Home / Parade der Peinlichkeiten / Parade der Peinlichkeiten: Frau Confuss und die Berliner Verkehrsbetriebe
Frau Confuss illustriert alle ihre Blogbeiträge selber. Chapeau!

Parade der Peinlichkeiten: Frau Confuss und die Berliner Verkehrsbetriebe

Kennt ihr Beatrice Confuss? Nein? Ein grober Fehler: Die schreibt auf ihrem Blog nämlich sehr lesenswerte Texte. Etwa über lustige Busfahrten. Oder über Katzen in Säcken. Außerdem muss man erwähnen, dass Frau Confuss alle ihre Blogbeiträge selbst bebildert! Chapeau an dieser Stelle! Heute erzählt Beatrice in der allseits beliebten „Parade der Peinlichkeiten“ einen Schwank aus der Zeit, als sie noch kinderlos war und beinahe im Knast landete. Aber lest selbst…

 

Ich lag in den letzten Zügen meines zweiten Examens, wohnhaft in Berlin und war hektisch in der Stadt unterwegs. Ich musste zur Bibliothek.

Ich war im Vergleich zum grauen Berliner Einheitsbrei etwas bunter gekleidet und hatte eine überdimensional große Tasche dabei. Schon bei der ersten UBahn-Etappe geriet ich in eine Fahrscheinkontrolle. Das Kontrollier-Team stieg mit mir um. In der nächsten Bahn wurde ich vom gleichen Kontrollier- Team nochmal kontrolliert. Da lachte ich noch und bemerkte, sie hätten mich doch schon vor 5 Minuten in der anderen Bahn kontrolliert. Eine typische berlinerische Manier ist es unbeeindruckt drein zu schauen und mit den Schultern zu zucken. „Wat wees icke!“ „Jut, na denne!“, dachte ich bei mir und zeigte brav mein Monatsticket. Man kennt se ja die „Balina“. Ich stieg schließlich aus und erledigte meinen Kram.

Auf dem Heimweg – man wird es kaum glauben – wurde ich wieder vom gleichen Kontrolleur-Duo kontrolliert! Die wollten original meine Monatskarte ein drittes Mal sehen. Es nützte auch nichts, dass ich sagte, sie hätten mich doch noch vor ner guten Stunden zweimal kontrolliert. (Zur Erinnerung, ich fiel optisch auf.)

„Mann Fräulein, wa sehn so viele Leute, weest te! Wat is jetzte?“

Also kramte ich meine dicke Kurier-Tasche, die ich immer auf dem Rücken trug, vor meinen Bauch und wollte nach meinem Portemonnaie greifen. Aber es war nicht da! Es war NIIICHT DAA? Äh! Ich kramte weiter unten, ich kramte weiter vorn und weiter hinten. Kein Portemonnaie. Die Kontrolleure wurden ungeduldig: „Na wat is denn jetze, Fräulein?“ Nicht nur die Kontrolleure auch ich wurde langsam unrund.

„Fräulein, den Fahrschein bitte!“
„Mann! Sie haben mich doch eben schon zweimal kontrolliert! Ich erkenne sie doch AUCH wieder! Außerdem: Meine Geldtasche ist geklaut!“, sagte ich verzweifelt.
„Fräulein, dann müssen se jetzt mit uns aussteigen. Wir müssen die Personalien aufnehmen!“

Ich sah die Herren ungläubig an. Aber da fuhren wir schon in den Bahnhof Rüdesheimer Platz ein. Ich wurde auf den Bahnsteig zitiert. Ich stieg mit aus, setzte meine Tasche ab und wühlte erstmal darin rum. In meinem inneren Auge sah ich mich schon auf einer Polizeiwache sitzen als ich eine forsche Aufforderung hörte: „Fräulein, jetzt zeigen se uns erstmal ihre Papiere bitte!“

Ich schwitzte und wurde ganz hektisch. Im Kopfkino sah ich, wie sich jemand mit meiner Kreditkarte eine Villa auf den Bahams kaufte und  sich mit meinem Geld Champagner bestellte.

Die Kontrolleure hatten jedenfalls keine Erinnerung an mich und auch kein Erbarmen: Ich musste meine Personalien aufgeben, sollte meinen Ausweis vorzeigen (hahaha) und sollte eine Strafe zahlen. Ohne Geldbörse. Ich war mittlerweile richtig verärgert. Ich sah zufällig zwei Polizisten am sonst leeren Gleis und eilte hin. Die Kontrolleure ließ ich einfach stehen. Ich sprach die Polizisten an und sagte, dass vermutlich mein Portemonnaie gestohlen worden sei. Was ich jetzt tun müsse. Die Polizisten sahen mich ebenfalls berlinerisch ausdruckslos an und sagten:“ Na, denn würd ick ma alle Karten sperren lassen und dann machen se Anzeige gegen Unbekannt. Aber machen se sich keine großen Hoffnungen!“

Ich blieb schließlich alleine am Steig zurück. Mit der Bahn wollte ich nicht mehr fahren, ich hatte ja jetzt wirklich kein Ticket mehr. Und bei meinem Händchen für Kontrollen, käme ich bestimmt in noch eine…

Als ich meine Tasche am nächsten Tag komplett leerte, tauchte mein Portemonnaie auf.

Frau Confuss illustriert alle ihre Blogbeiträge selber. Chapeau!
Frau Confuss illustriert alle ihre Blogbeiträge selber. Chapeau!

Frau Confuss findet ihr nicht nur in ihrem entzückenden und liebevollen Blog sondern auch auf Facebook.

________________

Noch mehr aus der Parade der Peinlichkeiten gefällig?

1. Teil: Peinlich sind nur die anderen (Glucke und so)

2. Teil: Nathalie und die Kacka-Wurst (Eine ganz normale Mama)

3. Teil: Saskia klaut im Supermarkt (Essential Unfairness)

4. Teil: Judith aus Wien und die Schwimmwindel (Stadtmama.at)

5. Teil: Daniela und der Blümchensex

6. Teil: Rike und der Glitzer-Dildo (Nieselprim)

7. Teil: Das Waschbrettoberkörperdrama (Andrea Harmonika)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

<
Parade der Peinlichkeiten

About einerschreitimmer

Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
Previous Melanies Zwillingsschwangerschaft: Eine eingeleitete Geburt in der 39. Woche
Next Kurz und bündig: Lieblingstweets aus KW 9

Check Also

Parade der Peinlichkeiten: Ein Schwank aus dem Kreißsaal (2KindChaos)

„Einer schreit immer“ sammelt also Geschichten wie peinlich es mit Kindern zugeht. Interessant – und …

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen