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Claudia Weingärtner in Ihrem Ferienhaus am Elsensee

Fünf Fakten über das erste Jahr mit Zwillingen, von denen ich zum Glück nichts wusste

Kennt ihr eigentlich schon die wunderbare Zwillimuddi? Eigentlich heißt sie ja Claudia! Ihr Blog ist zwar relativ neu, aber unglaublich toll. Nein? Na, dann wird es aber Zeit! Claudia ist heute Gastbloggerin auf „Einer schreit immer“ – und erzählt, wie sie das erste Jahr mit Zwillingen erlebt hat.

Es gab Zeiten, da fand ich Mamablogs ganz schlimm. Alles das gleiche Gewäsch, diese Zeilen über Brei, Brüste, Babykacke und Buggymodelle. Heute habe ich nicht nur selbst so ein Internet-Tagebuch, sondern lese zugegebenerweise auch liebend gern bei anderen Muddis mit. Eine davon ist Anni – danke Dir, dass ich heute diesen Gastbeitrag schreiben darf!

Eigentlich hatten wir uns überlegt, dass ich ein paar Dinge aufschreibe, die ich gern gewusst hätte, bevor meine Zwillinge Elli und Theo im Juli 2014 zur Welt kamen. Aber genau solche Listen gibt es tatsächlich tausendfach im Netz. Also drehe ich den Spieß um – und nenne stattdessen lieber fünf Fakten, von denen ich froh bin, dass sie mir vorher niemand verraten hat….

 

Erstens: Tag Drei haut Dich um.

Was war ich gut vorbereitet. Habe Klamotten im Doppelpack gekauft, das Kinderzimmer eingerichtet, Ratgeber gewälzt – und in diesen natürlich auch vom berühmten Babyblues gelesen. Nie aber lagen Theorie und Praxis SO weit auseinander: Noch an Tag 2 jubelte ich innerlich über meine Coolness so kurz nach der Geburt. Keine 24 Stunden später stand ich zwischen den Wärmebettchen meiner Babys und weinte mir die Seele aus dem Leib. Vor Sorge, Angst, Respekt vor der Zukunft. Bin ich überhaupt in der Lage, gleich zwei Babys zu versorgen? Kriege ich sie satt? Kann ich beide zeitgleich tragen? Wen nehme ich zuerst hoch? Fühlt der andere sich dann benachteiligt? Himmel, die Fragen sprengten meinen Kopf, und diese unbändige neue Liebe mein Herz. Schlimmste Gefühlsachterbahn aller Zeiten!

Zweitens: Stillen kann – verdammt nochmal – NICHT jede!

Zumindest nicht sofort und uneingeschränkt und dann auch noch zwei Babys auf einmal. Meine Kinder kamen fünf Wochen zu früh und waren anfangs schlicht zu schwach, um an der Brust zu trinken. Also, und das kennt vermutlich jede Zwillingsmama, begann ich zu pumpen. Acht mal 30 Minuten täglich. Vier Stunden pro Tag, ein Sechstel des Tages! Vier Stunden vor dieser Melkmaschine, die eher an Kuhstall als an Wochenbett erinnert. Nebenbei nahm ich so ziemlich alles mit, was es an Stillproblemen gibt. Milchstau (aua!), Brustentzündung (aua-aua!), wunde Brustwarten (aua-aua-aua!) – und zwei Kinder, die plötzlich nur die Flasche akzeptierten. Acht (!) Wochen dauerte es, bis ich beide Babys „ganz normal“ stillen konnte. Hätten meine tolle Hebamme und die hartnäckige Stillberaterin nicht so sehr gekämpft – ich hätte aufgegeben, nach nicht einmal der Hälfte der Zeit.

Drittens: Die ersten Monate sind nichts gegen das, was folgt

Herrgott, was war ich müde. Dieses nächtliche Aufstehen, um die Zwillis zu wecken, alle drei Stunden, damit sie ja auch trinken. Das ist jetzt nur am Anfang so, sagte ich mir immer wieder – ohne zu wissen, dass es noch dicker kommen würde. Denn anfangs gab es wenigstens diesen Rhythmus! Erst alle drei, dann alle vier Stunden. Dazwischen ne Mütze Schlaf. Spätestens in Monat fünf war damit Schluss. Die Zwillis lernten tagsüber so viel, dass sie nachts offenbar plötzlich eine Menge zu verarbeiten hatten. Und wurden im Stundentakt wach. Natürlich abwechselnd. Es gab Nächte, in denen schlief ich keine 30 Minuten am Stück. Dünnhäutigkeit am Tage vorprogrammiert. Das Schlimmste: Einlingsmamas, die mit dem Tipp „Schlaf doch selbst, wenn dein Baby schläft“ um die Ecke kamen. Dass ich nicht lache: Und was mach’ ich mit dem anderen?

Viertens: Wer zwei Babys zum Essen kriegen will, macht so ziemlich ALLES

Mittwochmittag vor ein paar Wochen, ich sitze unter unserem großen Holztisch, zwei Löffel in der Hand, das weiße Shirt mit grünen Flecken übersät, die Schale mit dem ersten Spinat-Brei in der Hand. Und fasse es nicht: sitze ich gerade wirklich UNTER dem Tisch? Na Mahlzeit. Die Zwillis haben sich längst ihre Lätzchen vom Hals gerissen und sind gerade hochkonzentriert damit beschäftigt, ein heruntergefallenes Stück Kartoffel in den Parkett-Ritzen zu verschmieren, während ich ihnen immer und immer wieder einen Löffel der inzwischen braunen Spinatpampe anbiete. Vielleicht ein bisschen Obstbrei rein, damit’s süßer wird? Nein. Mal mit einem anderen Löffel? Offenbar auch nicht. Ein Schluck Tee zwischendurch? Mhhh. Am Ende wird’s ein Fertig-Gläschen mit Spinat (und Sahne, bäh!), obwohl meine Variante frisch gekocht war. Was ist schon ne Stunde Arbeit für die Katz, wenn die Kinder endlich essen?

Fünftens: Stillen ist – verdammt nochmal – zu schön zum Abstillen

Hätte mir vor ziemlich genau einem Jahr jemand erzählt, dass ich heute noch immer stillen würde – ich hätte ihm kopfschüttelnd den Vogel gezeigt. Doch wenn der Start so hart ist wie bei uns, weiß man es vermutlich besonders zu schätzen, wenn es dann doch klappt; und kann es kaum noch lassen. So geht es mir jetzt gerade: der Plan, nach dem ersten Geburtstag abzustillen, geht derzeit gründlich in die Hose. Die Langversion habe ich hier aufgeschrieben, die Kurzversion ist diese: Ich bin noch nicht bereit für diese Art des Abnabelungsprozesses, finde es einfach zu praktisch – und habe jetzt ein neues Ziel: abstillen bis Weihnachten. Das kommt ja doch immer früher als man meint…

Zwillimuddi gibt es übrigens auch auf Facebook und auf Instagram!

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4 comments

  1. 1. kenn ich
    2. kenn ich
    3. kenn ich
    4. kenn ich noch nicht, kann ich mir aber gut vorstellen
    5. kenn ich, zu hart ums Stillen gekämpft zum Aufhören,egal wann, egal wer reinquatscht

    Danke für diesen Beitrag!
    🙂

    • Kenn ich, nur leider habe ich nach ewigem Kampf (hat auch nur mit Stillhütchen geklappt, leider sehr langsame Trinker – jede Mahlzeit 45-60 min, also nur zeitgleiches Anlegen möglich), nach fünf Monaten abgestillt…. Fühlt sich immer noch nicht gut an, dafür können wir jetzt auch länger raus und das ist ja auch ganz gut für die zwei Mädels…

  2. Dein Artikel spricht mir aus der Seele! 🙂
    Die Gedanken beim Kopfkino machen einen fertig. Meine zwei waren auch 5 Wochen zu früh und sind jetz 13 Monate alt.
    Bis es mit dem vollen Stillen endlich geklappt hatte … maaaaaaannnnn Pumpe war echt nervig, aber ich blieb dran. Dann war aber tagsüber alle 2 Stunden das doppelte Anlegen angesagt – aber dafür keine Flaschen mehr 😉 (Manche Einlingsmama konnte das nicht verstehen O-Ton: „Meine Milch reicht doch auch für 3 aus … warum musst du Zufüttern?!“ HÄÄÄÄÄ!!!)
    Nach 10 Monaten ham mich die beiden aber dann ganz schön doof dastehen lassen – die zwei wollten nicht mehr gestillt werden … heul.
    Aber alles gut verkraftet … beim Nächsten dann halt länger ;D

  3. Schöner Beitrag. Das mit dem Stillen kann ich nicht beurteilen, hab es nicht probiert (und steh dazu). Punkt eins fing bei mir erst am Tag 4 an und ging dann über 4 Tage. Geschlafen haben meine Mäuse eigentlich fast immer zeitgleich. Nur zur Zeit quälen die Backenzähne meine Maus und der Mäuserich will nicht mehr alleine einschlafen. Zumindest die Nächte sind jetzt, mit 16 Monaten, unruhiger wie je zuvor.
    Das liebe Thema Essen kenne ich auch, obwohl ich noch nie unterm Tisch gesessen habe 😀

    Die lieben Tipps der Einlingsmütter hab ich immer nur zur Kenntnis genommen 🙂

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Einst kaufte sich Anne ohne mit einer Wimper zu zucken Stilettos um 150 Euro. Dann wurde sie Mutter. Von Zwillingen. Eines ihrer Kinder schreit immer...
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