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Kinder und Haustiere: Tipps und Tricks
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Kinder und Haustiere: Tipps und Regeln für das Zusammenleben

Beinahe jedes Kind stellt irgendwann die Frage: „Bekomme ich ein Haustier?“. In dieser Situation sind Eltern häufig unschlüssig. Zu Recht: Die Anschaffung eines Tieres sollte wohl überlegt sein. Allerdings sind damit auch viele Vorteile verbunden. Verschiedene Studien zeigen, dass die Haltung eines Haustieres sich auf vielerlei Weise positiv auf die Gesundheit, die Entwicklung und die sozialen Fähigkeiten eines Kindes auswirken kann.

Wie Kinder von Haustieren profitieren

Das lernen Kinder im Zusammenleben mit Tieren

Ein klarer Vorteil an Haustieren: Sie sorgen für Freude, Abwechslung und Spaß in der Familie. Sogar den Zusammenhalt zwischen den Familienmitgliedern können die Vierbeiner fördern.
Doch wusstet ihr auch, dass Tiere einen positiven Einfluss auf die Entwicklung Ihres Kindes nehmen können? Sie machen nämlich nicht bloß glücklich, sondern fördern auch die soziale und emotionale Entwicklung – und das auf spielerische Weise.

Haustiere fördern soziale Fähigkeiten

So kann die Haltung eines Tieres verschiedenste soziale Fähigkeiten trainieren: Das beginnt dabei sensibel und einfühlsam auf andere Lebewesen einzugehen. Das Kind fragt sich täglich: Welche Bedürfnisse hat mein Haustier? Was fühlt es gerade? Was braucht es? Die hier erlernten Fähigkeiten werden dann im Alltag auch auf andere Mitmenschen übertragen.
Ganz besonders profitieren hiervon Kinder, die eher schüchtern sind und denen soziale Interaktionen noch schwerfallen. Zu einem Haustier finden sie einfacher Zugang als zu anderen Menschen. Im Umgang mit dem Tier lernen sie, auf andere zuzugehen. In schweren oder traurigen Situationen ist ein Haustier für schüchterne Kindern auch ein willkommener Seelentröster und Vertrauter, dem man alles erzählt. Zu den weiteren sozialen Kompetenzen, die der Nachwuchs mit seinem neuen Tier erlernt, gehören Respekt und Rücksichtnahme. Die Katze schläft und möchte ihre Ruhe genießen? Dann müssen sie das respektieren.

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Nicht zuletzt lernen die Kleinen im Umgang mit ihrem neuen Mitbewohner aber auch Verantwortung zu übernehmen und Ordnung zu halten. Der Stall des Nagers oder die Katzentoilette müssen sie regelmäßig säubern. Der Hund benötigt seine Gassirunden. Ebenso gehört das tägliche Füttern zu den Verpflichtungen. So ergibt sich eine feste Routine, die den Kleinen guttut.

So profitiert die Gesundheit des Kindes von einem Haustier

Einige Tiere benötigen viel Bewegung. Hunde wollen mehrmals täglich an die frische Luft – und das bei jedem Wetter. Und selbst Katzen haben meist einen Spieltrieb. Das führt dazu, dass die Kleinen in der Regel aktiver sind, wenn sie ein Haustier haben. Die Bewegung an der frischen Luft, auch bei schlechtem Wetter, trainiert zudem das körpereigene Abwehrsystem.
Und Studien liefern tatsächlich Hinweise darauf, dass Nachwuchs mit Haustier ein stärkeres Immunsystem aufweist und besser gegen Erkrankungen gewappnet ist.

Geringeres Allergie-Risiko durch Haustierhaltung

Auch Allergien wie Heuschnupfen oder die Tierhaarallergie kommen bei Kindern mit Haustier seltener vor. Hier zeigen Studien, dass die Kleinen, die mit einer Katze aufwachsen, nur ungefähr halb so oft an einer Katzenhaarallergie leiden wie der katzenlose Durchschnitt.

Entspannt und konzentriert dank Streicheleinheiten

Darüber hinaus profitiert auch die kindliche Psyche von der Haltung eines Hundes, einer Katze oder eines anderen Tieres: Das Streicheln und das Umsorgen des Haustieres beruhigt und entspannt. Bereits die Anwesenheit eines Tieres führte in Studien dazu, dass der Blutdruck sank und die Konzentration an Stresshormonen im Blut abnahm Die Kleinen haben somit die Möglichkeit, Stress ganz einfach wegzustreicheln.
Das kann ihnen zu Entspannung und Ausgeglichenheit verhelfen und sogar in der Schule helfen. Sie können entspannt lernen und sich besser auf den Lernstoff konzentrieren.

