewirkt“ dran. Eine schöne Geburt zu haben gehört sich nicht. Klar hatte auch ich Schmerzen und wirklich nur mein Frauenarzt konnte sich dafür begeistern, dass ich „quergerissen, das gibt es nur ganz selten“ war. Aber alles in allem war es für mich auszuhalten. Und wenn es für eine nicht auszuhalten ist, ist es gut, dass es Maßnahmen gibt, um Abhilfe zu schaffen. Geholfen hat mir, dass ich die Atmung durch das Yoga bereits automatisiert hatte, dass ich mir das Krankenhaus im Vorfeld gut ausgesucht und mich dort wohlgefühlt habe und dass ich ziemlich im Jetzt war und keine Gedanken oder Energie auf „Wie lange dauert das noch?“ oder so verschwendet hab, aber das hat sich glücklicherweise einfach so ergeben.

  10. Hallo,
    Ich finde irgendwie beides wichtig, ’schöne‘ Geschichten – ich selber hatte drei völlig unkomplizierte Geburten und erinnere mich sehr gerne. Andererseits finde ich wichtig, wenn es anders läuft ist man nicht die Einzige. Man kann halt Geburten nicht ‚planen‘.
    Aber Horrorstorys mit allen Einzelheiten braucht keine Schwangere! Hilft doch niemandem.
    Liebe Grüße
    Mareike

  11. Natürlich ist es nicht unbedingt toll wenn man sich in hochschwangerem Zustand (und dann vielleicht auch noch als Erstgebärende) Horrorgeschichten anhören muss, die man vielleicht nicht hören will. Ich habe das erlebt, als ich nach zwei komplikationslosen Krankenhausgeburten im Bekanntenkreis gutgläubig verkündet habe, dass Kind Nr. 3 zu Hause zur Welt kommen soll. Die harmloseste Reaktion war noch: ‚Das wär ja nix für mich.‘ oder: ‚Du bist ja mutig.‘ Schlimmer waren die, die mir unterschwellig zu verstehen gaben, dass es absolut verantwortungslos sei und dann mit der Geschichte von der Schwester der Bekannten der Freundin rausrückten, bei der das Kind bei der Hausgeburt gestorben ist.
    Ich war mir meiner Sache trotzdem sicher (zum Glück hatte ich ja schon zwei Kinder bekommen) und habe danach niemandem mehr von dem Hausgeburtsplan erzählt oder aber hab bei beginnenden Horrorerzählungen ganz klar gesagt, dass derartige Dinge sicherlich immer mal wieder passieren, dass ich sie mir aber nicht anhören möchte.
    Ich finde eine gute und ehrliche Aufklärung im Vorfeld extrem wichtig. Hilfreich für mich war es zu hören, wie groß die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Komplikationen ist: sie lag meist im Promille-Bereich. Und eine positive Einstellung ist wichtig (zu meinen Mantras gehörten u.a. die Sätze: Kinderkriegen ist die natürlichste Sache der Welt, das machen Frauen seit tausenden von Jahren erfolgreich, sonst wären wir schon ausgestorben. Und in Bezug auf die im Promille-Bereich liegende Komplikation: Warum sollte das ausgerechnet mir passieren?). Meine Hausgeburt war übrigens wunderschön und sehr intensiv, so schön, dass Kind Nr. 4 ebenfalls zu Hause zur Welt kam.

  12. Hallo, ich war auch eine Erstgebärende… Also nach der Geburt war ich überzeugt, keine Kinder mehr bekommen zu wollen. Ich bin auch absolut positiv an die Sache ran. War der Meinung das der weibliche Körper das schon kann. Alles kein Ding! Okay, es ist doch auf jeden Fall heftig. Trotzdem ist das kein Grund schwangeren Frauen auf die Nase zu binden, als wie schlimm man die Geburt empfunden hat. Angst zu machen ist nur gemein und auch unnötig. Man muss sowieso durch die Geburt durch und deshalb ist da jedes negative Kommentar nutzlos.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

<
Meine Zwillingsschwangerschaft

About einerschreitimmer

Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer…

Previous Die TOP 11: Montessori inspirierte Spielsachen
Next Upcycling: Ein Löffeltheater aus einer LILLYDOO Schachtel

Check Also

19 Tipps, die allen (Zwillings-)Müttern das Leben leichter machen

Was kann man von Zwillingsmüttern in Punkto Stress- und Zeitmanagement lernen? Welche Tipps können erfahrene …

%d Bloggern gefällt das:

Auf dieser Website wird das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke verwendet. Informationen zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies und dem Ihnen zustehenden Widerspruchsrecht erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen