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Christina Tropper Einer schreit immer

Hilfe! Ich bin zu hässlich für Instagram!

Als durschnittliche Mitteleuropäerin mit durchschnittlichem Lebensstil und leicht überdurchschnittlicher Kleidungsgröße, hat man es nicht leicht in dieser überdurschnittlich digitalen Welt: Richtig! Wir sprechen vom Online-Werbekatalog der sich Instagram nennt. Auf Instagram sind Couchen weiß, Kindergeburtstage glamourös und Mütter natürlich falten- und selbstverständlich cellulitefrei.

Im Prinzip spricht ja nichts gegen schöne Werbefotos. Wenn Herzogin Kate einen Tag nach der Entbindung schlank und top gestylt mit Kind und Kegel vor der Kamera posiert, denkt frau sich beschwichtigend: „Tja. Die gute Kate hat sonst nichts zu tun. Außerdem hat sie einen Stylisten und ihr Mann bald eine Glatze! Ätschbätsch!“ Man kann sich also damit trösten, dass man als Working-Mum, die alles gibt, und kein Personal hat, in Adels- und Promikreisen einfach nicht mitmischen kann. Das ist OK, beruhigt das Gewissen und entlastet einen auch in gewisser Weise.

Als Profi-Mutter weiß man natürlich: Nach so einer Geburt fühlt man sich wie ein Tonne, trägt Unterwäsche die selbst den liebendsten Ehemann ein Augenrollen kosten und hat Augenringe wie ein ausgewachsener Panda.

Einer schreit immer
Nach so einer Geburt ist man nämlich gar nicht so entspannt…

Ganz anders ist das auf Instagram  

Hier zeigen ja „ganz normale Mütter“ ihre Einblicke in den Alltag. Sie posieren mit Kinderwagen im In-Cafe, stillen verträumt im Rapsfeld bis zum dritten Lebensjahr und präsentieren ihre süßlich schlafenden Kinder im Closeup. Außerdem sehen sie stets aus wie aus dem Ei gepellt und schreiben dann auch noch, wie easy sich Kinder und Karriere miteinander verbinden lassen. Das Problem bei der Sache: Manche Instagram-Mütter präsentieren sich und ihre Kinder dermaßen auf Augenhöhe, dass der Leser vergisst: Hey – was da alles so locker aussieht, ist ein kleines Medienunternehmen. Denn wer steht schon mit Blumenkranz am Kopf im Garten herum oder ist schon beim Frühstück gestylt wie Heidi Klum beim Catwalk-Training?

ICH NICHT! Und genau das ist mein Problem!

Einer schreit immer
Der Gatte meint ja immer sehr charmant: „Liebling! Du hast ein Radio-Gesicht!“

Fotos nach dem Aufwachen könnte nicht mal Interpol zur Fahndung verwenden. Tja, selbst mein Mann schreckt sich hin und wieder und sagt Sätze wie: „Schatz! Bitte nicht auf nüchternen Magen…“ Bei uns zu Hause herrscht leider das Durchschnittschaos. Wir haben gemusterte Teppiche, damit man die Flecken weniger sieht. Im Keller stapelt sich die Dreckwäsche neben der Waschmaschine. Im Bett trinken wir leider gar nicht hyggelig Tee,  sondern dort verteilen die Kinder Kekskrümel. Und im Garten braucht man ein Buschmesser, wenn man vom Pool zum Hochbeet vordringen möchte. Da einzig Englische an unserem Rasen sind die Flüche meines Mannes (Englischlehrer) beim Vertikutieren: „F*******CK“

Prinzipiell fotografiere ich bei uns zu Hause nur an Tagen, an dem die Putzfrau zugegen war. Außerdem nehme ich nur vorteilhafte Ausschnitte des Hauses, weil der Rest oft aussieht, als hätte eine Granate in Form von zwei Kindern bei uns eingeschlagen.

Somit habe ich also ein ernst zu nehmendes Instagram-Problem 

  1. Wir leben weder vegan-, gluten-, zucker-, lactose- oder fettfrei.
  2. Ich fotografiere niemals meine Füße, weil diese meist in Birkenstock-Sandalen stecken und ich dringend zur Pediküre sollte, aber aus Zeitgründen den Termin ständig verschiebe.
  3. Selfies machen mich nervös, weil ich mich da irgendwie beobachtet fühle.
  4. Mein Ehemann macht nachweislich die schlimmsten Fotos der Welt.
  5. Und last but not least: Meinen Kaffee trinke ich lieber, anstatt ihn zu fotografieren.

Wer unserem belanglosen Alltag trotzdem auf Instagram folgen möchte, sei hiermit herzlich eingeladen. Du wirst dort fleckige Einblicke in den belanglosen Alltag mit Kindern finden. Und witzige Texte. In diesem Sinne: Herzlich willkommen! Lasst uns gemeinsam die 10.000 knacken! :)

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Ganz ähnlich sieht das übrigens meine wunderbare Blogger-Kollegin „Frau Mutter“!

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Wer schreibt hier eigentlich?

Zwillingsmama, Kinderdompteurin, Geburtstagsveranstalterin, Chaosmanagerin und „Mädchen für eh alles“: Unter dem Netz-Pseudonym Anna Attersee schreibe ich hier pädagogisch wertlos über das turbulente Leben mit Kindern – schonungslos ehrlich, denn einer schreit hier bei uns immer… Im richtigen Leben bin ich Journalistin, arbeite im Bereich „Irgendwas mit Medien“ und habe kürzlich mein erstes Buch veröffentlicht. Mehr über mich und unsere Familie findest du HIER.

 

 

7 comments

  1. Wunderbar- das könnte ich geschrieben haben :-) :-) :-)
    so ist es :-)

  2. Liebe Anne, da sind wir schon zwei OHNE Instagram-Gesicht, durchgestyltes Haus und englische Garten. Nur bei uns liegen dann noch die Hundehäufchen…

  3. Tja, ich habs ja schon immer gewusst – Instagram killt die Zufriedenheit mit sich selbst.

    Zufriedenheit damit, dass man den Tag überlebt hat (Jahr 1 mit Zwillingen)
    Zufriedenheit, dass man es geschafft hat, irgendwie feste Nahrung in die Zwerge zu bekommen (Jahr 2)
    Zufriedenheit, dass man halbwegs menschlich in die Öffentlichkeit treten kann (ab Geburt)

    Ich glaube, ich bin ab sofort damit zufrieden, dass ich selbst mit meinem Körper, der im Figurenuniversum in der übermäßig kurvigen Ecke einzuordnen ist, über durchaus fotogene Töchter und einen Hund mit angeborenem Fotografenlächeln verfüge – die werden ab sofort für jedwede Instagram-Aktivitäten genutzt. :-)

    Und gleichzeitig genieße ich meinen nicht-Instagram-tauglichen Alltag, der sagt mir nämlich, dass ich noch real/authentisch bin!

  4. Beschreibst Du mich, hahaha. Obwohl, ich habe einen Insta Pluspunkt, ein Kind mit Behinderung, oder ach nein, doch nicht, vegan wäre besser

  5. Harte Instagram-Liebe. Ernsthaft. !

  6. Sowas von die Realität! Aber das ist auch das was es so sympathisch macht :)

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About einerschreitimmer

Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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