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Interview: Wie man Zwillinge und Drillinge groß zieht, ohne in der Klapsmühle zu landen

Diese Frau ist entspannt wie ein tibetischer Zen-Buddhist: Elian ist Drillingsmama und Psychologin. Auf die Frage, ob sie mir Fotos mit mehr Chaos schicken kann, antwortet sie nur kurz: „Also Chaos haben wir wenig. Ich mag das nicht so und außerdem würde ich sonst hier untergehen.“ Na gut – also keine Chaos-Fotos, dafür aber viele praktische Tipps. Denn die  Schweizerin hat nicht nur Drillinge sondern betreibt außerdem die Seite „Mehrlingsmanagement“ und bietet dort Vorbereitungskurse und Beratungen für Zwillings- und Drillingseltern an.

Starten wir mal ganz am Anfang: Was waren deine ersten Gedanken, als du erfahren hast, dass es Drillinge werden?

Mein erster Gedanke war „Das kann nicht sein. Das kann nicht stimmen.“ Mein Erstaunen hat den Hintergrund, dass eine Freundin von mir bereits Drillinge hat, und ich dachte mir, „das kann gar nicht sein, so einen grossen Zufall kann es gar nicht geben.“ Der anfängliche Schock hat sich dann alsbald in Schwangerschaftsübelkeit verwandelt (die ja bei Mehrlingsschwangeren anfangs häufiger und stärker vorkommt), und ich brauchte einige Tage, bis ich wieder klar denken konnte. Ich habe dann sofort angefangen zu organisieren und zu planen – das ist meine Art, etwas zu bewältigen. Je mehr ich das Gefühl hatte, das Ganze irgendwie zu überblicken, umso mehr kam die Freude, und ich konnte meine Schwangerschaft genießen.

 

Du bist Psychologin und Drillingsmutter: Was war für dich selber die größte Herausforderung?

Es gibt natürlich laufend neue Herausforderungen, aber eine bestimmte Zeit habe ich als besonders anspruchsvoll in Erinnerung. Es war die Phase, in der die Kinder bereits krabbeln konnten und angefangen haben aufzustehen. Von diesem Moment an war bei uns der Nachtschlaf vorbei. Zuvor hatten wir einen tollen und regelmässigen Rhythmus sowohl von Schlafens- wie auch Essenszeiten. Nachtmahlzeiten hatten wir ab rund 8 Monaten keine mehr. „Uff, alles richtig gemacht!“ …könnte man denken. Aber es gibt Dinge, die kann man nicht kontrollieren. Als unsere Kinder sich in ihrer Motorik weiter entwickelt haben und alleine aufstehen konnten, wurden sie nachts sehr unruhig. Sie haben sie sich beim Einschlafen und auch während der Nacht mehrmals im Bett hochgezogen und konnten sich selber nicht mehr beruhigen und somit nicht wieder einschlafen. Sie waren zwar müde, aber konnten nicht mehr zur Ruhe finden. Das hat für uns Eltern bedeutet, dass mehr oder weniger permanent einer von uns beiden wach war und Kinder beruhigt hat, nachts mit dem Kinderwagen raus ist. Wo war unser super Schlafrhythmus? Was war passiert? Die Kleinen hatten in dieser Zeit eine riesen Entwicklung durchgemacht und befanden sich in einer Übergangsphase, bis sie gelernt hatten, zu laufen. Von da an – rund 4 Monate später – hat sich alles wieder beruhigt, und es war wieder an durchschlafen zu denken. In dieser anstrengenden Zeit waren wir auf zusätzliche Hilfe angewiesen, und es wurden von den Grossmüttern jeweils Frühschichten übernommen, damit wir zusammengezählt auf 4-6 Stunden Schlaf gekommen sind – schliesslich waren die restlichen 18-20 Stunden des Tages entweder mit Kindern oder Arbeit komplett ausgefüllt. Familiäre Unterstützung zu haben, ist wirklich enorm hilfreich und nicht selbstverständlich. Dennoch war es auch stets ein Balanceakt von Hilfeannehmen und einer gefühlten Abhängigkeit – auch eines Eingriffs in die Privatsphäre. Als Mutter und auch als Vater hat man doch den Wunsch, alles selber machen zu können. Auf Hilfe angewiesen zu sein, obwohl ich es nicht in dem Mass wollte, war nicht immer einfach. Dennoch war es richtig, damit ich ausreichend Energie hatte, für unsere Kinder gut sorgen zu können.

Rückblickend betrachtet, entwickelt man in den ersten Monaten fast übermenschliche Kräfte, wobei die Hormone dabei sicher ihr Übriges tun. Dennoch geraten nicht wenige Mehrlingsmütter im Laufe eines Jahres oder auch später in einen Erschöpfungszustand. Diesbezüglich wachsam zu sein und gut auf sich selbst zu achten, erachte ich als enorm wichtig. Sich Unterstützung zu suchen ist eine individuelle Lösung und sieht für jede Familie anders aus. Es ist abhängig von der beruflichen Situation, den familiären Strukturen und natürlich auch von staatlichen Gegebenheiten (im deutschsprachigen Raum Europas gibt es da sehr grosse Unterschiede). Ich rate allen werdenden Drillings- und auch Zwillingseltern, sich gemeinsam und frühzeitig über die Kinderbetreuungssituation Gedanken zu machen, darüber zu sprechen und kurzfristige und langfristige Bedürfnisse eines Jeden miteinzubeziehen.

Darüber hinaus ist Akzeptanz ein ganz wichtiger Aspekt. Manchmal muss man akzeptieren, dass man gewisse Dinge nicht gleich ändern kann. Es braucht oft Zeit, es sind Phasen, die vorüber gehen. Es ist wichtig, nicht in einen wilden Aktionismus zu verfallen, sondern selbst Beständigkeit und Präsenz zu vermitteln, im Vertrauen darauf, dass es Schritt für Schritt voran geht.

Du arbeitest viel mit Mehrlingseltern – was sind ihre größten Sorgen? Wie kann man beschwichtigen? 

Die häufigsten Sorgen sind wohl, wie man allem gerecht werden kann, ob man jemals noch schläft, wie man seine Beziehung als Paar pflegen kann, und natürlich wie man die Finanzen entlasten kann.

Ich weiss nicht, ob beschwichtigen das richtige Wort ist. Das klingt für mich etwas nach Schönreden, und ich denke, das ist nicht hilfreich. Ich sehe es als meine Aufgabe an, mögliche Realitäten aufzuzeigen, damit man sich bewusst und individuell auf gewisse Probleme vorbereiten kann. Was man gedanklich bereits einmal durchgespielt hat, ist danach oft halb so schlimm, als wenn es einem kalt erwischt. Für viele Eltern ist es sehr hilfreich, sich Informationen zu holen, und sich mit anderen Mehrlingseltern zu vernetzten. Andere Familien mit Zwillingen oder Drillingen zu sehen, gibt einem das Gefühl des Machbaren.

Natürlich kann man sich nicht auf jede Situation vorbereiten, aber man kann sich wiederum darauf einstellen, dass es auch Situationen geben wird, in denen man an seine Grenzen stösst, und dass das in Ordnung und normal ist. Es ist auch wichtig als Paar seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen. Ist beispielsweise der Vater ein Nachtmensch und die Mutter ein Morgenmensch, so macht es Sinn, die Betreuung während der Nacht entsprechend aufzuteilen.

 

Generell empfehle ich möglichst viel Struktur: regelmässige Essens- und Schlafenszeiten sowie regelmässige Spaziergänge, was nämlich (vor allem im Säuglingsalter) oftmals die Möglichkeit zum Schlafen bietet für die Kleinen, und den Eltern einen Tapetenwechsel verschafft. Mit Mehrlingen hat man an unglaublich vieles zu denken, daher ist es hilfreich zu vereinfachen, Pläne und Listen zu führen. Was man auf dem Papier hat, muss man nicht im Kopf haben. Der Kopf sollte auch mal frei sein können, um die Zeit mit den Kindern zu geniessen.

Was die Paarbeziehung betrifft, so lautet der Hauptratschlag: miteinander sprechen – über die Bedürfnisse der Kinder, über die eigenen und über die Beziehung. Vieles, was vor den Kindern spontan und automatisch verlaufen ist, muss nun geplant werden. Das mag unromantisch klingen, ist aber enorm hilfreich. Wem das Planen zu wider ist, für den mag es hilfreich sein, sich vorzustellen, dass man sich für Dates verabredet, wie am Anfang der Beziehung. Was die Finanzen angeht, so sind Unterstützungsmöglichkeiten sehr wohnortabhängig. Was aber allgemein ratsam ist, ist sich Dinge gebraucht zu kaufen. Im heutigen Online-Zeitalter gibt es so viele Mehrlingsmärkte und Basare im Internet, wo man gute Ware für die Hälfte des Preises oder weniger bekommen kann. Ebenso empfiehlt es sich, während der Schwangerschaft eine detaillierte Liste zu machen und diese an Freunde und Bekannte mit Kindern zu verschicken mit der Bitte, sich einzutragen, wer etwas beisteuern könnte.

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„Einer schreit immer“ präsentiert im Blog alles Wissenswerte rund um das Thema Zwilllinge. Willst du Infos über die Zwillingsschwangerschaft? Die findest du im Ratgeber „Schwanger mit Zwillingen“

 

Gerade bei Zwillingen und Drillingen ist das Thema Frühgeburt sehr präsent…

Mit Drillingen oder mehr ist es notwendig, sich auf das Thema einzustellen. Auch für Zwillingseltern halte ich es für sinnvoll, gewisse Informationen einzuholen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Schwangerschaftsbetreuung durch einen Gynäkologen/eine Gynäkologin vorgenommen wird, der/die Erfahrung mit Mehrlingen hat und einem in diesen Themen kompetent beraten kann. Es ist empfehlenswert sich zu informieren, welche Kliniken einem im Falle einer Frühgeburt aufnehmen könnten, und wo es Stationen für Neonatologie gibt. Je nach Verlauf der Schwangerschaft und Risikoeinschätzung kann es auch sinnvoll sein, eine Klinik zu besichtigen und die Kinderärzte kennen zu lernen. Mit Zwillingen ist das meist nicht nötig, ab Drillingen sollte man das für sich selbst tun. Worauf man gedanklich vorbereitet ist, beunruhigt einem weniger, und es schafft Vertrauen.

Was die Betreuung der Säuglinge auf der Frühgeborenenstation oder auch auf der Neo-Intensivstation betrifft, so wird den Eltern so viel Kontakt zu den Babys ermöglicht, wie es nur geht. Das sogenannte „Känguruhen“, wo das Baby in direktem Hautkontakt auf der Brust der Eltern liegt, wird als enorm hilfreich für die Entwicklung betrachtet, beruhigt das Baby und schenkt ihm Kraft und Geborgenheit. Auch „Doppelkänguruhen“ mit zwei Babys gleichzeitig ist möglich. Ebenso können auch erste Versuche des Stillens unternommen werden, sobald der Saugreflex stark genug ist. Die Bindung zu den Babys kann auf diese Weise gepflegt und gestärkt werden.

Eltern, deren Kinder noch eine Weile im Krankenhaus bleiben müssen, rate ich, sich während der Besuche ganz auf die Babys zu konzentrieren, aber in der Zwischenzeit auch die Entlastung des Klinikpersonals anzunehmen und die eigenen Kräfte zu schonen. Die erste Zeit, wenn die Babys nach Hause kommen wird wunderschön, aber auch nochmals sehr intensiv.

Ein Vorteil, wenn die Kinder noch etwas länger in der Klinik bleiben ist, man kann sich an alles langsam herantasten und ist ein wahrer Experte in Babypflege, wenn die Kleinen zu Hause ankommen.

Bei Frühgeburten steht oft das Thema „Beeinträchtigung“ im Raum. Wie kann man damit umgehen?

Als Frühgeburt gelten Babys, die vor Ende der 37. SSW zur Welt kommen. Dank der enormen Fortschritte in der medizinischen Behandlung können heute bereits Kinder im Alter von 24 SSW überleben. Je jünger und je niedriger das Geburtsgewicht ist, desto höher ist jedoch die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen.

