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Meine Zwillingsschwangerschaft: Wenn das Kind in den Kreißsaal pieselt…

In unserer Reihe „Meine Zwillingsschwangerschaft“ kommt heute Florina zu Wort. Sie ist stammt aus der Schweiz und versucht den Alltag mit drei Kindern unter drei Jahren dem Landesimage gemäß gemütlich zu nehmen. Was ihr spätestens abends dann auch gelingt, wenn alle drei „pfüselen“ und sie mit ihrem Mann auf dem Sofa den Tag bei einem Glas Rotwein Revue passieren lässt. Beide landen früher oder später auf ihrem Smartphone und zeigen sich gegenseitig süsse Fotos der Kinder … *Hier käme jetzt der Affensmiley mit der Hand vor den Augen* Auf ihrem Mamablog Einfach dreifach erzählt die Wahlzürcherin von ihrem Leben als Mombie und teilt praktische Tipps von ihr und ihrem Umfeld für ein schönes, harmonisches und einfaches Familienleben.

In welcher SSW hast du von deiner Schwangerschaft erfahren? War es eine Überraschung, oder war es geplant? Wie hat dein Partner reagiert?

Wir haben uns schon immer mehrere Kinder gewünscht. Als unsere Tochter gut ein Jahr alt war, haben wir also wieder „losgelegt“ (komischer Ausdruck!) und kurz darauf war ich wieder schwanger. Ich habe insgeheim schon gedacht, dass es ein Doppelpack sein könnte, mir war doppelt so schlecht und der Schwangerschaftstest war sofort positiv, wie wenn da mehr Hormone angegeben hätten. Die Frauenärztin bestätigte dann meinen Verdacht bei der ersten Kontrolle in der sechsten Woche, meinte aber, wir sollten uns noch nicht zu sehr auf Zwillinge einstellen, oft sterbe leider noch einer ab.

Ab wann war klar, dass es sich um Zwillinge handelt? Wie hast du reagiert, wann hast du es realisiert?

Ich habe mich sofort immens gefreut, dass wir Zwillinge bekommen könnten. Mein Mann hatte eher noch einen kleinen Schockmoment, den er aber mit Humor nahm. Mir war dann weiterhin sehr schlecht, so dass ich mich zwar sehr freute, aber eben auch recht litt. Ich kannte die Übelkeit aber schon aus der ersten Schwangerschaft, einfach nicht so heftig, von daher konnte ich damit umgehen und hatte immer einen Cracker mit und versuchte, den Alltag so ruhig wie möglich zu gestalten.

Hast du vor der 12. SSW schon jemandem erzählt, dass du schwanger bist?

Ja, wir haben unsere Familie und enge Freunde eingeweiht. Wir haben das auch bei der ersten Schwangerschaft schon so gemacht. Wenn ich eins oder beide verloren hätte, dann hätte ich diesen Verlust auch teilen wollen mit meinem nahen Umfeld und fand es wichtig, dieses früh einzuweihen. Zum Glück ging aber alles gut und die beiden Jungs entwickelten sich wacker weiter in meinem Bauch, so dass ich es ungefähr ab der 14. SSW dann auch mehr Leuten erzählte, als mir nicht mehr so schlecht war.

Wie war die Schwangerschaft? Hattest du gewisse Gelüste, war dir schlecht, warst du in vorzeitigem Mutterschutz?

Meine Schwangerschaft war, wie schon die erste, absolut problemlos. Ich musste öfter zu Untersuchungen, da in der Schweiz Zwillingsschwangerschaften als Risikoschwangerschaften gelten. Nach der Übelkeit hatte ich die üblichen Sörgeli wie Müdigkeit, Rückenschmerzen und Co., aber nichts Gravierendes. Irgendwann wurde der Druck sehr groß, so dass ich nicht mehr lange sitzen konnte und wurde dann ab der 30. SSW zur Hälfte krank geschrieben. Gearbeitet habe ich noch ein Weilchen länger, halt von zuhause aus und mal im Stehen, mal im Liegen. Leider bin ich nach dem Mutterschaftsurlaub (16 Wochen in der Schweiz!!!) nicht mehr in meinen alten Job zurückgekehrt, obwohl ich den sehr mochte. Ich hatte eine Leitungsposition und wollte erstens länger zu hause bleiben mit den Kleinen und zweitens danach auch nicht so schnell so viel arbeiten. Jetzt schreibe ich für dieselbe Redaktion, die ich früher geleitet habe, als Freie einen Blog, was für mich perfekt ist. Ich bin 100 Prozent zuhause, bin aber immer noch in Kontakt mit dem tollsten Team der Welt und mache noch etwas anderes als „nur“ da-da-da, großartig. Sobald die Jungs mit anderthalb dann in die Kita gehen, möchte ich aber wieder mehr arbeiten, gerne auch wieder woanders als auf dem heimischen Sofa.

