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"Meine Zwillingsschwangerschaft": Conny erkannte die Wehen nicht

Heute aus der Interviewreihe „Meine Zwillingsschwangerschaft“, plaudert die Hannoveranerin  Cornelia Diedrichs von Schwangerschaft und Geburt. „Ich habe die Wehen nicht als solche erkannt“, sagt die Frau, die noch aus dem Kreißsaal twitterte.

 

1) In welcher SSW hast du davon erfahren? War es eine Überraschung, oder war es geplant? Wie hat dein Partner reagiert?

Ich war in der 5. SSW und hatte einfach aus einem Gefühl heraus den Test gemacht. Ich hatte null damit gerechnet, obwohl wir schon drei Jahre nicht mehr verhütet hatten und uns ein Kind wünschten. Als ich den Test in Händen hielt war mein erster Gedanke: “Scheiße”. Doch das war kein bedauerliches Scheiße sondern einfach ein überraschtes “Ach Du meine Güte”. Ich konnte es nicht glauben und machte noch einen Test. Danach setzte ich mich zu meinem schlafenden Mann ans Ehebettchen und sagte: “Schatz, wir sind zwar gerade fertig mit Renovieren, aber wir müssen nochmal ran. Das kann so nicht bleiben wie es ist.” Er guckte mich verschlafen an und meinte irritiert: “Wieso?” Meine Erwiderung war nur: “So kann das nicht bleiben, das funktioniert sonst nicht.” Er guckte mich an, rätselte und dann weiteten sich seine Augen. “Ne, oder?” “Doch!” Ich zeigte ihm die Tests und er freute sich. Wir hatten immerhin seit unserer Hochzeit nicht mehr verhütet.

2) Ab wann war klar, dass es sich um Zwillinge handelt? Wie hast du reagiert, wann hast du es realisiert?

Gut eine Woche später. Es sollte das erste Ultraschallbild gemacht werden… ich war allein hingegangen, da mein Mann arbeiten musste. Die Frauenärztin und ich schauten auf den Monitor und ich hörte: “Ja, also da sind zwei Fruchthöhlen.” Zwei? Ähhh Zwillinge? Ich ließ den Kopf zurück fallen und dachte nur WTF. Das gibts doch nicht. Da hörte ich: “Oh, moment, ist da noch ein Drittes?” Mein Kopf schoss nach vorn und blickte auf den Monitor. Die Ärzte schaute und schaute, meinte dann jedoch, dass es nur ein Schatten gewesen sei. Zwillinge – unglaublich. Ich war weniger von der Arbeit und allem geschockt als über eine Begebenheit der Vergangenheit….. Gespräche die aus Scherz mehrfach in den letzten 12 Jahren vor der Schwangerschaft zwischen meinem Mann und mir stattfanden….Mein Mann: “Ich will keine Kinder.”
Ich: “Ich könnte mir 3 Kids vorstellen.”
Mein Mann: “Über eines können wir mal reden.”
Ich: “Mhh Du eines, ich 3, einigen wir uns auf 2.”
Mein Mann: “Ich schwänger Dich nur einmal. Basta.”
Ich: “Ok, dann krieg ich Zwillinge. Passt doch.”

Und nun war es passiert. Ich freute mich. Ich hatte mir immer Zwillinge gewünscht. Noch bevor ich meinen Mann anrief, rief ich meine Mutter an und fragte sie nach ihrer Unterstützung. Mein Mann erfuhr es danach und war geschockt, aber auch erfreut und geschockt. Ich realisierte es relativ schnell und freute mich auf die Beiden. Meine Familie hat übrigens immer gleich reagiert – mit Lachen.

3) Hast du vor der 12. Woche schon jemandem erzählt, dass du schwanger bist?

Anfangs nur den engsten Verwandten und meinem besten Freund. Doch schon nach einer Woche beschlossen wir, es allen zu sagen. Es behinderte mich arg beim Bloggen, darüber Stillschweigen zu bewahren, daher ging ich in mich und stellte mir die Frage: Wenn etwas Schlimmes passiert, kannst Du damit offen umgehen, dass es jeder weiß? Die Antwort fiel mir leicht. Ja, ich kann das. Daher offenbarten wir bereits in der 7. SSW, dass wir Zwillinge erwarten würden.

4) Wie hast du es deinem Chef, deiner Chefin erzählt? Was hat er/sie gesagt?

Ich habe keinen Chef.

5) Wie war die Schwangerschaft? Hattest du gewisse Gelüste. War dir schlecht? Warst du in vorzeitigem Mutterschutz?