Wenn verschiedene Faktoren, wie beispielsweise ein Geburtsgewicht von über 1000g, das Erreichen von 30  Schwangerschaftswochen, keine künstliche Beatmung bei Geburt gegeben sind, dann sind sehr gute Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung gegeben. Extremfrühchen (vor der 28. SSW), welche oft notfallmässig entbunden werden müssen, und ein sehr geringes Gewicht haben, tragen da leider grössere Risiken für Beeinträchtigungen. Es ist natürlich auch die Frage, was man alles als Beeinträchtigung bezeichnet: Das Spektrum reicht von schweren irreversiblen Organschäden und geistiger Schwerstbehinderungen bis zu leichten Entwicklungsverzögerungen. Erstere sind natürlich gravierend, aber beim grösseren Teil der Beeinträchtigung handelt es sich um Entwicklungsverzögerungen, welchen man mittels therapeutischer Massnahmen gut begegnen kann.

Allgemein ist festzuhalten, dass sich die medizinische Versorgung von Frühgeborenen enorm weiter entwickelt hat. In den Medien zitierte Statistiken von Frühgeborenen, die jetzt als Erwachsene Defizite aufweisen, kann man nicht eins zu eins mit heute vergleichen, da die medizinische Behandlung vor 20-30 Jahren nicht derjenigen entspricht, welche die Babys von heute erfahren. Ich möchte nichts beschönigen, aber auch nichts negativieren. Genaues beobachten ist immer notwendig, und es ist hilfreich, wenn allfällige Defizite so früh wie möglich erkannt und therapiert werden können. Es ist wichtig, dass man sich sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt durch Ärzte, Hebammen und pflegerisches Personal gut aufgehoben und kompetent beraten fühlt. Wenn dem nicht so ist, sollte man sich dafür einsetzten, an mehrlingserfahrene Fachleute zu gelangen. Durch regelmässige Kontrollen, Früherkennung und wenn nötig adäquate Therapien, kann man bestimmten Risiken während der Schwangerschaft präventiv begegnen, oder im Notfall schnell reagieren.

 

Was sind die schönsten Momente, die man als Einlingsmutter nie erleben kann? 

Man kann das Wort „Einling“ verwenden! Scherz bei Seite. Das ist gar nicht so einfach, ich bin ja keine Einlingsmutter. Für mich sind das so kleine Momente, in denen mir bewusst wird, was ich für ein riesen Geschenk bekommen habe mit 3 gesunden und zufriedenen Kindern. Auch nun, nach 20 Monaten sitzen mein Mann und ich manchmal da, schauen uns an und sagen: „Krass, wir haben drei Kinder!“ Dankbarkeit ist etwas sehr wichtiges, und es lässt mich auch die unruhigen und stressigen Zeiten leichter durchstehen.

Natürlich sind es auch die Momente, wenn sich einem drei kleine Wesen an den Hals werfen und nicht mehr los lassen wollen, wenn sie in der Gruppe kichern, auf einem zu rennen, einander gegenseitig trösten und über die Haare streicheln und vieles mehr. Das sind Momente, die ich nicht gut in Worte fassen kann, darum fällt meine Antwort auf diese Frage etwas kürzer aus – im Herzen ist sie aber umso grösser.

 

Stichwort Überforderung: Wie kann man dem entgegenwirken, wenn man keine Familie hat?

Ich wünschte, ich könnte darauf eine allgemein zufriedenstellende Antwort geben. Leider sind die Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr unterschiedlich, auch innerhalb der Länder. Ich kann nur raten, dass man sich wirklich schon frühzeitig, in der Schwangerschaft damit auseinandersetzt. Es ist wichtig, als Paar zu besprechen, wer welche Vorstellungen und Erwartungen an die Zeit nach der Geburt, in der Kinderbetreuung und ans Berufsleben hat und sich von Seiten der Behörden oder auch über den Sozialdienst des Krankenhauses zu informieren, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Ansonsten kann man gemeinnützige Organisationen oder Stiftungen anfragen. Auch eine Möglichkeit sind „Leihomas und Leihopas“. Dafür gibt es Plattformen im Internet. In der Schweiz beispielsweise gibt es die Möglichkeit Familienpraktikanten für kleines Geld zu engagieren. Das sind junge Menschen, die später einen sozialen oder medizinischen Beruf ergreifen möchten und zuerst ein Praktikum absolvieren müssen.

Du sprichst oft von „Mehrlings-Management“ – hat man als Mehrlingsmama eine Management-Führungsrolle?