Ab wann war die Schwangerschaft belastend, war sie das überhaupt jemals? Wer hat dir geholfen?

Ich kann wirklich nicht klagen über meine Schwangerschaft. Klar konnte ich irgendwann meine Schuhe nicht mehr wirklich binden und watschelte wegen dem steifen Kreuz sowieso wie eine schwangere Bergente (oder eher wie ein Pottwal) durch die Gegend, da hat eh niemand auf die Schuhe geachtet. Am Ende hatte ich dann schon auch ordentlich Wasser eingelagert und das Karpaltunnelsyndrom, es war aber aushaltbar. Und ich war einfach froh, dass die zwei Herren es nett fanden in meinem Bauch und schön gleichmäßig gediehen bei mir.

Wie war die Geburt? 

Da sich Monsieur a leider in der 36 SSW in eine Sitzposition drehte, wurde ein Kaiserschnitt angeordnet. Ich hatte meine Tochter natürlich geboren und habe trotz grosser Schmerzen schöne Erinnerungen an die Geburt. Ich habe eine Weile gehadert mit dem KS, im Endeffekt ging aber die Sicherheit vor und im Endeffekt war ich auch hier einfach froh, dass schlussendlich zwei gesunde Jungs aus mir herauskamen, wie auch immer. Den Kaiserschnitt an sich fand ich nicht so toll, ich hatte in den ersten zwei Tagen sehr starke Schmerzen und bin beim Aufstehen mehrmals in Ohnmacht gefallen. Danach gings aber rapide bergauf und heute merke ich nichts mehr von der Naht oder ähnlichem. Die beiden Buben kamen in der 38. SSW per geplantem Kaiserschnitt auf die Welt und wogen beide gut über 3 Kilo, das war ein toller Start für uns alle. Noch im Geburtssaal wurde mir beide gleichzeitig angelegt und wir haben dann insgesamt zehn Monate gestillt, fünf voll, fünf mit Brei. Ich bin keine Stillfanatikerin, ich kann gut und gerne auch Schoppen geben, aber ich habe die Stillzeit genossen und würds wieder genau so machen.

Was hast du gedacht, als du die Kinder erstmals gesehen hast?

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, ich war total neben der Spur im OP-Saal. Sie haben mir beide Jungs aber sofort gebracht und Monsieur a hat auf dem Weg zu mir dann erst mal in hohem Bogen gepislet über alle Anwesenden, Instrumente, etc, da mussten alle lachen.

Welchen Tipps gibst du werdenden Zwillingseltern mit auf den Weg?

Mir hat eine Bekannte mit Zwillingen mal gesagt, alles sei OK, was das Überleben leichter mache. Zu dem Zeitpunkt fand ich den Satz etwas übertrieben, meine Jungs waren da erst wenige Wochen alt. Mit zunehmendem Alter habe ich sie dann immer mehr verstanden. Und auch wenn der Ausdruck mit dem Überleben natürlich so krass nicht stimmt, so hatte ich doch einige Momente, wo ich an meine Grenzen gekommen bin. Geholfen haben Auszeiten und seien das nur 1 Minute alleine vor der Kaffeemaschine. Später halfen dann auch der Rotwein mit dem Mann auf dem Sofa, wie eingangs erwähnt. Mein Tipp also: Findet euren Weg, macht, was ihr für richtig haltet und was euch das Leben erleichtert. Ganz konkrete Tipps, insbesondere auch für Doppelteltern aus der Schweiz, habe ich schon einmal auf meinem Blog beschrieben.

 

Welche Sachen hast du eingekauft?

Als wir wieder loslegten, haben mein Mann und ich noch so gemeint: „Super, Schatz, zumindest die ganze Materialschlacht können wir uns jetzt sparen mit dem zweiten Kind, wir haben ja schon alles.“ Eeehm ja, möööp. Die Materialschlacht ging dann wieder von vorne los, zum Glück hatte ich aber schon meine Must und Must Not Haves vom ersten Kind. Meine zwei Non-plus-ultras speziell für die Zwillinge sind natürlich der Doppelwagen (nebeneinander) und eine Federwiege für Zwillinge (die hat uns wirklich das Überleben erleichtert!*)

Eine Federwiege für Zwillinge.  Klicke auf das Bild und lies die Rezension bei Amazon.

Noch mehr über Florina und ihren Blog? Dann bitte hier entlang:

 

 

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