Die Schwangerschaft war insgesamt nicht wirklich schlimm. 3 Monate war mir immer mal wieder übel aber nicht speiübel. Ich war immer mal wieder müde und schlapp, aber dennoch gut drauf. Ab Mai durfte ich dann 7 Wochen nur noch liegen. Davon 2,5 Wochen im Krankenhaus und den Rest daheim bis die Kids der Meinung waren: “Enough, wir kommen raus.” Man hatte hier und da kleine Wehwehchen aber das war alles hinzukriegen. Gelüste oder gar emotionalle Instabilität hatte ich null und gar nicht.

6) Ab wann war die Schwangerschaft belastend, war sie das überhaupt jemals? Wer hat dir geholfen?

Belastend war es vermutlich ab dem Liegezeitpunkt. Jedoch machte ich das Beste draus. Ich schaute unheimlich viele Serien dank Sky Go und Amazon Instant Video, surfte vom Bett aus mit meinem Surface und arbeitete so sogar nebenbei. Das Wasser machte mir etwas zu schaffen und der Bauch war ganz schön im Weg, sodass mein Mann mir beim Anziehen und Ausziehen helfen musste. Das ständige auf Klo gehen nervte, aber es war insgesamt alles ok. Die Schmerzen im Rücken waren mir nicht neu, als Schmerzpatientin kenn ich sowas zur Genüge, daher belastete mich das nicht mehr als sonst.

7) Welche Sachen hast du eingekauft? Wann wurde das Zimmer für die Zwillinge gestaltet? Welche Dinge MUSS jede Zwillingsmama zu Hause haben? Was ist sinnlos?

Ich hab alles Mögliche eingekauft. Was man eben für ein bzw. Babys braucht. Gebrauchte Kleidung, gebrauchte Möbel, Windeln, Fläschchen, eine Milchpumpe, Spielzeug all so ein Kram eben. Ein Muss war für mich die Milchpumpe, da es im Krankenhaus mit der Milchpumpe von dort nicht klappte. Und für daheim waren es die elektrischen Babyschaukeln, der Zwillingslaufstall, die 2 Fläschchenwärmer, 2 Cool Twister, jede Menge Milchportionierer und 2 Zwillingsstillkissen.

Die Zimmer gestalteten wir aus einem Mix von Alt und neu. Bei der Deko fanden sich viele Dinge, die schon in meinem Kinderzimmer hingen. Es wurde bunt und nicht geschlechtsspezifisch eingerichtet. Weiße Möbel zu grünem und blauen Motivteppichen und Eulen-Wanddeko mit gestickten Bildern.

8) Wie war die Geburt? Welche SSW? Natürlich? Kaiserschnitt?

Bei 33+3 setzten die Wehen ein, die ich überhaupt nicht als Wehen erkannte. Ich dachte, ich habe Rückenschmerzen. Mit dem Krankenwagen kam ich dann nach nur 3 Stunden ab Wehenstart mit zwei Minuten Abstand im Kreissaal an.

Bei 33+4 waren meine Jungs nimmer aufzuhalten. Sie wären eigentlich leicht rausgefluscht, doch da Basti nicht mit dem CTG zu finden war, wurde es ein Not-Kaiserschnitt. Die Wehen waren gut zu ertragen, anscheinend hat dadurch niemand mitbekommen, dass ich eine recht schnelle vollständige Muttermundöffnung hatte. 3 oder 4 Stunden nach der OP war ich bereits auf den Beinen und konnte nach 9 Stunden meine Kinder endlich sehen.

Einzig, dass ich drei Tage später nochmal geöffnet wurde, weil der Verdacht auf entzündete Hämatome im Raum stand, war nicht so prickelnd, denn nach dieser zweiten OP hatte ich dank einer piekenden Drainage einen Tag die Schmerzhölle auf Erden. Da hätte ich mir die Wehen sofort zurückgewünscht.

9) Was hast du gedacht, als du die Kinder erstmals gesehen hast?
Es war unwirklich. Ich weiß nimmer wirklich was ich dachte, außer: Seid Ihr klein.

 

10) Welchen Tipps gibst du werdenden Zwillingseltern mit auf den Weg?
Es ist nie so schlimm, wie ihr anfangs denkt. Es ist etwas schönes und noch haben alle Zwillingsmamas es überlebt.

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Mütter erzählen im Interview von ihrer Zwillingsschwangerschaft:

Experteninterviews:

Tipps von Zwillingseltern für Zwillingseltern:

Umfrage: Zwillingsmütter erzählen

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer…

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