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So klappt das Zusammenleben von Kindern und Haustieren

Wenn Sie in der Situation sind, über tierischen Familienzuwachs nachzudenken, ist eine Sache besonders wichtig: Die Anschaffung eines Haustieres muss gut durchdacht und geplant sein. Überstürzte Tierkäufe führen oft dazu, dass die Kleinsten das Interesse am Tier schnell verlieren und dieses ausschließlich von den Eltern versorgt werden muss oder sogar im Tierheim landet. Seien Sie daher ehrlich zu sich selbst und lassen Sie sich Zeit für die Entscheidung.

Wichtig ist auch, dass wirklich jedes Familienmitglied einverstanden mit dem neuen Haustier ist. Wenn ein Kind sich einen Hund wünscht und das andere Angst vor eben diesem hat, ist diese Anschaffung nicht im Sinne des Familienfriedens.

Erwachsene müssen sich vor der Anschaffung klarmachen, dass die hauptsächliche Verantwortung für den neuen Mitbewohner bei ihnen selbst liegt. Ein Kind ist zu klein, um sich alleine um ein Haustier zu kümmern. Es benötigt Anweisung, Hilfe und Erklärungen – und mit Sicherheit die ein oder andere Erinnerung an Verpflichtungen. Eltern sollten sich daher fragen, ob sie dazu tatsächlich für die gesamte Lebenszeit eines Tieres bereit sind.
Doch auch wenn Eltern die Hauptverantwortung zukommt, müssen diese ihren Kindern klarmachen, dass die Anschaffung eines Lebewesens eine ernstzunehmende Aufgabe ist, die mit zahlreichen Verpflichtungen verbunden ist. Es handelt sich hier nicht um ein Spielzeug, das bei Belieben weggelegt werden kann – das sollten Eltern ihren Kindern erklären.

Beachtet auch die unterschiedlichen Aktivzeiten der Tiere. Hamster beispielsweise sind nachtaktiv. Euer Kind wird daher nicht viel von seinem neuen Gefährten mitbekommen. Möglicherweise stören die nächtlichen Geräusche es auch in seinem Schlaf.

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Schildkröten und andere Reptilien sind nicht zum Kuscheln und Spielen geeignet. Die eher scheuen Gefährten eignen sich vielmehr zum Beobachten. Wird euer Kind damit Freude haben? Ein lebhaftes, wilderes Kind ist daher mit einem Haustier, das gerne herumtollt und spielt, besser beraten.

Welches Haustier soll es sein?

Wie alt für welches Haustier

Die Entscheidung für eine Tierart hängt von mehreren Faktoren ab, beispielsweise davon, welches Alter das Kind hat. Katzen eignen sich für die Kleinen generell ab fünf Jahren, Verantwortung für Hunde können Kinder ab etwa elf Jahren übernehmen. Die meisten Nager dürfen sie ab ungefähr fünf Jahren bereits auf den Arm nehmen und streicheln – jedoch stets unter Anleitung und Aufsicht der Eltern. Ab circa zehn Jahren können sie dann auch eigene Aufgaben selbstständig übernehmen, etwa das Füttern oder Reinigen des Stalls.

Wie lange leben die Haustiere?

Zu bedenken ist jedoch nicht nur, welches Alter das Kind hat, sondern auch welche Lebenserwartung das einzelne Tier aufweist. Während ein Hamster nur etwa drei Jahre alt wird, kann ein Hund je nach Rasse etwa 10 bis 15 Jahre oder länger an Ihrer Seite sein. Katzen werden häufig noch älter. Vielleicht leben die Haustiere noch im Haushalt, wenn der Nachwuchs bereits auszieht. Seid ihr dann bereit und in der Lage, so lange Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen? Berücksichtigt also in jedem Falle das maximale Lebensalter der Haustiere, die für Ihre Familie infrage kommen.

Die Kinder sind ausgezogen – der Hund bleibt!                                                   DMabelAmber / Pixabay 

Allergien gegen Haustiere

Leiden Familienmitglieder unter einer Allergie gegen Tierhaare, kommt ein Tier mit Fell nicht infrage. Ihr könnt aber vorher einen Test beim Hautarzt durchführen lassen, der Aufschluss darüber gibt, gegen welche Tiere genau sich die Allergie richtet.

Pflege und Kosten der Haustiere

Bedenkt auch, dass ihr den unterschiedlichen Tierarten verschiedene Pflege zukommen lassen müsst. Katzen beschäftigen sich auch mal alleine, doch ein Hund benötigt viel Beschäftigung und eine konsequente Erziehung. Hunde müsst ihr nicht nur körperlich, sondern auch geistig fordern. Möglicherweise müsst ihr auch eine Hundeschule besuchen. Auch ein Tier, das im Käfig oder Terrarium lebt, ist relativ arbeitsintensiv.

Mit der Pflege einher gehen die Kosten, die für ein Haustier aufkommen. Vor der Anschaffung sollte jeder überlegen, ob er diese tragen kann. Für einen Hund oder eine Katze kommen monatlich etwa 70 bis 100 Euro zusammen. Nagetiere liegen mit 15 bis 25 Euro niedriger. Jedoch können die Kosten schnell in die Höhe schnellen, wenn das Tier krank wird. Hierfür solltet ihr stets einen Betrag sparen und zur Seite legen.

Hygieneregeln einhalten

Erklärt euren Kindern von Anfang an, dass sie im Umgang mit Tieren bestimmte Hygieneregeln einhalten müssen. Das Händewaschen nach dem Spielen und Streicheln sgehört zur Tagesordnung. Und auch den Eltern kommen wichtige Aufgaben bezüglich der Hygiene zu:

  • regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen
  • Anwendung von Parasiten-Schutz (gegen Flöhe, Zecken usw.)
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Haustiere können also dazu beitragen, dass ein Kind auf gesundheitlicher, emotionaler und sozialer Ebene stark profitiert. Wer sich im Vorhinein gründlich informiert, plant und sich gemeinsam als Familie für einen neuen Mitbewohner entscheidet, wird daher all die schönen Seiten am Leben mit Haustier genießen.

 

 

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3 comments

  1. Hallo! Ich finde euren Text gut und auch richtig! Aus eigener Erfahrung möchte ich aber noch anmerken, dass Nager insbesondere Kaninchen teure Tiere sind. Denn mit ein bisschen Käfig und Heu ist es nicht getan. Schätzungsweise liegen die Kosten bei ca 30-40 € im Monat. Zudem sind es auch nicht unbedingt Tiere die sich gerne Streicheln und auf dem Arm nehmen lassen. Ach ja und es sollten ja immer mindestens 2 sein.

    Wir haben uns als Familie für Kaninchen als Haustiere entschieden. Meine Tochter ist 8 Jahre alt. Es kommt natürlich auf jedes Kind an, aber sie tut sich schwer mit der Verantwortung und die meiste Arbeit übernehme ich. Es ist aber nicht wirklich schlimm, denn ich wusste was auf mich zukommt! ;-)

    • einerschreitimmer

      Hallo Susanne, ich bin mit einer Katze aufgewachsen und habe sie geliebt. Bis ich 28 Jahre alt war hatte ich immer eine oder zwei Katzen. Dann bin ich mit meinem jetzigen Mann zusammengezogen und der hat eine Katzenallergie. Hätte sonst schon wieder gerne eine Katze – ein Hund ist mir definitiv zu aufwändig. LG Lisbeth

  2. Das Aufwachsen mit Tieren ist echt etwas tolles. Ich selbst hatte das Glück mit Katzen, Kaninchen und Co. aufzuwachsen und habe es total genossen. Als Eltern hat man zugegeben Extraarbeit und muss kontrollieren, mithelfen, zum Tierarzt fahren etc. aber auch für die elterliche Seele sind Tiere toll. Hier fiel die Entscheidung dann neben Katzen auf Hühner-Zwerghühner, schon da sich die Hühner so schön mit dem Garten kombinieren lassen. Mit einigen technischen Extras (automatischer Türöffner, Tränkenwärmer etc.) sind Hühner echt geniale „Haus-Gartentiere“, Kinder können super mithelfen und nebenbei gibt es dann auch noch Eier. Einziges ganz großes Manko ist die jeden Herbst-Winter drohende Stallpflicht, in Oberösterreich hat man leider Null Chance als Hobbyhalter eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen.

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