Oh, definitiv, das kann ich voll und ganz bejahen. Man ist Chef des Familienunternehmens und leitet alle innerfamiliären Bereiche wie Einkauf, Finanzen, Versorgung, Logistik, Zeitplanung und natürlich den Unterhaltungsbereich der Kinder. Man leitet nicht nur, sondern man ist auch noch selbst die ausführende Kraft. Dass man als Mutter meist die Rolle der Familienmanagerin einnimmt, trifft natürlich auch auf Mütter mit mehreren Kindern unterschiedlichen Alters zu. Bei Mehrlingen ist man jedoch auf einen Schlag direkt an allen Fronten gefordert.

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Drei Kinder, drei Bedürfnisse – wo bleiben die Bedürfnisse der Eltern?

Dahinter. Sie relativieren sich ein Stück weit, und man nimmt die eigenen Bedürfnisse während der ersten Monate auch gar nicht so dringlich wahr. Auf Dauer sind sie aber unbedingt ernst zu nehmen, damit man selbst und auch als Paar über die Zeit hinweg ausgeglichen und zufrieden sein kann. Durststrecken, in denen man eigene Bedürfnisse zurück steckt, sind ganz normal. Dass man wieder mehr auf sich selbst und/oder den Partner achten sollte, zeigt sich daran, dass man schnell gereizt und genervt ist, sich zunehmend wegen Kleinigkeiten streitet, oder es machen sich Anzeichen von Erschöpfung bemerkbar. Nach Möglichkeit sollte man versuchen, feste Zeiten in der Woche für sich und eigene Aktivitäten einzuplanen, sich Freiräume zu schaffen. Wenn es nicht möglich ist, sich Entlastung zu organisieren, umso mehr sollte man dann versuchen, kleine Inseln im Alltag einzubauen. Sich mit dem Partner auszutauschen, sich kurze Momente bewusst Zeit zu nehmen für sich und füreinander. Auch wenn es nur einige Minuten sind, in denen man die positiven Erlebnisse des Tages revue passieren lässt, bevor man sich selbst müde aber zufrieden ins Bett legt.

 

Unterschied eineiig, zweieiig, dreieiig: Wie wirkt es sich auf die Geschwister-Konstellation aus?

Gute Frage. Da gibt es einen bunten Strauss von Entwicklungsmöglichkeiten. Das kann man nicht verallgemeinern. Natürlich haben eineiige Geschwister identisches Erbgut und sind in gewissen Dingen gleich. Das Aussehen und meist auch Motorik, Gestik und Mimik sind gleich bis sehr ähnlich. Verhaltensweisen und Persönlichkeitszüge von Eineiigen können ebenfalls sehr ähnlich sein, müssen es aber nicht. Da ist der Einflussspielraum, den die Aussenwelt hat, schon sehr viel grösser. Wir haben zwei Eineiige und ein zweites Ei, wie ich immer sage. Unsere Eineiigen beispielsweise unterscheiden sich sehr in ihrem Essverhalten, obwohl wir beiden stets dasselbe angeboten haben. Also: Gene gleich, Essensangebot gleich und trotzdem gibt es grosse Unterschiede, wer was isst. Viele Entwicklungen kann man sich erklären, andere aber wiederum sind für uns Menschen nicht ersichtlich.

Natürlich gibt es Tendenzen, dass eineiige Mehrlinge sich ähnlicher sind und auch ihre Bindung enger sein kann, zwingend ist das aber nicht. Aus wissenschaftlicher Sicht empfinde ich das Thema als sehr spannend, persönlich als Mutter hingegen versuche ich der Anzahl Eizellen nicht so viel Beachtung zu schenken. Auch nenne ich meine zwei Eineiigen nicht „die Zwillinge“. Mir fällt gerade auf, dass ich meine Kinder sowieso kaum „die Drillinge“ nenne, sondern einfach als meine Kinder bezeichne oder mit dem Namen benenne, wenn ich über sie spreche.

Wie gesagt, unabhängig der Genkonstellation, die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder sind wie ein Blumenstrauss, und ich hoffe, dass er gross und bunt wird.

Leben mit Drillingen
Drillingsmama Elian kommt aus der Schweiz und arbeitet als Psychologin viel mit Mehrlingseltern.

 

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