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Ohne Schamgefühl lebt es sich leichter….

stillen copy

Ich habe kein Schamgefühl mehr. Das habe ich irgendwo zwischen Organscreening und Kreißsaal verloren.

Vielleicht liegt es daran, dass mich während meiner Schwangerschaft zirka 20 verschiedene Menschen in sehr unvorteilhaften Posen nackt gesehen haben. Oder vielleicht daran, dass bei der Geburt und Nachsorge sicher noch einmal – Pi mal Daumen – sieben dazu gekommen sind. Vor fremden Menschen in Schüsseln urinieren? Das is kein Problem mehr für mich…

Auch das Stillen hat Spuren hinterlassen: Da haben mindestens 50 Personen zumindest Teile meiner Nippel gesehen. Und das obwohl ich mich stets um Diskretion bemüht habe. Summa summarum kommen wir also auf einen Kreis von rund 100 Personen, die meine primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale kennen. Das sind bei weitem mehr als in meinen aktivsten Single-Zeiten….

Ist der Ruf erst mal ruiniert…

So lebe ich nun ein völlig ungeniertes und dadurch auch freies Leben. Mein Schamgefühl habe ich völlig abgelegt. Ich tanke Sonne oben ohne, hüpfe in Unterwäsche durch die Wohnung und wenn es mich wo juckt, dann kratze ich mich einfach. Wenn meine Kinder in Gaststätten – oder wie etwa jüngst ins Passamt – kotzen, so berührt mich das nur mehr peripher. Lächelnd putze ich vorverdauten Grießbrei weg. Auch lautes Pupsen oder Aufstoßen lässt mich absolut kalt. Ich wickle meine Kinder problemlos auf der Gartenbank im Altenheim unserer Urgroßmutter. Selbst bei Trotzanfällen bei Supermarktkassen bleibe ich völlig gelassen, mahne den Nachwuchs ruhig aber mit strengem Ton. Neugierige Gaffer ignoriere ich dabei charmant.

Nur als neulich der beste Ehemann von allen, in einem Anfall verfrühter Midlife-Crisis mit einer orangen Hose und einem grünen Pulli das Haus zu seinem Männerabend verließ, genierte ich mich ein wenig. Aber ich kann mich auf ihn verlassen: Er wird keinen Trotzanfall bekommen wenn das Bier ausgeht.Bleibt nur zu hoffen, dass er nicht in den Gastgarten kotzt….

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Mehr Peinlichkeiten?
Irgendwann werden alle Kinder peinlich: Willkommen also bei der Parade der Peinlichkeiten:

Mehr aus der Parade der Peinlichkeiten gefällig?

1. Teil: Peinlich sind nur die anderen (Glucke und so)

2. Teil: Nathalie und die Kacka-Wurst (Eine ganz normale Mama)

3. Teil: Saskia klaut im Supermarkt (Essential Unfairness)

4. Teil: Judith aus Wien und die Schwimmwindel (Stadtmama.at)

5. Teil: Daniela und der Blümchensex

6. Teil: Rike und der Glitzer-Dildo (Nieselprim)

7. Teil: Das Waschbrettoberkörperdrama (Andrea Harmonika)

8. Teil: Das Drama mit den Berliner Verkehrsbetrieben (Frau Confuss)

9. Teil: Jusu und die alte Büchse (Mama Schulze)

10. Teil: Marianne und der brüllender Mantel

Abschied von der Peinlichkeit – kann man Scham überwinden?

13 comments

  1. 😀 😀 😀 so sah das bei mir auch immer aus

  2. Sehr schön… jede Mama weiß, wie das ist asexuell zu sein… auch wenn nur eins am Nippel hängt…
    Vielen Dank dafür!

  3. Ich bin zwar erst seit 12 Tagen Mama und kam noch nicht in den Genuss des Stillens in der Öffentlichkeit (außer im Krankenhaus und bei Besuch), aber die ersten beiden Sätze, eigentlich der ganze erste Absatz, haben mich direkt angesprochen. Wie ungeniert man plötzlich vor fremden Menschen einfach die Hosen runter lässt – im wahrsten Sinne des Wortes…

  4. gedankenpotpourri

    Ich geh‘ mir mal eben die Lachtränen aus den Augen wischen! Großartiger Artikel!

  5. Oh jaaa, kommt mir sehr bekannt vor 😉 Das ging in dem Moment los wo ich wegen Verdacht auf Blasensprung im KH war und die Hebamme mit der leicht blutigen / eingesifften Einlage im Flur (und vor dem Papa) herumwedelte und lautstark herumblökte, es sei falscher Alarm und „irgendwas anderes“. Nice… 😉

    Liebe Grüße, Janina

  6. Hihi, vieles kommt mir sehr bekannt vor. HAbe mich zum Beispiel auch schon mal aus lauter Verzweifelung bei H&M mitten im Geschäft umgezogen weil keine Kabine mehr frei war in der ich mit Kiwa reingepasst hätte
    Übrigens: Liebe deinen Schreibstil. Man muss einfach ständig grinsen 😀
    Was mein Sohn allerdings noch nicht geschafft hast, irgendwo in der Öffentlichkeit zu kotzen, ein glück!

    Alles Liebe,
    Birte
    http://show-me-your-closet.de/

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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